Ron Paul: Assad hat keinen Grund für Giftgasangriff, US-Interventionsbefürworter schon

Ron Paul: Assad hat keinen Grund für Giftgasangriff, US-Interventionsbefürworter schon
Der syrische Präsident Baschar al-Assad bei Kämpfern der syrischen Armee in Ost-Ghuta, 18. März 2018.
Washington und die US-Medien scheinen keine Zweifel an der Schuld der syrischen Regierung an dem angeblichen Giftgas-Vorfall in Duma zu haben. Doch die weitaus solideren Motive haben diejenigen, die wollen, dass Amerika in Syrien bleibt, meint Ron Paul.

Die Behauptung der Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, dass Washington "zuversichtlich" sei, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad für den angeblichen chemischen Angriff auf den Vorort Duma in Damaskus verantwortlich sei, hält einer Prüfung nicht stand, erläutert Ron Paul, langjähriger Kongressabgeordneter, ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat sowie Gründer des Ron Paul Institute for Peace and Prosperity, gegenüber RT.

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"Ich weiß nicht, wovon sie überzeugt sind. Sie sind zuversichtlich, dass sie mit ihren Lügen durchkommen und die Leute es glauben werden", so Paul weiter und betont:

Die US-amerikanischen Mainstream-Medien scheinen auch keine Fakten zu brauchen, um die Behauptungen des Weißen Hauses zu untermauern. Die meiste Zeit, wenn ein Verbrechen in diesem Land begangen wird, sagen die Medien, wenn sie sich nicht sicher sind, vorsichtig: 'Angeblich...' - aber unter diesen Umständen im syrischen Kontext tun sie das nie, und dabei haben sie de facto überhaupt keine verifizierbaren Informationen.

US-Soldaten auf einer Patrouille in der syrischen Ortschaft Al-Kherbeh nördlich von Aleppo. Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul bezeichnet die Anwesenheit der US-Kräfte als einen

Während es kaum Fragen in den US-Medien darüber gibt, wer für den angeblichen Vorfall verantwortlich ist, argumentiert der ehemalige Kongressabgeordnete, dass Assad die letzte Person sei, die er verdächtigt:

Ich sehe keinen Grund, warum Assad das tun würde, es gibt keinen Grund für Russland, das zu tun. Im Gegensatz zu Russland und Syrien haben jedoch die Kräfte, die die USA in Syrien halten wollen, ein klares Motiv.

"Es gibt so viele, die Ärger machen wollen, und die Leute, die wollen, dass wir dort bleiben", so Paul weiter und argumentiert, dass Trumps jüngstes Versprechen, Syrien "sehr bald" zu verlassen, die Falken in der US-Regierung zum Handeln veranlasst haben könnte:

Ich denke, die Politiker hier wollten nicht, dass wir gehen, und jemand tut es für sie. Diese ganze Idee, dass Assad plötzlich seine eigenen Leute vergast, ist totaler Unsinn.

In Bezug auf mögliche Motive der USA, sich in Syrien festzusetzen, erklärt der US-Politiker, dass eines der primären Ziele der USA darin besteht, den Iran einzudämmen. Zudem verweist der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat auf einen seiner Meinung nach weiteren zentralen Punkt:

Und dann gibt es die Neokonservativen in diesem Land, die ihre Agenda haben - ewiger Krieg um ewiger Profite willen - und den Komplex der Militärindustrie. Und sie alle kommen zusammen und dann muss man nur noch Erdöl mit ins Spiel bringen...

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Gefragt zu Trumps außenpolitischer Strategie sagte Paul, dass nicht die oft widersprüchlichen Äußerungen des US-Präsidenten das Relevante seien, sondern seine Personalentscheidungen und die würden eine deutliche Sprache sprechen:

Plötzlich regieren Neocons die Show. Das ist es, was wirklich zählt. Und jetzt haben wir mit John Bolton einen Außenminister, der wie kaum ein anderer damals den Angriffskrieg gegen den Irak predigte.

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