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Spanische Regierung: Exhumierung Francos noch vor dem 25. Oktober

Spanische Regierung: Exhumierung Francos noch vor dem 25. Oktober
Die bisherige Grabstätte von Diktator Francisco Franco in der Basilika der Monumentalgedenkstätte "Tal der Gefallenen".
Die Vizepräsidentin der geschäftsführenden Regierung Spaniens, Carmen Calvo, hat die Exhumierung der sterblichen Überreste von Diktator Francisco Franco angekündigt. Sie sollten noch in diesem Monat aus dem "Tal der Gefallenen" in das Familiengrab überführt werden.

Die geschäftsführende spanische Regierung hat diesen Freitag die Genehmigung erteilt, die Exhumierung von Diktator Francisco Franco in der Monumentalgedenkstätte "Tal der Gefallenen" vor dem 25. Oktober durchzuführen und die Familie Francos 48 Stunden im Voraus zu informieren, wenn sie anwesend sein möchte.

Grabstätte des spanischen Diktators Francisco Franco innerhalb des umstrittenen Monumentalkomplexes

Dies teilte die Vizepräsidentin der Regierung, Carmen Calvo, auf der Pressekonferenz im Anschluss an die wöchentliche Kabinettssitzung mit. Aus Sicherheitsgründen hat sich die Regierung dafür entschieden, lediglich eine Frist und nicht ein bestimmtes Datum bekannt zu geben.

"Das Datum für diese Regierung war der 10. Juni", bestätigte Calvo und erklärte, dass sich der Prozess durch die gerichtlichen Verfahren, die in verschiedenen Instanzen dagegen angestrengt wurden, verzögert hatte.

Unsere Absicht ist es, die Grenze 25. Oktober nicht zu überschreiten, sodass diese Maßnahme außerhalb des Wahlkampfes stattfindet", sagte die Vizepräsidentin mit Bezug auf vorgezogenen Parlamentswahlen am 10. November.

Calvo betonte, dass diese Angelegenheit zu den obersten Prioritäten der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez (PSOE) gehörte.

Diese Exhumierung "schließt mit Würde das, was 40 Jahre später unwürdig ist", so die Vizepräsidentin.

"Der Diktator kann nicht in einem staatlichen Grabmahl bestattet sein. (...) Situationen, wie einen Diktator neben seinen Opfern liegen zu haben (...), verjähren nicht.

Diejenigen, die ihre Verwandten nicht begraben konnten, weil sie noch in Gruben und Massengräbern liegen, fordern Gerechtigkeit von dieser Demokratie", und "wir waren 40 Jahre zu spät", erklärte Calvo.

Die Ankündigung der Umbettung Francos erfolgt wenige Tage nachdem der Oberste Gerichtshof die letzten Berufungen abgelehnt hat, die der Exhumierung im Wege standen. Dagegen geklagt hatten die Stiftung Francisco Franco, der Verein zur Verteidigung des "Tals der Gefallenen" und die Gemeinschaft des Benediktinerordens, die die monumentale Gedenkstätte betreut.

Vorbereitungen für die diskrete Exhumierung

Die Vizepräsidentin bestätigte außerdem, dass das "Tal der Gefallenen" ab diesem Samstag für die Öffentlichkeit gesperrt wird, um die notwendigen Vorbereitungen für die Exhumierung und Umbettung zu treffen.

Die technische Durchführung der Maßnahme findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Medien statt. Anwesend wird nur die amtierende Justizministerin Dolores Delgado als "Notarin des Königreichs" sein, und Zugang zur Basilika wird nur das für die Durchführung der Aufgabe erforderliche Personal haben.

Die sterblichen Überreste werden an das Familiengrab übergeben, das die Angehörigen des Diktators auf einem Friedhof unweit der Hauptstadt Madrid unterhalten.

Zehntausende Opfer des spanischen Faschismus während der Franco-Zeit werden auch heute noch vermisst oder sind in Massengräbern verscharrt. Es gab keinen Bruch mit dem Faschismus in Spanien, dessen Kultur in großen Teilen der Gesellschaft weiterhin präsent ist.

Ein langer Weg zu einer historischen Exhumierung

Die Exhumierung der Überreste Francos war eine der wichtigsten Maßnahmen der sozialistischen Regierung, seit Sánchez im Juni 2018 zum Präsidenten vereidigt wurde. Die Initiative, die Gegenstand heftiger Kontroversen ist, erhielt gleichwohl im Mai 2017 die Zustimmung des spanischen Parlaments. Sie forderte die Entfernung der Überreste des Diktators von seiner derzeitigen letzten Ruhestätte im "Tal der Gefallenen", um dessen weitere Entwicklung zu einem Wallfahrtsort der Anhänger Francos zu unterbinden.

Seitdem hat der Prozess der Exhumierung und Umbettung zahlreiche rechtliche Hindernisse überwunden. Vor allem die Angehörigen des Diktators versuchten, die Exhumierung auf verschiedenen Wegen vor Gericht zu stoppen und als Alternative eine Bestattung in der Kathedrale von Almudena im Herzen Madrids durchzusetzen.

Die jüngsten Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs haben endgültig den Boden dafür bereitet, dass im Oktober dieses Jahres der lange Weg der geschichtlichen Aufarbeitung des spanischen Faschismus und der Franco-Diktatur zu einer historischen Exhumierung führen wird.

Franco wurde am 23. November 1975 im "Tal der Gefallenen" bestattet, das sich infolgedessen zu einer Pilgerstätte für Nostalgiker der Franco-Diktatur entwickelte. Das monumentale Mausoleum, dessen Bau vom Diktator selbst angeordnet worden war, wurde 1959 fertiggestellt. Mit den sterblichen Überresten von mehr als 33.000 Gefallenen beider Parteien des sogenannten Spanischen Bürgerkrieges, die aus verschiedenen Teilen des Landes dorthin verbracht wurden, gilt diese Monumentalanlage als das größte Massengrab Spaniens.

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