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Nordkorea reagiert erstmals nach Überfall auf seine Botschaft: "Ein massiver Terrorangriff“

Nordkorea reagiert erstmals nach Überfall auf seine Botschaft: "Ein massiver Terrorangriff“
Der Überfall auf die nordkoreanische Botschaft in Madrid ereignete sich nur wenige Tage vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt Kim Jong-un.
Am 22. Februar überfielen zehn Männer die Botschaft Nordkoreas in Madrid. Die Täter setzten sich anschließend in die USA ab, um ihre Informationen dem FBI feilzubieten. Dieses bestreitet jegliche Verwicklung. Nun reagierte Nordkorea.

Die zehn Verdächtigten überfielen die diplomatische Vertretung Nordkoreas in Madrid mit Messern, Macheten, Metallstangen und Pistolenattrappen. Nach einer mehrstündigen Geiselnahme floh die Gruppe mit einem entwendeten Mobiltelefon, USB-Sticks, zwei Computern und zwei Festplatten mit mutmaßlich sensiblen Daten. Der Zeitpunkt des Überfalls hätte, je nach Perspektive, ungünstiger nicht liegen können. So ereignete sich die Tat fünf Tage vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Staatsoberhaupt der Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim Jong-un, in Vietnam.

Der Eingang der nordkoreanischen Botschaft in Madrid.

Eine obskure Gruppierung namens "Free Joseon", ehemals "Cheollima Civil Defense", übernahm anschließend die Verantwortung für die Tat. Jetzt behauptet sie auf der eigenen Webseite, dass es sich bei dem Eindringen in die nordkoreanische Botschaft nicht um einen "Angriff" gehandelt habe und dass niemand ums Leben gekommen sei. Es seien demnach auch keinerlei Waffen eingesetzt worden.

Nachdem sie sich bislang in Schweigen hüllte, reagierte nun auch die nordkoreanische Führung auf den Überfall. Laut Pjöngjang handelt es sich bei dem "Einbruch und Überfall" um einen "massiven terroristischen Angriff" und eine "eklatante Verletzung internationalen Rechts".

Ein solcher Akt sollte weltweit niemals toleriert werden", gab ein Sprecher die Einordnung des Überfalls durch die Regierung in Pjöngjang wieder.

Wie es weiter heißt, sei Botschaftspersonal "gefesselt, geschlagen und gefoltert" und Kommunikationstechnik gestohlen worden. Man erwarte von den spanischen Behörden eine rigorose Aufklärung des Vorgangs und dass die "Terroristen und ihre Strippenzieher der Gerechtigkeit zugeführt werden".

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Wie der Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums gegenüber der Korean Central News Agency (KCNA) erklärte, verfolge man darüber hinaus aufmerksam Berichte, wonach das FBI in die Vorgänge verwickelt sei.

Vorwürfe, die von der Organisation selbst auf ihrer Webseite bestätigt werden.

Die Organisation teilte bestimmte Informationen von enormem potenziellem Wert und unter einvernehmlicher Zusage von Vertraulichkeit mit dem FBI in den Vereinigten Staaten. Diese Informationen wurden freiwillig und auf deren [FBI] Anfrage hin weitergegeben, nicht von uns aus. Diese Zusagen wurden offenbar nicht eingehalten", heißt es seitens der Gruppierung.

Das FBI weigert sich nach wie vor, Stellung zu den Vorgängen zu beziehen. Nach Angaben des Außenministeriums in Washington habe "die US-Regierung nichts mit dem Überfall zu tun", heißt es in der New York Times. Außerdem "sollten diplomatische Vertretungen geschützt werden und seien vertraglich geschützt".

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Wie der Rechtsbeistand des Überfallkommandos, Lee Wolosky, erklärte, seien seine Mandanten einer Einladung der nordkoreanischen Botschaft gefolgt.

Es gab keinen terroristischen Angriff. Ein Vorwurf, bei dem es sich um Propaganda eines staatlich designierten Terrorsponsors handelt. Zu geeigneter Zeit wird "Free Joseon" in der Lage sein, den entsprechenden Behörden Beweismittel über die Vorgänge in Madrid zur Verfügung zu stellen", weiß Wolosky zu berichten.

Polizei vor der nordkoreanischen Botschaft in Madrid am 28. Februar 2019

Nach Informationen der spanischen Ermittlungsbehörden wurde der Kopf des Überfallkommandos als Adrian Hong Chang, demnach ein in den USA lebender Mexikaner, identifiziert. Hong Chang gelang es demzufolge, sich nach der Tat in die Vereinigten Staaten abzusetzen. Einmal in den USA, bot er dem FBI "audio-visuelles Material" an, in dessen Besitz er nach dem Botschaftsangriff gelangt sei, so der mit dem Fall betraute Richter.

Wie die zuständige Gerichtsbarkeit nun ebenfalls bestätigte, wurde ein internationaler Haftbefehl gegen ein weiteres Bandenmitglied ausgestellt, den US-Amerikaner Sam Ruy.

Nach eigenen Angaben ist die Gruppierung aufgrund "spekulativer Medienberichte" derzeit nicht in der Lage, weitere Operationen in die Wege zu leiten.

Die zuvor unter dem Namen "Cheollima Civil Defense" firmierende Gruppierung names "Free Joseon" wurde am 4. März 2017 gegründet. Eigenen Angaben zufolge versteht man sich als Organisation zum Schutz des in den USA lebenden Kim Han-sol, Sohn von Kim Jong-nam, dem getöteten Halbbruder des nordkoreanische Staatsoberhaupts Kim Jong-un. Ebenso steht die ominöse Organisation im Ruf, nordkoreanische Überläufer zu unterstützen. "Free Joseon" ist demzufolge ebenfalls der Name, den man Nordkorea nach dem Sturz der aktuellen Regierung zu geben gedenkt.  

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