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Liveticker Ukraine-Krieg – Kiew: "Zahlen den höchsten Preis" für die Verteidigung von Artjomowsk

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.
Liveticker Ukraine-Krieg – Kiew: "Zahlen den höchsten Preis" für die Verteidigung von ArtjomowskQuelle: AFP © Yasuyoshi CHIBA

 

  • 3.02.2023 14:54 Uhr

    14:54 Uhr

    Berlin will der Ukraine nun auch Leopard-1-Panzer liefern

    Die Bundesregierung hat den Export von Kampfpanzern des Typs Leopard 1 aus Industriebeständen in die Ukraine genehmigt. Dies bestätigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Bisher hatte die Bundesregierung nur die Lieferung der moderneren Leopard-2-Panzer aus Bundeswehrbeständen in die Ukraine angekündigt.

    Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wollen Rheinmetall und die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) Dutzende Panzer vom Typ Leopard 1 für den Export in die Ukraine aufbereiten. Die Instandsetzung dieser Maschinen werde allerdings mehrere Monate dauern.

    Medienberichten zufolge verfügt Rheinmetall über 88 Panzer vom Typ Leopard 1. Diese Anzahl sorgte bereits neben der Tatsache, dass die Bundesregierung Kiew zuvor 14 Leopard-2-Panzer zugesagt hatte, für Scherze in russischen sozialen Netzwerken. So schrieb der für die Zeitung Komsomolskaja Prawda tätige Frontberichterstatter Alexandr Koz auf Telegram in Anspielung auf die bekannte neonazistische Code-Formel 14/88:

    "Die Regierung der BRD hat die Lieferung von 88 Panzern vom Typ Leopard 1 aus eigenen Beständen bewilligt. Zuvor hatte Berlin beschlossen, Kiew 14Panzer vom Typ Leopard 2 zur Verfügung zu stellen. Verstehen sie, wie diese Zahlen von außen wirken? Oder ist das Absicht?"

  • 14:25 Uhr

    Mariupol: Gasversorgung von über 1.500 Häusern eingerichtet

    Über 1.500 Wohnhäuser wurden in die Stadt Mariupol an die Gasversorgung angeschlossen. Dies berichtete die Donezker Nachrichtenagentur (DAN) unter Verweis auf das Oberhaupt der Stadtverwaltung, Oleg Morgun. Dieser erklärte:

    "Während der Periode vom 27. Januar bis zum 3. Februar wurde die Gaszufuhr in 1.491 Einzelwohnhäusern und 24 Wohnblöcken eingerichtet."

    Morgun fügte hinzu, dass damit insgesamt 76 Prozent der Einzelwohnhäuser und 49 Prozent der Wohnblöcke über eine Gasversorgung verfügen. An eine Elektrizitätsversorgung sind in Mariupol inzwischen 94 Prozent der Einzelwohnhäuser und über 85 Prozent der Wohnblöcke angeschlossen.

  • 13:46 Uhr

    Russische Truppen erhalten erste Charge neuer Schützenpanzer BMP-3

    Russlands Verteidigungsministerium hat das erste Los neuer Schützenpanzer BMP-3 erhalten. Die Kampfwagen wurden vom Rüstungskomplex des russischen Technologieunternehmens Rostech im Rahmen der Lieferverträge für das laufende Jahr produziert. Laut einer Pressemitteilung von Rostech sei der staatliche Verteidigungsauftrag für das Jahr 2022 erfolgreich abgeschlossen worden.

    Die an der Panzerfabrik Kurganmaschsawod hergestellten BMP-3 seien laut Rostech mit einem modernisierten Richtschützen-Visier vom Typ Sodema sowie mit zusätzlichen Panzerplatten und Käfigpanzerung ausgestattet, um den Schutz der Fahrzeuge zu verbessern. Außerdem werde das Verteidigungsministerium innerhalb dieses Jahres amphibische Fahrzeuge vom Typ BTR-MDM sowie gepanzerte Reparatur- und Bergungsfahrzeuge vom Typ BREM-L erhalten.

