Syrische Rebellen in Ost-Ghuta nehmen Zivilisten als Geiseln und planen "chemische Provokationen"

Syrische Rebellen in Ost-Ghuta nehmen Zivilisten als Geiseln und planen "chemische Provokationen"
Rebellen in Ost-Ghuta, die weiterhin Zivilisten als Geiseln halten und Damaskus unter Verletzung einer humanitären Feuerpause bombardieren, könnten einen provokativen chemischen Angriff durchführen, warnte das Russische Zentrum für Versöhnung in Syrien.

Die Führer der militanten Einheiten, die den Vorort Ost-Ghuta von Damaskus kontrollieren, könnten "eine Provokation vorbereiten, die den Einsatz chemischer Waffen beinhaltet", sagte Generalmajor Jurij Jewtuschenko in einem Briefing am Sonntag unter Berufung auf Informationen, die das Russische Zentrum für Aussöhnung in Syrien erhalten hat.

Nur wenige Stunden nach der Warnung tauchten Berichte auf, wonach mehrere Menschen in Ost-Ghuta unter Symptomen litten, die typischerweise mit einer Chlorgas-Freisetzung einhergehen. Die Anschuldigungen wurden durch Bilder der so genannten Weißhelme unterstützt. Diese Organisation ist für ihre einzigartige Fähigkeit bekannt, am richtigen Ort zur rechten Zeit zu erscheinen, um ziviles Leid zu filmen, das später einseitig den syrischen Regierungstruppen angeheftet wird. Für ihre Arbeit wurde die umstrittene britische NGO, auch bekannt als "Syrischer Zivilschutz", sogar mit einem Hollywood-Oscar ausgezeichnet, obwohl der Organisation Verbindungen zu Terroristen nachgesagt werden.

Der russische Botschafter bei der UNO, Vasily Nebenzyathe, während der Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen.

Terrorbanden missachten Feuerpause und hindern Zivilisten am Verlassen der Kampfzone

Die jüngsten Behauptungen über die angebliche Beteiligung von Damaskus an einem weiteren chemischen Angriff auf Zivilisten fallen mit der Verabschiedung einer Resolution des UN-Sicherheitsrates zusammen, mit der Syrien ein 30-tägiger Waffenstillstand auferlegt wurde, der nicht für Mitglieder des "Islamischen Staates" oder der al-Kaida-nahen al-Nusra-Front gilt. Nach langen und hitzigen Debatten bei den Vereinten Nationen, in denen Russland darauf bestand, den Text der Resolution zu ändern, damit Damaskus nicht als einzige Partei für die Gewalt verantwortlich gemacht wird, wurde die Resolution am Samstag einstimmig angenommen.

Allerdings haben die Militanten in Ost-Ghuta die humanitäre Pause völlig außer Acht gelassen, indem sie ihre Kommandostruktur vereinheitlicht haben, die lokale Bevölkerung weiterhin belästigen und Damaskus zu beschießen.

Die Situation verschlechtert sich weiter in Ost-Ghuta, wo Dschaisch al-Islam, Dschabhat al-Nusra, Ahrar al-Scham, Failak al-Rahman und die Fadschr al-Ummah Brigade ein einheitliches Koordinationszentrum eingerichtet haben", sagte Generalmajor Jewtuschenko.

Das russische Versöhnungszentrum stellte fest, dass die militanten Gruppen die Bereitstellung humanitärer Hilfe für Ost-Ghuta behindern und Zivilisten daran hindern, den Vorort zu verlassen, in dem sie im Grunde genommen Hunderte von Menschen, darunter Frauen und Kinder, als Geiseln halten.

Trotz der Äußerungen von Dschaisch Al-Islam über eine Aussöhnung setzt sich der Mörserbeschuss auf Damaskus aus Ost-Ghuta fort, das von den Formationen dieser Gruppe kontrolliert wird", sagte der russische Militärsprecher und bemerkte, dass in den letzten 24 Stunden mindestens 31 Granaten aus der Region in die Wohnviertel von Damaskus abgefeuert wurden.

