Neun Tote bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in Bolivien
Infolge der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des zurückgetretenen Präsidenten Evo Morales sind in Bolivien bisher neun Menschen getötet worden. Zuvor wurde von bislang fünf erschossenen Demonstranten berichtet. Der Ombudsmann der Stadt Cochabamba, Nelson Cox, teilte am Samstag mit, dass weitere 115 Menschen verletzt worden seien, als Polizisten und Militärs am Freitag Coca-Bauern auf der Huayllani-Brücke in der Ortschaft Sacaba den Weg nach Cochabamba versperrt hätten. Die Anhänger von Evo Morales hatten versucht, über Cochabamba zum Regierungssitz in La Paz zu ziehen, um gegen die Übergangspräsidentin Jeanine Áñez zu protestieren. Nelson Cox machte die Sicherheitskräfte für den Tod der Protestierenden verantwortlich. Sie seien erschossen worden.
Die Vereinten Nationen warnten inzwischen, die Lage in dem Andenland könne außer Kontrolle geraten. Die UN-Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, kritisierte in einer Mitteilung am Samstag die Polizei und das Militär des südamerikanischen Landes für ihr Vorgehen in den vergangenen Tagen:
Während die früheren Todesfälle meist das Ergebnis gewalttätiger Konfrontationen zwischen rivalisierenden Demonstranten waren, scheinen die jüngeren Fälle das Ergebnis unnötiger oder unangemessener Gewalt von Polizei und Militär zu sein.
Die frühere chilenische Präsidentin erklärte weiter, das Land sei gespalten und die Menschen auf beiden Seiten seien sehr aufgebracht.
In einer solchen Situation werden repressive Maßnahmen der Autoritäten diese Wut nur weiter schüren und damit jede Möglichkeit für einen Dialog aufs Spiel setzen", warnte Michelle Bachelet.
Der neue bolivianische Innenminister Arturo Murillo dagegen behauptet, die Schüsse seien aus den Reihen der Anhänger von Morales gefallen. Die Sicherheitskräfte hätten den Befehl gehabt, nicht auf die Demonstranten zu schießen.
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Boliviens Staatschef Evo Morales war vor einer Woche unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten, nachdem Beobachter ihm Wahlbetrug bei der Abstimmung vom 20. Oktober vorgeworfen hatten. Am Dienstag war er wegen Aussetzung eines Kopfgeldes nach Mexiko geflohen. Bisher starben bei den Unruhen im Andenland mindestens 19 Menschen. (dpa / RT Deutsch)
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