Medienbericht: USA erwägen Angriff auf russische und iranische Ziele in Syrien

Medienbericht: USA erwägen Angriff auf russische und iranische Ziele in Syrien
Werden sie bald auch zum Angriffsziel für die USA? Russische Soldaten in Syrien - hier an einem Checkpoint bei Damaskus.
Laut US-Quellen hat die syrische Regierung grünes Licht für den Einsatz von Chemiewaffen bei der anstehenden Offensive auf Idlib gegeben. Washington kündigte für diesen Fall "Vergeltungsschläge" an. Diese könnten sich auch gegen russische und iranische Ziele richten.

Am Sonntagabend veröffentlichte das Wall Street Journal einen Artikel zur drohenden Eskalation in Syrien, welcher einen Angriff der USA auf Ziele in Syrien unausweichlich erscheinen lässt. Die Zeitung berief sich auf ungenannte Quellen aus der US-Regierung, die behaupteten: 

Russisches Verteidigungsministerium: Filmaufnahmen der inszenierten Chemieattacke in Idlib beginnen (Archivbild)

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat dem Einsatz von Chlorgas in einer Offensive gegen die letzte große Rebellenhochburg zugestimmt.

Während sich US-Präsident Donald Trump demnach sicher ist, dass angegriffen werden müsse, sei er noch unschlüssig, ob sich die sogenannten "Vergeltungsschläge" auch gegen Syriens Verbündete Russland und Iran richten sollen:

Das Pentagon bereitet militärische Optionen vor, aber Trump hat noch nicht entschieden, was genau eine militärische Reaktion auslösen würde oder ob die USA auch russische und iranische Militäreinheiten angreifen würden, die Assad in Syrien unterstützen, so US-Regierungsbeamte. 

Laut dem Bericht zeigten sich die US-Regierungsvertreter gewiss, dass es zu einem Einsatz von Chlorgas durch die syrische Armee kommen werde. Auch neue Sanktionen gegen syrische Regierungsvertreter sind demnach denkbar. 

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In der internationalen Presse wurden Bilder veröffentlicht, in denen Kinder in Idlib zu sehen sind, die aus Partybechern gebastelte Gasmasken tragen. Gefüllt mit Watte und Zeichenkohle sollen diese gegen mögliche Chemiewaffeneinsätze schützen. In der nordwestlich gelegenen Provinz Idlib mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt wohnen etwa drei Millionen Menschen. Alaraby zitiert einen 50 Jahre alten Anwohner aus Idlib: 

Ich glaube nicht, dass es einen Angriff auf Idlib geben wird. Dies ist alles ein Medienkrieg. 

In dem Artikel des Wall Street Journal heißt es weiterhin: 

Die Angst vor einem Massaker wurde durch neue US-Geheimdienstberichte genährt, die darauf hindeuten, dass Assad den Weg für das Militär frei gemacht hat, bei der Offensive Chlorgas zu verwenden, sagten Beamte der US-Regierung. Unklar bleibt laut diesen Berichten, ob Assad dem Militär auch die Erlaubnis erteilt hat, Sarin-Gas einzusetzen.

Angriff auch ohne Beweise

Ein Eurofighter der Bundeswehr beim

Ein Angriff des US-Militärs auf Ziele in Syrien ist laut dem Wall Street Journal auch dann wahrscheinlich, wenn keine Beweise für einen Giftgasangriff vorliegen. Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, hatte jüngst mehrfach betont, dass die Beweislage für die US-Regierung keine Rolle spiele. So erklärte sie vor zwei Monaten, dass "für alle zukünftigen Angriffe [mit Chemiewaffen] auf das syrische Volk Assad verantwortlich gemacht wird, ebenso wie Russland und der Iran, die ihm helfen, sein Volk zu töten." Vergangene Woche legte sie nach:

Wenn Chemiewaffen zum Einsatz kommen, wissen wir, wer es war.

Das deutsche Verteidigungsministerium prüft derzeit, ob es sich militärisch an einem "Vergeltungsschlag" beteiligen wird, um das US-amerikanische, britische und französische Militär zu unterstützen. 

Zuletzt hatten diese drei Länder im April "reagiert". Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma, bei dem es sich wahrscheinlich um eine Inszenierung der islamistischen Aufständischen handelte, griffen die drei Länder verschiedene Ziele in Syrien aus der Luft an. Laut einem CNN-Bericht hat das Pentagon bereits einen Schlachtplan für die Dreier-Koalition inklusiver konkreter Angriffsziele ausgearbeitet. Deren Militär könne "sehr schnell reagieren", hieß es.

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