"Europäische Werte" - Von George Soros und EU finanzierte Lobbygruppe nimmt nun RT-Gäste ins Visier

"Europäische Werte" - Von George Soros und EU finanzierte Lobbygruppe nimmt nun RT-Gäste ins Visier
Böse, böse: Noam Chomsky im RT-Interview zum Thema "Imperialismus".
McCarthy kehrt als "Liberaler" wieder: Eine von George Soros, der EU und den USA finanzierte Lobbygruppe mit dem treffenden Namen "European Values" hat 2.327 prominente Gäste von RT als "nützliche Idioten" deklariert und zum medialen Abschuss freigegeben.

von Bryan MacDonald

Was haben Harrison Ford, Evander Holyfield, Mr. T, Will I. Am, Oliver Stone, Stephen Fry und Vivienne Westwood gemeinsam? Abgesehen davon, dass sie wirklich berühmt sind, verbindet sie auch die Tatsache, dass sie irgendwann einmal auf RT gastiert haben.

Monika Richter, eine offenbar mit viel Tagesfreizeit ausgestattete Vertreterin einer tschechischen Lobbygruppe namens "European Values" ("Europäische Werte") behauptet, eine Liste aller führenden westlichen Prominenten, Journalisten, Kommentatoren, Akademiker und Politiker zusammengestellt zu haben, die in den letzten Jahren an den Programmen des Netzwerks mitgewirkt haben. Sie könnten nun vielleicht denken, dies wäre doch für neue RT-Produzenten, die auf der Suche nach potenziellen Gästen sind, nützlich, da die Liste über 2.327 Namen enthält.

Leider ist die Liste nicht besonders genau. Die zufällige, nachlässige und schlampige Kompilation weist einige bizarre Fehler auf. So verwechselt diese z. B. den britischen Außenminister Boris Johnson mit einem Schauspieler, der diesen verkörpert. Und noch bizarrer: Der legendäre Larry King wird in der Liste mit dem ebenso berühmten Larry David vertauscht. Nicht einmal, sondern Dutzende Male.

Schlecht umgesetzte Hetzkampagnen verschiedener Anti-Russland-Lobbyisten sind nichts Neues. Das Prinzip dahinter lautet oft, der gute Wille zähle fürs Werk. Aber dieser Versuch ist besonders untauglich. Weil das Machwerk so voller Fehler ist, dass es aussieht, als wäre es an einem Wochenende K.O. geschlagen worden. Umso bemerkenswerter ist der Eröffnungsvorschlag, wonach sich "Politiker und Medienorganisationen [...] öffentlich zu einer strengeren Tatsachenüberprüfung" verpflichten sollten.

Der Fluss des Geldes

Bevor wir weitergehen, lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, wer für die Aktivitäten von European Values bezahlt und wem dieses pseudo-akademische Anliegen dient. Im Jahr 2015 war die größte private Finanzierungsquelle der Milliardär und selbsternannte Philanthrop George Soros. Allein 25 Prozent der Einnahmen entfallen auf zwei Stiftungsagenturen der Open Society Foundation. In Russland gilt die Organisation als so toxisch, dass sie als Sicherheitsbedrohung verboten ist. Auch die Regierung in Ungarn, der Heimat von Soros, hat ihn als Staatsfeind aussortiert. Israel beklagt sich ebenso lautstark über die Aktivitäten von Soros und lässt öffentlich über das Außenministerium verkünden, dass Soros die demokratisch gewählten israelischen Regierungen ständig untergräbt.

Soros ist kein Freund der Demokratie. Stattdessen nutzt er sein riesiges Vermögen, um sich in souveräne Staaten einzumischen und von ihm nicht geliebte Regierungen zu untergraben. Ironischerweise beschuldigt Richter just RT, dies zu tun, wenn sie schreibt:

Die Daseinsberechtigung von RT darin besteht, den Westen um jeden Preis zu verunglimpfen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Lebensfähigkeit der liberalen Demokratie zu untergraben.

Als ob das die westlichen Eliten und ihre Medien nicht ganz allein am allerbesten hinbekommen würden. Aber wie sieht es tatsächlich aus? Moskau unterhält ausgezeichnete Beziehungen zu vielen anderen Demokratien, einschließlich Südkorea, Indien und Israel. Und ist auch mit zahlreichen einzelnen Staaten der Europäischen Union befreundet, auch wenn die Union unter pro-amerikanischen Führern in Berlin und Paris ihre Außenpolitik in den letzten Jahren effektiv in die Vereinigten Staaten ausgelagert hat, wodurch diese automatisch anti-russisch wird.

Neben Soros sind übrigens die Europäische Kommission, das EU-Parlament sowie die Botschaften der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs weitere freudige Geber der Lobbygruppe Europäische Werte. So bedarf es also keines Genies, um die Geldflüsse zu verfolgen und die Agenda zu sehen, die auf dem Spiel steht. Und es ist lehrreich, zu erfahren, dass Richter auch mit dem Atlantic Council verbunden ist, einem großen politischen Aktionsgremium der USA, das vom Ukrainischen Weltkongress, der Lockheed Martin Corporation, der Raytheon Company und dem US-Außenministerium finanziert wird. Alles Entitäten, die natürlich von den derzeit angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen profitieren.

