The Big Short: Georg Soros und andere dicke Fische wetten auf neue Bankenkrise und Ende der EU

George Soros: Kommt nun die nächste große Schlacht?
George Soros: Kommt nun die nächste große Schlacht?
Fallende Kurse an den Aktienmärkten bedeuten große Verluste, so immer noch eine weit verbreitete Meinung. Nicht jedoch, wenn man George Soros heißt und am Kursverfall verdient, weil man auf dieses Szenario gewettet hat. Wie nun bekannt wurde, hat der politisch aktive Investor im großen Stil begonnen, Titel der Deutschen Bank zu „shorten“. Und zwar so, dass jeder davon erfährt. Gleichzeitig „warnt“ Soros vor einem Zusammenbruch der EU.

Während einige Meldungen, die dieser Tage kursieren, verlauten, die Superreichen hätten nach dem erfolgreichen Brexit-Referendum Milliarden verloren, deutet sich nun an, dass wohl eher Gegenteiliges der Fall ist. So etwa bei gerissenen Investoren wie George Soros, der noch am Freitagmorgen sieben Millionen Deutsche Bank-Aktien verkaufte.

Das sind 0,51 Prozent des Gesamtbestandes der Unternehmensanteile. Doch der eigentliche Clou dabei: Soros besaß die Aktien zuvor gar nicht, der politisch aktive Investor mit einer Vorliebe für Regime-Wechsel hat die Titel „leerverkauft“. Das heißt, geliehene Wertpapiere werden - in der Regel mit Hebelwirkung - veräußert, in der Erwartung, dass der Kurs weiter fällt, um die Aktien später günstiger zurückzukaufen. Geht die Rechnung auf, lockt ein Vielfaches des Einsatzes, steigt der Kurs allerdings wieder, droht der Totalverlust. Im Falle Soros´ geht es wohl zunächst um ein Investment von 100 Millionen Euro. Vielleicht aber auch um ein Vielfaches.

Denn Soros wird nicht der Einzige sein, der auf diese Idee gekommen ist, nach dem Brexit „short zu gehen“, wie der Leerverkauf in Investorenkreisen auch genannt wird. Der Kursrutsch an den Aktienmärkten am Freitag ist wohl vor allem auf diesen massiven Aufbau von Short-Positionen zurückzuführen, welche natürlich nur Sinn machen, wenn weitere Crashs folgen.

Dass Soros nun genau dies auch mit seiner äußerst vorteilhaften Medienpräsenz bewirken will, zeigen erste Verlautbarungen, die der gebürtige Ungar nach der Brexit-Entscheidung macht. Man könnte auch sagen: Soros verkündet die Apokalypse. Die EU werde in den kommenden Jahres zerbrechen, der Euro dann wohl auch – und Schuld ist vor allem Angela Merkel mit ihrer Flüchtlingspolitik. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Soros-Kampagne gerade erst begonnen hat.

Auffällig ist auch die Tatsache, dass der Investor genau 0,51 Prozent der Deutsche Bank-Aktien leerverkauft hat. Short-Positionen ab 0,5 Prozent des Gesamtbestandes deutscher Unternehmen müssen seit 2012 am Folgetag des Deals veröffentlicht werden. Soros will also, dass seine Wette gegen die Deutsche Bank bekannt wurde, wahrscheinlich um weitere Investoren für sein Rudel zu integrieren. Dafür spricht auch, dass der Milliardär nur einen minimalen Teil seiner leerverkauften Aktien bereits zurückgekauft hat. Etwa 700.000 Stück.

George Soros

Die Mission ist klar: Die Deutsche Bank und damit die europäische Wirtschaft in Grund und Boden rammen und am Ende Milliarden mit dem Crash verdienen. Bereits 1992 lieferte sich Soros mit befreundeten Investoren eine gnadenlose Schlacht gegen die Bank of England und das britische Pfund. Die Zentralbank zog dabei am Ende den Kürzeren, das britische Pfund wertete massiv ab und die Wirtschaft auf der Insel rutschte in eine jahrelange Krise. Soros Beiname lautet seit dem „The man who broke the Bank of England“.

Soros Gegenspieler werden auch dieses Mal wieder die Zentralbanken sein, die mit Stützungskaufen und einer weiteren Ausweitung der Geldmenge versuchen werden, das Kursniveau der großen Bankentitel vor dem Totalkollaps zu bewahren. Ob das gelingen wird, bleibt offen. Es ist unklar, ob das System nach der Krise von 2008 ausreichende Widerstandskräfte gegen aggressive Spekulationen hat.

Sollte Soros die Deutsche Bank jedoch tatsächlich in die Knie zwingen, was wohl unweigerlich eine neue Weltwirtschaftskrise zur Folge hätte, wird es interessant sein zu sehen, wen die Medien im Falle dieses Szenarios dann als tatsächlichen Schuldigen präsentieren. RT Deutsch hat hierfür schon einmal einen Tipp: Putin.