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US-Sicherheitsberater Bolton: US-Firmen sollten Venezuelas Ölproduktion übernehmen

US-Sicherheitsberater Bolton: US-Firmen sollten Venezuelas Ölproduktion übernehmen
Will den venezolanischen Ölsektor an US-amerikanischen Interessen ausrichten: Der selbsternannte "Interimspräsident" Juan Guaidó.
Am Mittwoch ernannte sich der Oppositionspolitiker Juan Guaidó mit freundlicher Unterstützung der USA zum "Interimspräsidenten" Venezuelas. Die Begehrlichkeiten Washingtons sind groß: Venezuela hält die weltweit größten Erdölreserven.

Venezuela hat die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Knapp 18 Prozent der globalen Reserven liegen im Boden des südamerikanischen Landes begraben. Die USA sind traditionell wichtigster Abnehmer von Ölexporten aus Venezuela.

Unter dem verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez wurde der Ölsektor des Landes weitgehend verstaatlicht, die daraus erzielten Gewinnen flossen in verschiedene Sozialprogramme. Doch Chávez' sozialistische Bestrebungen liefen Washingtons Interessen zuwider, weshalb die USA im April 2002 einen Putsch gegen den gewählten Präsidenten unterstützten, der jedoch scheiterte.

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro während der Vereidigung für eine zweite Amtszeit, Caracas, Venezuela, 10. Januar 2019

"In den gescheiterten Staatsstreich waren hohe Beamte der US-Regierung eng verstrickt", berichtete seinerzeit The Observer. Das Schwesterblatt des britischen Guardian führte dazu weiter aus:

Einer von ihnen, Elliott Abrams, der den versuchten venezolanischen Staatsstreich abnickte, wurde wegen Falschaussage vor dem Kongress zur berüchtigten Iran-Contra-Affäre verurteilt.

Und eben jener Abrams, der bereits beim Putsch 2002 eine zentrale Rolle spielte und im Rahmen der Iran-Contra-Affäre in den 1980ern am Sturz der linksgerichteten sandinistischen Regierung in Nicaragua arbeitete, wurde am Freitag von US-Außenminister Mike Pompeo zum US-Sonderbeauftragten für Venezuela ernannt. Tags zuvor hatte Pompeo das venezolanische Militär dazu aufgefordert, sich auf die Seite von Guaidó zu stellen.

Guaidó nimmt Citgo ins Visier

Dieses Mal heißt die aus dem Amt zu befördernde Zielperson nicht Hugo Chávez, sondern dessen Nachfolger Nicolás Maduro soll den Präsidentenstuhl räumen. Unverändert geblieben ist hingegen das US-Interesse, sich des venezolanischen Ölsektors zu bemächtigen. Der Nationale Sicherheitsberater der USA sprach das Ende vergangener Woche in einem Fernsehinterview offen aus. Gegenüber Fox Business sagte John Bolton:

Es würde schon einen Unterschied machen, wenn wir amerikanische Unternehmen das Öl in Venezuela produzieren lassen könnten. Es wäre gut für Venezuela und das Volk der Vereinigten Staaten.

Bolton hatte vergangene Woche zusammen mit US-Vizepräsident Mike Pence den Putsch auf diplomatischer Ebene vorbereitet und flankiert. Erst nachdem Washington seine Unterstützung zugesagt hatte, ernannte sich der rechtsgerichtete Juan Guaidó zum "Interimspräsidenten" Venezuelas – und wurde prompt von den USA als solcher anerkannt.

Mehr zum Thema - Deutschland erwägt Anerkennung von Guaidó als Venezuelas Präsident

Im Einklang mit den Interessen seiner nordamerikanischen Förderer macht sich Guaidó nun an die Privatisierung des Ölsektors. In einer ersten Maßnahme will er laut einem Bericht von Bloomberg die Kontrolle über die Citgo Petroleum Corporation übernehmen und zu diesem Zweck deren Vorstand austauschen.

Die in den USA ansässige Firma raffiniert, transportiert und vermarktet Ölprodukte und befindet sich mehrheitlich im Besitz von Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA). Diese ist die größte Erdölgesellschaft Venezuelas und befindet sich im staatlichen Besitz. Guaidó, der die Arbeit seiner "Interimsregierung" mit IWF-Krediten finanzieren will, möchte auch den derzeitigen PDVSA-Chef absetzen.

Citgo kommt bei der Finanzierung des venezolanischen Staatshaushaltes eine entscheidende Rolle zu. So dienen etwa die daran gehaltenen Anteile der PDVSA als Sicherheit bei der Aufnahme von Krediten. Von Citgo erzielte Gewinne dürfen jedoch laut den im August 2017 in Kraft getretenen US-Sanktionen nicht mehr nach Venezuela abgeführt werden.

Die USA konzentrierten sich nun darauf, "das illegitime Maduro-Regime" von seinen Einnahmequellen zu trennen und diese Ressourcen an Guaidó weiterzuleiten, so Bolton letzte Woche. Als größter Abnehmer venezolanischen Erdöls bleibt Citgo für die Refinanzierung des venezolanischen Staatshaushalts trotz der sanktionsbedingten Einschränkungen weiterhin extrem wichtig, weshalb Guaidó nun an den "Kronjuwelen der PDVSA" (Bloomberg) Hand anlegen will.  

In ihren drei US-Raffinerien kann Citgo täglich eine Menge von rund 750.000 Barrel Öl verarbeiten. Die Anlage in Lake Charles in Louisiana ist die größte Raffinerie der PDVSA außerhalb Venezuelas. Am Freitag kündigte der gewählte Präsident Maduro an, Citgo gegen Guaidós Übernahmeversuche zu verteidigen. Als Eigentümer könne nur die PDVSA die Angelegenheiten von Citgo bestimmen.

Es ist Eigentum des venezolanischen Volkes und wir werden es verteidigen", sagte Maduro auf einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast von Miraflores. 

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