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Teheran: Den USA ist es nicht gelungen, die iranischen Ölexporte zu stoppen

Teheran: Den USA ist es nicht gelungen, die iranischen Ölexporte zu stoppen
Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat am Montag erklärt, dass sein Land weiterhin Öl exportieren werde, trotz der neuen US-Sanktionen. Die bezeichnete er als "psychologischen Krieg, der zum Scheitern verurteilt ist". Doch werden sie wirklich scheitern?

Das staatliche iranische Fernsehen hat am Montag eine Botschaft des Präsidenten der Islamischen Republik, Hassan Rouhani, ausgestrahlt. In seinem TV-Auftritt verkündete das Staatsoberhaupt:

Der unter maltesischer Flagge stehende iranische Rohölsupertanker

Wir werden diesem Druck, der Teil des psychologischen Krieges gegen den Iran ist, nicht nachgeben. […] Sie haben es nicht geschafft, unsere Ölexporte zu stoppen. Wir werden es weiter exportieren. [...] Eure Regionalpolitik ist gescheitert, und ihr beschuldigt den Iran für dieses Versagen von Afghanistan bis zum Jemen und Syrien.

Rouhani wies außerdem darauf hin, dass es den USA an internationaler Unterstützung für ihre Sanktionen gegen den Iran mangele. Er erklärte:

Amerika ist jetzt isoliert. Der Iran wird von vielen Ländern unterstützt. Mit Ausnahme des zionistischen Regimes [Israel] und einiger Länder in der Region unterstützt kein anderes Land Amerikas Druck auf den Iran.

Obwohl Rouhani damit Recht hat, dass andere Länder keine neuen US-Sanktionen gegen sein Land unterstützten, so geht er jedoch nicht auf die Unterstützung seitens der EU ein, die in den ersten Tagen nach der Ankündigung drohender Sanktionen durch US-Präsident Trump im Mai am stärksten war und an Schwung verlor, weil Teheran mehr verlangte, als die EU - sei es als Ganzes oder durch Mitgliedsstaaten - dem Iran geben konnte.

Im vergangenen Monat wurden die Beziehungen des Iran zu den meisten EU-Mitgliedern beschädigt, als die dänischen Behörden iranische Agenten beschuldigten, die Ermordung einer iranisch-arabischen Oppositionsfigur auf dänischem Boden geplant zu haben. Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen gab in einer Erklärung bekannt:

Ein iranischer Geheimdienst hat ein Attentat auf dänischem Boden geplant. Das ist völlig inakzeptabel. Tatsächlich ist das Gewicht dieser Materie schwer zu ermessen. Das wurde dem iranischen Botschafter heute in Kopenhagen deutlich gemacht.

Drei Staaten werden Ölmarkt überfluten

Der Hauptgrund dafür, dass der Iran immer noch einen Großteil seines Öls exportiert, wird den USA zugeschrieben, die acht Importeuren eine Ausnahmeregelung für die Einfuhr von iranischem Rohöl einräumten, um den globalen Ölmärkten einen so genannten Anpassungszeitraum zu ermöglichen.

Der iranische Präsident Hassan Rohani bei einer Pressekonferenz in Teheran, Iran, 17. Juni 2018.

Angesichts des anhaltenden Handelskrieges zwischen Washington und Peking, der das Wirtschaftswachstum nicht nur in China, sondern weltweit und insbesondere in den Schwellenländern beeinträchtigt, und eingedenk der Öffnung der USA für eigene Ölförderung sind die Märkte jedoch nicht mehr zwingend auf iranisches Öl angewiesen, das infolge der Sanktionen verloren gehen kann.

Laut den Daten der US-Regierung wird in den USA nun das beipiellose Volumen von 11,6 Millionen Barrel Öl pro Tag (bpd) gefördert, wobei diese Menge in Zukunft voraussichtlich sogar ansteigen wird. Das sind heute also zwei Millionen bpd mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 400.000 bpd mehr als noch eine Woche zuvor. Unterdessen prognostiziert die US Energy Information Administration (EIA), dass die US-Produktion im nächsten Jahr auf durchschnittlich 12,1 Millionen bpd steigen könnte.