    Der BMP-3 wird von russischen Truppen im Rahmen der Sonderoperation aktiv eingesetzt. Die Produktion einer modernisierten Variante des Fahrzeuges hatte im November vergangenen Jahres begonnen.

  • 13:16 Uhr

    Kiew: "Zahlen den höchsten Preis" für die Verteidigung von Artjomowsk

    Der Berater des ukrainischen Präsidialamts Michail Podoljak hat impliziert, dass Kiews Streitkräfte in Artjomowsk (ukrainisch Bachmut) sehr hohe Verluste erleiden. In einem Interview an die spanische Zeitung 20 Minutos weigerte er sich zwar unter Verweis auf den Kriegszustand, konkrete Zahlen zu nennen, räumte aber ein, dass die Ukraine für die Verteidigung der Stadt "den höchsten Preis" zahle, sie aber nicht zurücklassen könne.

    Der Berater des amtierenden Oberhaupts der DVR Igor Kimakowski erklärte am heutigen Freitag, dass eine Einkesselung von Artjomowsk durch die russischen Streitkräfte kurz bevorsteht (wir berichteten in diesem Ticker). Zuvor hatte die Zeitschrift The Economist gemeldet, dass es in der ukrainischen Militärführung die Ansicht gebe, dass eine Verteidigung von Artjomowsk die hohen Verluste nicht rechtfertige.

  • 12:43 Uhr

    Medwedew schätzt wirtschaftliche Verluste der Ukraine ein

    Die Gesamtverluste der Ukraine durch den Konflikt mit Russland betragen zwischen 830 und 850 Milliarden US-Dollar. Diese Einschätzung veröffentlichte Russlands Ex-Präsident und stellvertretender Leiter des Sicherheitsrats Dmitri Medwedew.

    In einem anlässlich des Besuchs der EU-Kommissionsvorsitzenden Ursula von der Leyen auf Telegram veröffentlichten Beitrag verwies Medwedew auf die Angaben von Goldman Sachs, wonach das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine zum Ende des Jahres 2022 um 35 bis 36 Prozent schrumpfte. Diesen Rekordverlust habe sogar das ukrainische Wirtschaftsministerium als den schlechtesten Wert in der Geschichte des Landes einräumen müssen, sagte Medwedew.

    Zudem beschuldigte Medwedew die ukrainische Regierung, gemeinsam mit EU und NATO den Konflikt ohne Rücksicht nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf humanitäre Kosten weiterzuführen:

    "Wer schuld ist, ist eine rhetorische Frage. Wie die böse Hexe Ursula von Irgendwas ehrlich gestand, zahlt die Ukraine für eine Mitgliedschaft in der EU und der NATO mit den Leben ihrer Bürger. Wen kümmert da schon irgendeine schnöde Wirtschaft. Die Kiewer Kamarilla kümmert sich nicht um die Verwüstung des Landes."

  • 11:59 Uhr

    Selenskijs Präsidialamt fordert mehr als 400 Panzer für eine Offensive

    In der aktuellen Phase des Konflikts braucht die Ukraine 350 bis 450 Panzer für ihre Angriffsbrigaden. Dies berichtet Michail Podoljak, Berater des Chefs des Präsidialamtes des Landes, in einem Interview mit der spanischen Zeitung 20 minutos. Ihm zufolge seien Kiews Verbündete über derzeitige Bedürfnisse der Ukraine im Klaren. Hunderte Kampfpanzer benötige das ukrainische Militär, um schnell in die besetzten Gebiete eindringen und sie befreien zu können. Darüber hinaus seien Artillerie und Luftstreitkräfte für die Unterstützung und Sicherung dieses Vormarsches nötig. In diesem Zusammenhang verhandele die Ukraine über Lieferungen von Raketen mit einer Reichweite von 150 bis 200 Kilometer. Podoljak ging jedoch auf keine weiteren Einzelheiten in dieser Frage ein.

    Ende Januar hatte der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba mitgeteilt, dass die Ukraine zunächst 120 bis 140 Panzer westlicher Bauart erhalten werde.

