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Bolivien: Polizei verschießt massiv Tränengas auf Trauerzug mit Särgen von getöteten Demonstranten

Bolivien: Polizei verschießt massiv Tränengas auf Trauerzug mit Särgen von getöteten Demonstranten
Nachdem Sicherheitskräfte in Bolivien bereits Dutzende Demonstranten getötet haben, wurde auch eine Trauerprozession zum Ziel. Derweil fordert Morales die Gründung einer Wahrheitskommission, um den angeblichen Wahlbetrug zu überprüfen, mit dem der Putsch gerechtfertigt wird.

Die Proteste gegen den Putsch und die nicht gewählte Regierung in Bolivien halten an, trotz der Brutalität der Sicherheitskräfte. Auch auf Trauernde, die friedlich der zuvor bei den Protesten ums Leben Gekommenen gedachten, feuerten sie Tränengas. 

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In einer Trauerprozession für die am Dienstag getöteten Menschen marschierten Angehörige und andere Trauernde etwa 15 Kilometer von El Alto zum Regierungssitz in La Paz. Der Trauermarsch traf auf eine Polizeischranke, als er sich dem Präsidentenpalast näherte, was einige Demonstranten dazu veranlasste, "Mörder" zu skandieren, während andere mit Gegenständen warfen, wie RT en Español berichtete. Selbst jene, die die Särge mit den Leichen trugen, wurden keineswegs verschont. Sie waren gezwungen, die Prozession zu unterbrechen und die Särge abzustellen.

Viele in der panischen Menge versuchten, dem Tränengas zu entkommen, indem sie sich in Türen in Seitenstraßen kauerten. Aber die Polizei, die mit Motorrädern unterwegs war, verfolgte sie und feuerte noch mehr Tränengas ab, um die Demonstranten zu vertreiben.

Sie wollen uns töten, und sie haben die Freiheit, zu töten, es gibt einen Befehl für sie, uns zu töten", sagte Ana Méndez, 55, der Nachrichtenagentur AFP. "Deshalb haben sie uns in El Alto getötet, und jetzt werden sie uns hier töten."

Acht Menschen waren am Dienstag vor der Treibstofffabrik Senkata in El Alto getötet worden, als Polizei und Militär auf Morales-Anhänger gefeuert hatten.

Senatspräsidentin Eva Copa, Mitglied der Partei Movimiento al Socialismo (MAS) von Ex-Präsident Evo Morales, forderte die Streitkräfte und die Polizei auf, "unsere Toten in Frieden ruhen zu lassen. (...) Es ist nicht fair, dass sie diese Art von Gas auf Menschen, die Särge tragen, abfeuern".

Morales kommentierte das Vorgehen und die Respektlosigkeit gegenüber den Toten in einem Tweet:

Die De-facto-Regierung von Áñez respektiert weder die Toten in ihren Särgen, noch vergibt sie ihren Verwandten, Frauen und Kindern, die friedlich für die Achtung des Lebens und der Demokratie marschierten.

Seit der bolivianische Präsident am 10. November gezwungen wurde, seinen Posten zu verlassen, halten die Proteste gegen seinen Sturz und gegen die "Interimsregierung" von Jeanine Áñez an, die die Macht ohne demokratische Legitimation übernommen hatte. Bisher sind 29 Menschen getötet worden.Als Reaktion auf die Tötungen der Zivilisten kündigte Áñez an, dass das Militär von jeglicher Art strafrechtlicher Verantwortung befreit ist, wenn es in einer Weise handelt, die sie als "legitime Verteidigung oder Notstandszustand" bezeichnete.

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Die Wahlen im Oktober waren Auslöser der Proteste gegen Präsident Evo Morales. Die Opposition sprach von Fälschung, die OAS empfahl Neuwahlen. Morales kam dieser Empfehlung nach, doch kurz nachdem er Neuwahlen angekündigt hatte, wurde er vom Militär zum Rücktritt gedrängt. Morales floh anschließend nach Mexiko, wo er politisches Asyl erhielt. Seither gehen Bolivianer auf die Straßen, was die neue Regierung mit massiver Gewalt zu verhindern versucht. Menschenrechtsorganisationen haben die unverhältnismäßige Gewalt gegenüber Demonstranten kritisiert, und auch in anderen Länder demonstrieren Menschen für die Rechte der Bolivianer. In einem Interview hat Morales die UNO aufgefordert, einzugreifen und den Putsch und das anschließende Massaker an indigenen Bolivianern durch die Polizei anzuprangern. 

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, gab Mitte November eine Erklärung heraus, in der sie sagte, dass die jüngsten Vorfälle wohl auf den "unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt durch Armee und Polizei" zurückzuführen seien. Zudem erklärte sie, dass "in einer solchen Situation repressive Maßnahmen der Behörden diese Wut einfach noch weiter schüren und wahrscheinlich jeden möglichen Weg zum Dialog gefährden werden".

Per Twitter schlug Morales vor, eine Wahrheitskommission bestehend aus internationalen Mitgliedern zu gründen, die überprüfen solle, ob es Betrug gegeben hat. Außerdem betonte er, dass zwei technische Berichte von seriösen und renommierten Institutionen untermauern, dass er in der ersten Runde gewonnen hat.

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