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Weltkinderkrebstag: Jedes Jahr erkranken rund 300.000 Kinder und Jugendliche an Krebs

Weltkinderkrebstag: Jedes Jahr erkranken rund 300.000 Kinder und Jugendliche an Krebs
Am 15. Februar ist Weltkinderkrebstag. Zwar können manche Krebsarten besser geheilt werden. Doch auch im Jahr 2019 werden weltweit zunehmende Fälle von Krebs bei Kindern verzeichnet. Es ist eine der häufigsten Todesursachen für Kinder und Jugendliche.

Am Freitag treffen sich 30 Staats- und Regierungschefs und etwa 90 Minister in München zum vermeintlich "wichtigsten sicherheitspolitischen Expertentreffen weltweit". Bei der Empfangsrede verteidigt Ministerin von der Leyen (CDU) weitere Erhöhungen der Rüstungsausgaben mit Verweis auf eine Bedrohung aus dem Osten.

Aber was, wenn der Feind nicht konstruiert ist und hinter einer territorialen oder ideologischen Grenze lauern soll, sondern nachweisbar und im eigenen Körper wuchert? Weltweit müssen jährlich um die 300.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren lernen, mit so einem realen, lebensbedrohlichen Feind umzugehen.

Zwar können Kinder in reicheren Ländern besser behandelt werden, doch verschont dieser Feind keine Nation. Verschiedene Studien zeigen, dass die Anzahl von Neuerkrankungen in Europa und den Vereinigten Staaten zunimmt.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 2.000 Kinder an Krebs, bei den unter 19-Jährigen sind es circa 2.100 Neudiagnosen pro Jahr. So wird etwa jedes 400. Neugeborene im Laufe der Kindheit an Krebs erkranken. Am häufigsten werden Leukämie (Blutkrebs), bösartige Tumore des Zentralnervensystems (ZNS), alsodes Gehirns und des Rückenmarks, sowie Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert.

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Diese Diagnose bedeutet für die Betroffenen zuerst Angst und Unklarheit, so beschreibt es die tapfere Kinderkrebspatientin Kathi in ihrem Blog:

Ich weiß trotzdem noch, dass der Moment, in dem wir im Fahrstuhl standen und nach oben in den 4. Stock zur Kinderonkologie fuhren, beängstigend war. Natürlich fragte ich mich, was jetzt alles kommen und passieren würde. Man hatte nur das Wort "Krebs" im Kopf, und alles, was ich wusste, war, dass es schrecklich werden würde, so hatte man es auf jeden Fall bisher mitbekommen, dass Krebs eine schlimme Krankheit war, bei der man ziemlich leidet. "

Und auch für das Umfeld, insbesondere für die Eltern, ist die Krankheit furchtbar, und das Leid wird unbeschreiblich, wenn keine Aussicht mehr auf Heilung besteht.

Das eigene Kind verlieren zu müssen, ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann", so der Leiter der Kinderkrebsstation der Medizinischen Hochschule Hannover, Professor Christian Kratz.

Zwar sind Krebserkrankungen bei Kindern relativ gesehen selten: Nur ein Prozent derer, die die Diagnose Krebs erhalten, sind Kinder, während zu 90 Prozent Erwachsene betroffen sind. Und doch ist Krebs die am häufigsten auftretende tödliche Krankheit bei Kindern und Jugendlichen.

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In der westlichen Welt liegt die Sterblichkeit durch Krebs für Kinder bei etwa 20 Prozent im Vergleich zu einer Rate von mindestens 80 Prozent in Entwicklungsländern. Jährlich sterben in Deutschland 420 Kinder an der Krankheit, das ist allein in der Medizinischen Hochschule Hannover ein Kind alle zwei bis drei Wochen.

Vergeblich protestierte dieser Demonstrant im November in Brüssel gegen die Verlängerung von Glyphosat.

Insbesondere bei kleineren Kindern unter 15 Jahren ist die Krankheit besonders bösartig, denn die Tumorzellen vervielfachen sich rasend schnell.

Oftmals heißt es, gegen Krebs müsse man sich durch gesunde Lebensweisen auch selbst schützen, Eltern seien daher Vorbilder für Kinder. Dabei sind die Ursachen der Erkrankung wie bei Erwachsenen weitgehend ungeklärt, was auch immer wieder zur Zurückweisung einzelner Risikofaktoren dient, wie beispielsweise bei Pestiziden, Kosmetikzusätzen, Kunststoffen, Waffentests und Luftschadstoffen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerierte sich im Vorfeld des Weltkrebstages als Präventionsexperte und gab ungefragt unsinnige Ratschläge für den "persönlichen Kampf gegen Krebs", als seien die Erkrankten selbst verantwortlich:

Nicht (mehr) rauchen, sich mehr bewegen, gesund ernähren und die Haut vor UV-Strahlung schützen (Sonnencreme)!

Entsprechend reagierten Angehörige und Betroffene, viele baten ihn, zu Themen, mit denen er sich nicht auskenne, besser zu schweigen.

Der Bundesminister entschuldigte sich mit einem weiteren Tweet, in dem er die Bedeutung von Prävention und Früherkennung hervorhob.

Derweil klafft in der Forschung eine Lücke zwischen den Behandlungsmöglichkeiten der wichtigsten Krebsarten bei Erwachsenen und der Entwicklung von Krebsmedikamenten für Kinder. Das neueste Medikament gegen Kinderkrebs in den Vereinigten Staaten wurde vor 30 Jahren entwickelt. Das bedeutet weiterhin, dass sich auch Kinder in westlichen Ländern Behandlungen unterziehen müssen, die sehr schmerzhaft und nicht immer erfolgreich sind oder bei Erfolgen schwere Langzeitfolgen haben können – wenn Hirntumore bestrahlt werden, kann dies beispielsweise kognitive Defizite nach sich ziehen. Zudem leiden die in dem Bereich wirklich fachkundigen – Ärzte, Forscher oder Pfleger – unter der Unterfinanzierung in der Versorgung, der Vorsorge und der Forschung.

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Vielleicht wäre es für einen Gesundheitspolitiker daher ratsam, etwas gegen die schwache Bilanz der Medikamentenentwicklung für pädiatrische Krebserkrankungen zu unternehmen, die Forschung generell zu unterstützen oder aber Pflegeberufe durch mehr als gut gemeinte Worte aufzuwerten, denn wie auch der Leiter der Hannoveraner Kinderkrebsstation, Dr. Kratz, betont:

Ohne Pflegepersonal können wir kein Kind heilen.

Immerhin: Vor 40 Jahren kam laut der Deutschen Krebshilfe die Diagnose Leukämie bei einem Kind noch einem Todesurteil gleich, während die Heilungsrate heute bei etwa 90 Prozent liegt und etwa vier von fünf der jungen Patienten ihre Erkrankung überleben.

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