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Internationale Forscher: Plastikflut in Gewässern wird steigen – auch durch Fracking in den USA

Internationale Forscher: Plastikflut in Gewässern wird steigen – auch durch Fracking in den USA
Kunststoffmüll belastet mittlerweile nahezu alle Gewässer. Millionen Tiere verenden daran elendig, während immer mehr Partikel auch in menschliche Körper gelangen. Forscher berechnen, was Gegenmaßnahmen bewirken könnten. Der Blick auf US-Fracking zeigt eher düstere Aussichten.

"Ich hätte gern eine Tüte." – "Die ist bereits im Fisch", lautet die sarkastische, aber leider nicht sehr realitätsferne Antwort einer Kassiererin in einem Comic. Wie haben die Menschen nur jemals ohne Kunststoffe leben können? Heutzutage scheint es auch hierzulande jedenfalls kaum möglich, ein Stück Obst ohne Plastikumhüllung einzukaufen. Fakt ist, dass sich das Problem in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren dramatisch verschärft hat. Die Vermüllung vor allem mit Kunststoffabfällen betrifft nahezu jedes Meeres- und Süßwasser-Ökosystem weltweit und ist mittlerweile eine planetarische Bedrohung.

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Bereits jetzt nehmen Menschen weltweit im Durchschnitt pro Woche fünf Gramm Mikroplastik zu sich – das ist in etwa die Menge einer Kreditkarte. Mehr als eine Million Seevögel und Hunderttausende Meeressäuger und Schildkröten verenden jährlich oft auf grausame Art an dem Müll – vorrangig Plastik – in den Gewässern, während das Ökosystem Meer, von dem alle Lebewesen abhängen, als Ganzes bedroht ist.

Doch die Unmengen an Kunststoffresten in Flüssen, Seen und Ozeanen, die mitunter horrende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, werden in den kommenden zehn Jahren sogar weiter stark steigen, von rund 20 Millionen Tonnen im Jahr 2016 auf bis zu 53 Millionen Tonnen allein im Jahr 2030. Das ist das traurige Ergebnis des sogar eher zu optimistischen Zukunftsszenarios einer Berechnung, mit der ein internationales Forscherteam simulierte, wie viel Plastik aus 173 Nationen bis 2030 in die Gewässer gelangen wird.

Kenianische Arbeiter sortieren Plastikmüll für die Weiterverarbeitung in der Recyclingfabrik Mr. Green in Nairobi

Das Team um Stephanie B. Borrelle von der University of Toronto legte für die im Magazin Science publizierte Untersuchung der Auswirkungen von drei breit angelegten Bewirtschaftungsstrategien länderspezifische Zahlen zum Bevölkerungswachstum zugrunde. Außerdem berücksichtigt sie die pro Kopf produzierte Müllmenge, den Anteil an Plastik darin sowie den Prozentsatz nicht fachgerecht entsorgten Abfalls – aber auch unterschiedliche Maßnahmen zur Verhinderung der Vermüllung von Gewässern, durch die Reduzierung von Kunststoffabfällen, Abfallmanagement und Umweltsanierung.

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Selbst im optimistischsten, "ambitionierten" Szenario, wenn viele Länder gezielt und effektiv Plastikprodukte verbieten, einen hohen Anteil der Kunststoffe recyceln oder sicher entsorgen würden und mehr Plastikmüll aus der Umwelt wieder entfernen als heute, würde die Menge in den Gewässern tendenziell deutlich steigen. Dann würden immer noch zwischen 20 und 53 Millionen Tonnen in die Gewässer gelangen. Zu einem ähnlichen Ergebnis war ein anderes Wissenschaftlerteam bereits im Juli gekommen.

Im pessimistischsten Szenario – das den Trend der vergangenen Jahre fortschreibt – würden im Jahr 2030 zwischen 52 und ganzen 90 Millionen Tonnen jährlich in die Meere gelangen, das sind dann zwischen 2,5- und 4,5-mal so viel wie heute.

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Da die Bedrohung auch für die Menschheit durch dieses Problem mittlerweile global erkannt wurde, gibt es verschiedene Maßnahmen, mit denen die Plastikflut zumindest verringert werden soll, allerdings wurden deren Auswirkungen bisher wissenschaftlich kaum abgeschätzt.

Zoo in Krasnojarsk, Russland, 30. August 2013.

Laut den Wissenschaftlern sind außerordentliche Anstrengungen zur Umgestaltung der globalen Kunststoffwirtschaft erforderlich, um die jährlichen Plastikabfälle in den Gewässern auf ein geringeres Niveau zu senken.

Um die jährliche Menge auf die acht Millionen Tonnen pro Jahr von 2010 zu verringern, müsste die Industrie zwischen 25 und 40 Prozent weniger Plastik herstellen, mehr als die Hälfte des verwendeten Plastiks müsste recycelt und zudem müssten 40 Prozent des in die Umwelt gelangten Plastiks wieder entfernt werden.

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Die Studie nennt die düstere Prognose der Forscher bereits im Titel: "Vorhergesagtes Wachstum des Kunststoffabfalls übersteigt die Bemühungen zur Eindämmung der Kunststoffverschmutzung". Die eher pessimistische Aussicht der Ökologen gründet sich zum einen auf dem Mangel an transnationalen Regulierungen sowie auf der realen Bevölkerungsdynamik, andererseits auch auf dem Fracking-Boom in den USA: In die laut konservativen Stimmen und Verfechtern des Fracking-Booms zukunftsträchtige petrochemische Industrie der USA sollen mehr als 200 Milliarden US-Dollar investiert werden, womit den Ökologen zufolge auch dadurch die weltweite Produktion an Rohplastik noch einmal erheblich angekurbelt wird.

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