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Fake-News für den Regime-Change: CNN lässt angebliche venezolanische Deserteure sprechen

Fake-News für den Regime-Change: CNN lässt angebliche venezolanische Deserteure sprechen
Vermeintliche Überläufer: Carlos Guillen Martinez und Josue Hidalgo Azuaje (Quelle: Screenshot CNN
Die US-Regierung steht an vorderster Front der Unterstützer des Putsches in Venezuela. Während sie mit einer Intervention droht, rufen vermeintliche Überläufer des venezolanische Militärs bei CNN zum Aufstand auf. Doch der Sender unterschlägt dabei wichtige Informationen.

Steht das venezolanische Militär weiter hinter dem gewählten Präsidenten Nicolás Maduro? Glaubt man einem Bericht des US-Fernsehsenders CNN, dann haben die Kräfte innerhalb des Militärs, die sich auf die Seite des Putschisten Juan Guaidó stellen, eine "kritische Masse" erreicht. Guaidó hatte sich vergangene Woche nach Absprache mit Washington selbst zum "Interimspräsidenten" ernannt und wurde daraufhin von einer Reihe westlicher Staaten anerkannt. Gleichzeitig rief US-Außenminister Mike Pompeo das venezolanische Militär zur Meuterei auf

Zum Beweis für den mangelnden Rückhalt des Militärs für die legitime Maduro-Regierung ließ CNN in einem am Dienstag ausgestrahlten Beitrag (Titel: "Venezolanische Armee-Überläufer appellieren an Trump für Waffen") zwei Soldaten in Uniform zu Wort kommen, die als Deserteure vorgestellt werden.

Beide seien Teil einer Gruppe von "venezolanischen Offizieren, die übergelaufen sind, und die aus dem Ausland heraus in einem im Fernsehen ausgestrahlten Appel zu einer Militärrevolte aufriefen".   

Fake-News für den Regime-Change: CNN lässt angebliche venezolanische Deserteure sprechen
Gruppe "venezolanischer Offiziere, die übergelaufen sind". (Quelle: Screenshot CNN)

Gegenüber dem Sender erklärte dann einer der beiden Männer, Carlos Guillen Martinez:

Als venezolanische Soldaten bitten wir die USA um Unterstützung, bei der Logistik, bei der Kommunikation und mit Waffen, damit wir die Freiheit Venezuelas verwirklichen können.

Heiko Maas am Mittwoch in Dublin

Sein Kompagnon Josue Hidalgo Azuaje fügte hinzu:

Wir sagen nicht, dass wir nur die Unterstützung der USA brauchen, sondern auch die Brasiliens, Kolumbiens, Perus, aller Bruderländer, die gegen diese Diktatur sind.

Der Aufruf an die USA zur Waffenhilfe erfolgt zeitgleich zur Drohung Washingtons, in Venezuela militärisch zu intervenieren. "Alle Optionen" einschließlich militärischer Gewalt lägen auf dem Tisch, erklärte der "angriffslustige" US-Präsident. Donald Trumps Sicherheitsberater John Bolton sorgte zudem mit einer Notiz für Aufsehen, laut der 5.000 US-Soldaten nach Kolumbien entsandt werden sollen. Dieses Nachbarland von Venezuela spielt eine organisatorische Schlüsselrolle bei den Regime-Change-Bemühungen.   

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Der von CNN vermittelte Eindruck, hier sprächen zwei abtrünnige Militärs, stellvertretend für eine "kritische Masse" Gleichgesinnter, trügt jedoch. Deutlich wird dies an den Abzeichen, die beide an ihren Uniformen tragen. Über der linken Brusttasche steht die Bezeichnung "FAN", die Abkürzung für "Fuerza Armada Nacionales" ("Nationale Streitkräfte").

Doch diese Bezeichnung ist seit Jahren veraltet. Die aktuelle offizielle Bezeichnung des venezolanischen Militärs lautet "Fuerza Armada Nacional Bolivariana" ("Nationale Bolivarische Streitkräfte"). Dementsprechend lautet die korrekte, auf den Uniformen aktiver Soldaten stehende Abkürzung "FANB", wie folgende Bilder zeigen.  

Fake-News für den Regime-Change: CNN lässt angebliche venezolanische Deserteure sprechen
Ein venezolanischer Militär im August 2014 während des Panzer-Biathlons in Russland.
Fake-News für den Regime-Change: CNN lässt angebliche venezolanische Deserteure sprechen
Präsident Maduro während einer Militärübung in Valencia am vergangenen Wochenende.

Somit handelt es sich bei den beiden von CNN präsentierten Männern offenbar nicht um Deserteure oder Überläufer, sondern bestenfalls um ehemalige Soldaten, die vor Jahren aus dem Dienst der Armee ausgeschieden sind. Der Sender zeichnet mit dieser Irreführung das Bild einer Maduro-Regierung, die selbst in ihrer vermeintlich letzten Bastion, dem Militär, kaum noch über Rückhalt verfügt. Mit diesen Fake News flankiert CNN medial die schon vor Monaten bekannt gewordenen Umsturzpläne Washingtons.

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