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"Kampf dem Terrorismus": Trump verteidigt Sowjet-Intervention in Afghanistan – Mainstream flippt aus

"Kampf dem Terrorismus": Trump verteidigt Sowjet-Intervention in Afghanistan – Mainstream flippt aus
Unter den US-finanzierten Mudschaheddin, die die Sowjets in Afghanistan bekämpften, war auch Osama bin Laden. Noch 1993 wurde er vom "Independent" als "Kämpfer für den Frieden" vorgestellt. ©Reddit / Screenshot
US-Präsident Trump ist immer für eine Überraschung gut. So auch bei einem Pressebriefing im Weißen Haus am 2. Januar. In diesem bezeichnete er die sowjetische Intervention in Afghanistan als richtig, da "Terroristen nach Russland kamen". Seitdem hyperventiliert der US-Mainstream.

Trump erläuterte nach der Kabinettssitzung gegenüber Journalisten, dass Russland, Indien und Pakistan sich in Nachbarschaft zu Afghanistan befänden und daher selbst den Terrorismus bekämpfen sollten, anstatt dies von den USA zu erwarten. Im Anschluss an diese Darlegung bot der US-Präsident eine spontane Geschichtsstunde à la Trump an:

Russland war früher die Sowjetunion. Aber Afghanistan hat es zu Russland gemacht, weil sie in Afghanistan bankrott gegangen sind. Der Grund, warum Russland in Afghanistan war, war, dass Terroristen nach Russland gingen. Sie hatten das Recht, dort zu sein. Das Problem ist, es war ein harter Kampf. Und sie [die Sowjetunion] ging buchstäblich daran bankrott.

Trumps scheinbare Unterstützung der sowjetischen Intervention in Afghanistan und die im Umkehrschluss implizite Kritik an der damaligen US-Unterstützung für die islamischen Mudschaheddin und die Taliban war zu viel für den medialen Mainstream. Fast alle bekannten Medienvertreter hyperventilierten geradezu vor Empörung ob Trumps Aussagen.  

David Frum, leitender Redakteur des Atlantic,reagierte umgehend mit den mittlerweile üblichen Verdächtigungen:

Es scheint unmöglich zu sein, aber es ist wahr: Präsident Trump hat gerade die sowjetische Invasion in Afghanistan im Jahr 1979 gebilligt. Für wen arbeitet er?

USA-Today-Redakteur Michael Medved sah gar die "Werte" von Carter, Reagan und Bush in den Dreck gezogen:

In seinem weitläufigen WH-Diskurs sagte @POTUS gerade über #Afghanistan, dass "die Russen das Recht hatten, dort zu sein" – und suggerierte, dass sie hinter Terroristen her waren, statt ihr #EvilEmpire voranzutreiben. Dies widerspricht nicht nur den Annahmen von Reagan & Bush, sondern sogar von Carter.

Exemplarisch für die völlig überdrehten Reaktionen steht wohl der Tweet des NBC-Reporters Benjy Sarlin, der Trumps-Aussage kritisierte und als "Gegenargument" auf den Abspann des US-Actionfilms "Rambo III" verwies, der den "tapferen Mudschaheddin-Kämpfern Afghanistans" gewidmet ist.

Die gegen Trump vorgetragene Kritik ist allerdings von einer enormen Heuchelei und/oder Geschichtsvergessenheit geprägt. Denn die USA haben mittlerweile offen zugegeben, dass sie die Mudschahedin (zu Deutsch etwa: "Kämpfer im Dschihad") bereits vor der sowjetischen Intervention im Dezember 1979 gegen die säkulare Regierung Afghanistans gesponsert hatten. Es war just der "wertegeleitete" US-Präsident Jimmy Carter, der auf Anraten seines nationalen Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński im Juli 1979 die Richtlinie zur Unterstützung der Mudschaheddin unterzeichnet hatte.

Der ehemalige Berater für Nationale Sicherheit Zbigniew Brzezinski bei seiner Ankunft in einer Anhörung des Auswärtigen Ausschusses im Senat, Washington, 1. Februar 2007.

Explizites Ziel der Unterstützung sei es gewesen, eine sowjetische Intervention auszulösen, erklärte Brzeziński 1998 der französischen Zeitschrift Le Nouvel Observateur in aller Offenheit. Als sowjetische Truppen die Grenze überschritten, erklärte Brzeziński, er habe Carter umgehend geschrieben, dass die USA "nun die Gelegenheit haben, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu bescheren".

"Tatsächlich musste Moskau fast zehn Jahre lang einen Krieg führen, der für das Regime unhaltbar war, einen Konflikt, der die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des Sowjetreichs mit sich brachte", so Brzeziński weiter im Interview.

Gefragt, ob er im Nachhinein die Folgen bereue, wie etwa die Machtübernahme der Taliban sowie 9/11, antwortete der US-Sicherheitsberater:

Was bereuen? Diese geheime Operation war eine ausgezeichnete Idee. Was ist wichtiger in der Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zusammenbruch des Sowjetimperiums? Einige aufgeregte Muslime oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?

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