    Im Dezember hatte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Waleri Saluschni bekanntgegeben, dass Kiew mit vorhandenen Ressourcen keine neue Großoffensive durchführen könne. Dem General zufolge brauche die Ukraine 300 Panzer, bis zu 700 Schützenpanzern und 500 Haubitzen, um zu den Positionen vom 23. Februar 2022 zurückzukehren.

  • 11:27 Uhr

    Ukraine erhebt Anklage gegen Chef der Gruppe Wagner

    Am Freitag hat die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine Anklage gegen Jewgeni Prigoschin, den Leiter der Gruppe Wagner, erhoben. Demnach soll der russische Geschäftsmann die territoriale Integrität und Unverletzlichkeit der Ukraine gefährdet sowie einen Angriffskrieg gegen sie geführt haben.

    Zuvor hatte Prigoschin enthüllt, dass er im Jahr 2014 eine Gruppe gegründet habe, die sich später Wagner genannt habe. Er wies darauf hin, dass sich das Schicksal der Volksrepubliken Donezk und Lugansk dank des Mutes der Gruppe Wagner radikal verändert habe.

  • 10:58 Uhr

    Serbiens Präsident: Könnten zur Annahme antirussischer Sanktionen gezwungen werden

    Der serbische Präsident Aleksandar Vučić schließt nicht aus, dass Belgrad ab einem gewissen Zeitpunkt die Sanktionen gegen Russland mittragen muss. Wie das serbische Nachrichtenportal Viesti berichtet, erklärte Vučić während einer Rede im Parlament:

    "Wir sind darüber nicht begeistert, doch ich weiß nicht, wie lange wir durchhalten, wenn wir die Sanktionen nicht einführen. Wir zahlen dafür einen hohen Preis, doch ist dies die Frage einer politischen Entschiedenheit unserer Regierung."

    In der Vergangenheit hat die EU Serbien mehrmals aufgefordert, sich den antirussischen Sanktionen anzuschließen. Vučić räumte ein, dass sein Land wegen der Unterstützung für Russland an Verbündeten verliere, versprach allerdings, weiterhin eine unabhängige Politik zu betreiben.

  • 10:01 Uhr

    Lieferung von Waffen mit größerer Reichweite an die Ukraine erst gegen Jahresende

    Nach Angaben des US-amerikanischen Medienunternehmens Bloomberg werden die Langstreckengeschosse (Ground Launched Small Diameter Bombs, GLSDB) aus dem jüngsten US-Hilfspaket für Kiew nicht so bald in der Ukraine zum Einsatz kommen. Die ersten Lieferungen könnten erst in etwa neun Monaten erfolgen.

    Zuvor hatten westliche Medien berichtet, dass die USA ein Militärhilfepaket für die Ukraine in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar vorbereiteten, das erstmals auch GLSDB-Bomben enthalten könnte. Es handelt sich um mit Raketentriebwerken versehene Bomben, die Ziele in einer Entfernung von 150 Kilometern treffen können. Abgefeuert werden GLSDB unter anderem von HIMARS-Mehrfachraketenwerfern.

  • 09:28 Uhr

    Russische Luftabwehr verhindert ukrainischen Raketenangriff auf Gebiet Brjansk

    Am Freitagmorgen hat das ukrainische Militär einen Versuch unternommen, den Kreis Starodub des russischen Gebiets Brjansk unter Beschuss zu nehmen. Wie der Gouverneur des Gebiets Alexandr Bogomas berichtete, wurde der Angriff von der russischen Luftabwehr vereitelt, es gab keine Zerstörungen oder Verletzten. Bogomas schrieb auf Telegram:

    "Vier Raketen wurden abgeschossen."

    Das Gebiet Brjansk hatte bereits vor Beginn des Militäreinsatzes in der Ukraine unter russischer Souveränität gestanden. Es wird von Kiews Militär regelmäßig unter Beschuss genommen. Am 1. Februar meldete Bogomas dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass seit dem Beginn der Militäroperation insgesamt vier Bewohner der Region bei Angriffen des ukrainischen Militärs ums Leben kamen, 22 weitere verwundet wurden, sowie dass 235 private Wohnhäuser zerstört wurden.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.