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"Gefangene von Donald Trump": Reporter-Urgestein verlässt NBC

"Gefangene von Donald Trump": Reporter-Urgestein verlässt NBC
Ein mit Süßigkeiten gefülltes NBC-Logo im Rockefeller Center in New York, 30. April 2013.
Krieg ist nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalszustand der US-amerikanischen Medien. Darin haben sie sich dem tiefen Staat angepasst. Dies meint William Arkin, der nach 30 Jahren Reporterkarriere den Sender NBC verlässt. Sein Abschiedsbrief rechnet ab.

William Arkin verabschiedet sich nach 30 Jahren mit einem langen Brief von seinen Haussender NBC. Aus ihm spricht Anerkennung für die Kollegen, aber auch Frust und Verwirrung über den Weg, den Medien und Regierung in den USA seit einigen Jahren eingeschlagen haben.

Unter den US-finanzierten Mudschaheddin, die die Sowjets in Afghanistan bekämpften, war auch Osama bin Laden. Noch 1993 wurde er vom

Von Haus aus Informationsoffizier der US Army, kam Arkin in den letzten Tagen des Kalten Krieges zu NBC. Seinen ersten Auftritt hatte er während des Kosovokriegs 1999. Schon immer war Arkin ein Unbequemer, ein Querkopf und Intellektueller, der von seinen Ansichten zutiefst überzeugt war. Lange vor allen anderen sah er die Wichtigkeit der Luftüberlegenheit und des Drohneneinsatzes, vor allen anderen ahnte er den Einmarsch in den Irak. Er warnte vor allen anderen, dass die USA keine langfristige Strategie hätten und sollte Recht behalten.

Sein Abgang hat vielleicht weniger damit zu tun, dass die USA Kriege führen, sondern mehr damit, wie sie geführt werden und wie darüber berichtet wird. Die Welt, wie sie von US-amerikanischen Generälen und Sicherheitsberatern geformt wird, stellt einen absurden Zustand dar: "Obwohl die Generäle und Chefs der nationalen Sicherheitsdienste nichts produzieren, was tatsächlichem Schutz und Sicherheit entspricht, dürfen sie ihr Ding unbehelligt durchziehen."

Tatsächlich sind sie die Wächter und die Architekten der ewigen Kriegsführung.

"Es gibt kein Land im Nahen Osten, das heute sicherer ist als vor 18 Jahren. Tatsächlich wird die Welt immer polarisierter und gefährlicher."

Der zweite Kritikpunkt trifft seinen Sender, und nicht nur ihn: "Alles, was ich in diesem Schreiben [...] gesagt habe, gilt für alle Mainstream-Sender, gilt auch für CNN und Fox. Also, ich werde NBC nicht wirklich herausgreifen. Ich war nur am besten damit vertraut."

Die zunehmende Doppelrolle von Journalist und Kommentator bereitet Arkin Bauchschmerzen. Berichterstattung verflache zunehmend und sei nicht mehr fähig, die tiefere Wahrheit zu erkennen, nämlich dass die USA in neun Ländern gleichzeitig Krieg führen.

"Ich finde es schockierend, dass wir im Wesentlichen das anhaltende amerikanische Durcheinander im Nahen Osten und jetzt in Afrika durch unsere Hurra-Berichterstattung dulden."

Trump ein arroganter und kompetenter Schwindler

Besonders augenfällig ist die Kriegslust der Medien bei Trump, wobei Arkin keinen Hehl aus seiner Abneigung für den Präsidenten macht:

"Natürlich ist er ein ignoranter und inkompetenter Schwindler. Und doch bin ich beunruhigt, wie schnell NBC bereit ist, mechanisch das Gegenteil zu fordern, um für eine Politik zu sein, die nur mehr Konflikt und mehr Krieg bedeutet. Wirklich? Wir sollten Syrien nicht verlassen? Wir sollten uns nicht für den mutigen Schritt der Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel entscheiden? Selbst in Bezug auf Russland, wollen wir wirklich den Kalten Krieg?"

Das liegt teilweise auch an den Sendern. Die Experten und Kommentatoren von früher waren Privatmenschen, Gelehrte, Bürger. Immer öfter werden stattdessen Militärs und Ex-Verwaltungsbeamte eingeladen. Da ist es kein Wunder, dass die Kanäle zunehmend "kriegerischer" werden.

Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan kassierte bei NBC News als "Senior National Security and Intelligence Analyst" und servierte dort seine Expertenmeinungen. NBC hat den ehemaligen Direktor des National Intelligence, James Clapper, und den ehemaligen CIA-Direktor Michael Hayden in ähnlicher Funktion beschäftigt.

Ein weiteres Problem liegt in der Aufbereitung der Nachrichten und in der Entscheidung, was eine Nachricht ist. Darin habe sich die Medienlandschaft einem Zeitgeist angepasst, der auf schnelle News setzt und nicht auf fundierte Recherche.

In unserem täglichen Wirbelsturm und Geiselstatus als Gefangene von Donald Trump denke ich, wie alle anderen auch, dass wir so viel verpassen.

"Für mich ist die Krise, dass wir einen dauerhaften Krieg aufgrund unseres Mangels an Berichterstattung und Untersuchung dulden. Und dann füllen wir den Äther oder die Zeitungen mit Geschichten über das Unmittelbare und geben den tieferen Untersuchungen darüber, was wirklich ist, nicht genügend Raum. "

Wie wird die Welt nach Trump aussehen? "Und ich bin sicher, dass, wenn Trump die Bühne verlässt, die Gesellschaft einen gigantischen Medienkater haben wird. NBC – und allen anderen – stehen also Herausforderung und Chancen bevor. Ich würde besonders gerne mehr darüber nachdenken und schreiben." Gut möglich, dass Arkins Prognose eintritt.

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