Es dreht sich im Kreis

Die meisten von Richters zentralen Aussagen sind zudem wenig erhellend. Sie beschuldigt RT immer wieder der "Desinformation", präsentiert aber keinen Beweis dafür, dass diese vorsätzlich wäre, sondern hebt lediglich ein paar sachliche Fehler hervor, die im Laufe der Jahre nicht außergewöhnlicher sind als jene konkurrierender Outlets. Weil es nun mal kein Nachrichtenportal gibt, welches nie falsch liegt.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite während eines Besuchs bei deutschen Truppen in Rukla, 7. Februar 2017.

Die Autorin zitiert auch den "US-Geheimdienstbericht über russische Wahleingriffe", ein inhaltlich geradezu lächerliches Dokument, das von jedem glaubwürdigen westlichen Russland-Experten zurückgewiesen wurde. Und sie bezeichnet die Gäste immer wieder als "nützliche Idioten", eine unglaubliche Beleidigung für namhafte Persönlichkeiten wie Kofi Annan, Michail Gorbatschow, Peter Sutherland, Jeremy Corbyn und Wolfgang Ischinger, die im Leben weit mehr erreicht haben als die Autorin dieses Machwerks je erreichen wird.

Die andere vermeintliche große Enthüllung von European Values ist, dass "RT Gastauftritte westlicher Politiker, Journalisten und Schriftsteller, Akademiker und anderer einflussreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nutzt, um seine Glaubwürdigkeit zu stärken". In Wirklichkeit tut RT, wie alle anderen Fernsehsender auch, das vor allem, um die Einschaltquoten zu erhöhen, denn ganz offensichtlich sehen die Zuschauer lieber Noam Chomsky [hier in einem weiteren Fehler als "Noah" aufgeführt], der sich zur Weltpolitik äußert, als jemanden, der glaubt, dass die US-Regierung über alle Kritik erhaben ist. Zudem wirft Richter der RT Anti-Westlertum und insbesondere Anti-Amerikanismus vor. Was die Frage aufwirft, wie sie die US-amerikanische Berichterstattung über Russland beschreiben würde, wenn sie ehrlich wäre.

Die die EU- und Soros-finanzierte Lobbyistin macht dann eine erstaunliche Aussage: "RT berichtet nie über Russland - nur über die Schwächen und Heucheleien der westlichen Gesellschaft". Dies ist eine komplette Lüge, und wenn Sie das bezweifeln, klicken Sie beispielsweise auf die Sammlung meiner Artikel bei RT, und Sie werden sehen, dass die überwiegende Mehrheit meiner eigenen Texte, die bei RT erscheinen, auf Russland zentriert ist.

Zum Thema - Russland: Neue Trucker-Proteste gegen Fernstraßen-Maut, Korruption und schlechte Arbeitsbedingungen

Widersprüche am laufenden Band

Richter widerspricht sich in ihrem Kremlin Watch Report permanent selbst. Zum Beispiel behauptet sie zwar, dass die Wirkungen von RT auf westliche Zielgruppen "minimal bis bescheiden" seien, aber ein paar Zeilen später warnt sie davor, dass die "spezifischen Auswirkungen" von RT auf die Zuschauer eine Forschungspriorität für alle Organisationen und Regierungen sein sollten, die daran interessiert sind, der "Desinformationskampagne des Kremls" entgegenzuwirken.

Der „Russland-Experte“ Morgan Freeman freut sich über den ihm verliehenen Cecil B. DeMille-Preis (Januar 2012)

Und später donnert sie, dass Russlands "Desinformationskampagne", die angeblich den Journalismus von RT mit einschließt, ein Sicherheitsrisiko darstellt, welches man auf keinen Fall unterschätzen sollte. Wenige Zeilen später wird dann wiederum gefordert, dass es zwingend notwendig sei, die Bedrohung durch RT nicht so stark aufzubauschen.

Natürlich wird die wirkliche Agenda hinter Berichten dieser Art oft durch das bloßgestellt, was sie weglassen. Am 21. Oktober wies der Prager Journalist Michael Colborne, der selbst für von Soros unterstützte Blogs geschrieben hat, darauf hin, dass das 52-seitige Verleumdungsmanifest "voll von Attributen und Willkür sei, da nur Personen, die von ausreichender öffentlicher Bedeutung und Reputation sind, in der Liste aufgenommen wurden".

"Das könnte erklären, warum ein paar Namen fehlen, darunter zwei Freunde der Denkfabrik 'Europäische Werte', die selbst schon bei RT aufgetreten waren", fügte er hinzu.

Colborne bezog sich dabei auf Julia Davis und Eric Garland, die heute als besonders zielstrebige Anti-Russland-Aktivisten bekannt sind, in sozialen Medien prominent auftreten und die Perspektiven der Lobby-Agenda aufgreifen.

Das ist einfach nur intellektuell unehrlicher Unsinn. Jede einzelne Person, die jemals auf RT auftrat, als Idiot bezeichnen, außer bequemer Weise deine eigenen Freunde", so Colborne abschließend.

Na, das ist doch toll!