Zusätzlich zu den weit verbreiteten Schäden, die diese Anschläge verursacht haben, wurden mindestens 13 Zivilisten und ein syrischer Soldat verletzt.

Die militanten Formationen versuchten auch, einen Autobombenanschlag in der Nähe der Stadt Qaboun, einem Vorort von Damaskus, durchzuführen. Der Versuch wurde jedoch von syrischen Streitkräften vereitelt. Nach Angaben des russischen Militärs kam das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug aus den Gebieten, die von Failak-Ar-Rahman- und al-Nusra-Kämpfern kontrolliert werden.

Westliche Länder ignorieren aggressives Vorgehen der Islamisten

Seit mehr als einer Woche führen die syrischen Regierungstruppen die Operation "Damaskus-Stahl" durch, um Ost-Ghuta von illegalen terroristischen Einheiten zu befreien, die die Einheimischen seit Jahren behelligen und die jegliche Initiativen zur Waffenabgabe und zum Verlassen des Gebiets beharrlich abgelehnt haben. Da die Spannungen in Ost-Ghuta trotz des vereinbarten Waffenstillstands weiterhin hoch sind, forderte das Russische Zentrum für Aussöhnung in Syrien die Konfliktparteien auf, "jegliche Kampfaktionen und bewaffneten Provokationen einzustellen".

Es ist nicht das erste Mal, dass Berichte über einen Chlorgasangriff aus der Enklave am Rande der syrischen Hauptstadt aufgetaucht sind. Frühere Vorfälle dieser Art hatten sich demnach angeblich bereits im Januar ereignet, kurz bevor sich verschiedene Fraktionen Syriens zum Nationalkongress im russischen Sotschi versammelten. Der damalige US-Außenminister nutzte die Berichte, um Russland für alle Vorfälle im Zusammenhang mit chemischen Waffen in Syrien verantwortlich zu machen, unabhängig davon, wer sie tatsächlich durchgeführt hat. Das russische Außenministerium kritisierte die Unterstellungen als "massiven Propagandaangriff", der die Bemühungen um eine friedliche Lösung in Syrien untergraben sollte.

Die USA haben wiederholt davor gewarnt, dass sie direktere Luftangriffe gegen syrische Streitkräfte durchführen könnten, wenn im Land chemische Waffen eingesetzt werden. Im April vergangenen Jahres ordnete Präsident Donald Trump als Reaktion auf einen mutmaßlichen chemischen Angriff in Idlib, den die USA ohne jeglichen Beweis dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad anhängten, Tomahawk-Raketenangriffe auf die Luftwaffenbasis Schayrat an. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron versprach jüngst, Syrien "anzugreifen", falls sich herausstellen sollte, dass chemische Waffen gegen Zivilisten eingesetzt werden.

OPCW-Mechanismus hat sich als ineffektiv erwiesen

Auch Russland lenkte die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft wiederholt auf Vorfälle im Zusammenhang mit dem Einsatz chemischer Waffen in Syrien. Moskau forderte immer wieder unabhängige und unparteiische Untersuchungen. Im vergangenen Monat schlug Moskau erneut einen Mechanismus vor, um den bestehenden Joint Investigative Mechanism (JIM) der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu ersetzen, deren Mandat im November auslief. Zuvor hatte man UN-Untersuchungen im Rahmen von JIM in Syrien durchgeführt. Nach Angaben russischer Diplomaten ist es dieser Einrichtung nicht gelungen, objektive Berichte über chemische Angriffe zu erstellen, darunter auch über den Vorfall im April in Chan Scheichun. Stattdessen hat Moskau vorgeschlagen, einen objektiven Ermittlungsmechanismus einzurichten, um alle Behauptungen über chemische Angriffe in Syrien zu untersuchen, die auf tadellosen und unwiderlegbaren Daten basieren - und nicht nur auf Indizien und Berichten von Oppositionskräften.

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