Die russische Ölförderung nimmt ebenfalls zu, was für Unbehagen bei der OPEC und den saudischen Energieplanern sorgt. Diese müssen nämlich gerade mit ansehen, wie ihnen die Beherrschung des Ölmarktes immer weiter aus den Händen gleitet, da die russischen und US-amerikanischen Unternehmen die Ölproduktion weiter steigern. Im Oktober produzierte Russland 11,4 Millionen Barrel.

Aber selbst die saudi-arabische Produktion legte in jüngster Zeit zu. Im Oktober teilte das Königreich mit, dass seine Ölproduktion einen Rekord von 10,7 Millionen bpd erreichte, um den Verlust iranischer Barrel auszugleichen.

Es scheint nun, dass eine von Saudi-Arabien geführte OPEC versuchen wird, auf Kürzungen der Ölförderung zwischen einer Million und 1,4 Millionen bpd zu drängen, um einem näherrückenden Überangebot mit einem dementsprechenden Preisverfall zu vorzubeugen.

Russland schwankt gegenüber Output-Deal

Es gibt jedoch auch Anzeichen dafür, dass Moskau diesmal nicht an einer weiteren Abmachung mit der OPEC über eine Produktionskürzung interessiert sein könnte. Denn die könnte jener Übereinkunft ähneln, die Anfang 2017 inszeniert wurde, um die damals hohen Öllagerbestände abzubauen und die Preise wieder anzukurbeln. Damals fielen die Preise zuvor von über 100 US-Dollar pro Barrel Mitte 2014 auf unter 30 US-Dollar pro Barrel im Januar 2016.

Der saudische Energieminister Khalid al-Falih und der russische Energieminister Alexander Nowak während der Energiewoche in Moskau, Russland, 4. Oktober 2018.

Am Donnerstag teilte Reuters unter Berufung auf interne Quellen mit, dass Russland sich vorerst aus allen Kürzungen bei der Ölförderung heraushalten wolle, die von einigen seiner Partner in einem von der OPEC geführten Versorgungspakt angekündigt wurden. Der russische Energieminister Alexander Nowak trug am Montag zur weiteren Verunsicherung über die Position Russlands in dieser Frage bei, als er sagte, dass Russland – das kein OPEC-Mitglied ist – plane, ein Partnerschaftsabkommen mit der Gruppe zu unterzeichnen, und dass Einzelheiten auf dem OPEC-Treffen am 6. Dezember in Wien erörtert werden sollen.

Doch selbst wenn die OPEC und Russland die Produktion gemeinsam um eine Million bpd kürzen würden, könnte das eventuell immer noch nicht ausreichen, um so das globale Angebot auf lange Sicht zu verringern, wenn nämlich die US-Produktion im nächsten Jahr im Durchschnitt auf 12,1 Millionen bpd ansteigt, weil die Nachfrage nach Öl weiter steigt. Insbesondere in den Schwellenländern, die durch exorbitante Ölpreise und einen robusten US-Dollar, der die Ölpreise in die Höhe treibt, beeinträchtigt werden, kommt die Frage auf, ob Rouhanis Behauptung, die US-Sanktionen seien "zum Scheitern verurteilt", den Tatsachen entspricht.

Die Sanktionen haben die iranische Wirtschaft bereits in eine verzwickte Lage gebracht sowie die iranische Währung weitgehend abgewertet. Das hatten die USA schon vor langer Zeit so geplant, als sie beschlossen, ihre neuerlichen Sanktionen zu verhängen. Darüber hinaus werden die globalen Ölmärkte ebenfalls in der Lage sein, mit dem Verlust des iranischen Öls zu leben, oder sie könnten sogar gedeihen.

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