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Gegen Klimawandel und Diktatoren: Soros pumpt eine Milliarde Dollar in "globales Bildungsnetzwerk"

Gegen Klimawandel und Diktatoren: Soros pumpt eine Milliarde Dollar in "globales Bildungsnetzwerk"
George Soros ist auf einem Bildschirm zu sehen, während er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede hält. (23. Januar 2019)
Der umstrittene Milliardär George Soros hat ein neues ehrgeiziges Projekt vorgestellt: die Schaffung eines globalen Universitätsnetzes, das die Welt vor dem Klimawandel bewahren und Demokratien vor "Diktatoren" wie US-Präsident Donald Trump schützen soll.

Am Donnerstag kündigte der US-Milliardär George Soros auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos "das wichtigste Projekt meines Lebens" an. Der 89-Jährige erklärte, er werde eine Milliarde US-Dollar für die Errichtung des "Open Society University Network" bereitstellen, das an seine eigene Central European University (CEU) angeschlossen sein soll.

Wahlplakat in Budapest im März 2019

In seiner Rede zeichnete er ein düsteres Bild von der gegenwärtigen Weltlage, die eine Gefahr für "offene Gesellschaften" sei. Diese würden vor allem durch autoritäre Regierungen, Nationalismus und dem Klimawandel bedroht.

Wir leben in einer Zeit der Transformation. Das Überleben offener Gesellschaften ist gefährdet und wir stehen vor einer noch größeren Krise: dem Klimawandel. Er bedroht das Überleben unserer Zivilisation.

Der Nationalismus sei auf dem Vormarsch: "Der größte und erschreckendste Rückschlag ereignete sich in Indien, wo ein demokratisch gewählter Narendra Modi einen hinduistisch-nationalistischen Staat erschafft", so Soros.

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Die mächtigsten Staaten – Soros nennt die USA, China und Russland – seien "in den Händen von Möchtegern- oder tatsächlichen Diktatoren". So habe Chinas Präsident Xi Jinping "ein sorgfältig entwickeltes System der kollektiven Führung abgeschafft" und sei zu einem Diktator geworden, "sobald er genügend Macht dazu hatte".

Am schärfsten ging die graue Eminenz der liberalen Globalisierung jedoch mit dem US-Präsidenten ins Gericht. Laut Soros ist Trump "ein Betrüger und der ultimative Narzisst, der will, dass sich die Welt um ihn dreht". Als Trumps Fantasie, US-Präsident zu werden, wahr wurde, hätte "sein Narzissmus eine pathologische Dimension" erreicht, befand der selbsternannte Philanthrop mit ungarischen Wurzeln.

Erklärt Milliardär George Soros zur unerwünschten Person auf den Philippinen: Präsident Rodrigo Duterte.

Soros gab während seiner Rede bekannt, dass die CEU bereits eine Partnerschaft mit dem Bard College in den USA und einem Netzwerk europäischer sozialwissenschaftlicher Schulen namens CIVICA eingegangen ist, zu dem die London School of Economics und das Pariser Institut für politische Studien (Sciences Po) gehören. Er sei bestrebt, das Netzwerk in den kommenden Jahren zu etwas "wirklich Globalem" auszubauen und alle "akademisch exzellenten, aber politisch gefährdete Gelehrten" auf der ganzen Welt zu vereinen, was auch immer das bedeuten mag. 

Liberale Agenda mit subversiven Mitteln

Der umtriebige Milliardär und seine Stiftung "Open Society Foundations", an die er 18 Milliarden US-Dollar übertragen hat, wird vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten von Staaten einzumischen, Subversion zu betreiben und Regierungsumstürze zu unterstützen. Eine entscheidende Rolle spielte Soros etwa bei dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch. Mitarbeiter seiner NGOs sollen sogar damit prahlen, an Staatstreichen mitgewirkt zu haben.

Kaum ein zweiter Investor seines Formats verquickt politische Einflussnahme und persönliche Geschäftsinteressen so wie er. Soros unterstützt die Proteste in Honkong, macht sich für einen Regime Change in Venezuela stark und engagiert sich vor allem im Kampf gegen Russland. So sponsert er gemeinsam mit der EU und den USA die Initiative "European Values", die "russische Desinformation" bekämpfen will.

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Soros' Einflussversuche beschäftigten gar den Europäischen Gerichtshof, nachdem die ungarische Regierung ein "Stop Soros"-Gesetzespaket verabschiedet hatte, das unter anderem strafrechtliche Konsequenzen für "Beihilfe zur illegalen Migration" vorsieht. Das Büro der "Open Society Foundations" musste seine Pforten in Budapest schließen und zog daraufhin nach Berlin. Kurz danach musste auch die türkische Außenstelle der Soros-Stiftung ihre Arbeit einstellen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan warf der NGO vor, in den Putschversuch 2016 verwickelt gewesen zu sein.

Warum Soros immer wieder auch Heuchelei zum Vorwurf gemacht wird, verdeutlicht sein Umgang mit dem Brexit. In seiner Rede in Davos beklagte der Großinvestor, dass der Kampf gegen den Brexit in einer "vernichtenden Niederlage" endete. Der Milliardär hatte Anti-Brexit-Initiativen mindestens eine halbe Million britische Pfund zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig schloss Soros bei aller Kritik am Austritt Großbritanniens aus der EU eine Wette in Höhe von 100 Millionen US-Dollar auf einen Kursverfall der Deutschen Bank ab – wohlwissend, dass nur bei einem Brexit-Votum der Kurs der Bank nachgeben und die Wette Profite bringen würde. Tatsächlich brach der Kurs der Deutschen Bank nach dem Brexit kurzfristig um 23 Prozent ein.

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