Iran stoppt US-Dollar: Wirtschaft wickelt Auslandshandel nur noch in Euro ab

Iran stoppt US-Dollar: Wirtschaft wickelt Auslandshandel nur noch in Euro ab
Der Iran hat am Mittwoch erklärt, sich vom Dollar zu lösen und den Außenhandel in Euro abzuwickeln. Laut dem iranischen Revolutionsführer instrumentalisieren ausländische Akteure den US-Dollar, um die Islamische Republik zu destabilisieren.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters begrüßte der iranische Revolutionsführer Ali Chamenei die Entscheidung, den US-Dollar zu ersetzen. Für die "jüngsten Probleme des Iran auf dem Devisenmarkt" machte er ausländische Mächte verantwortlich, die den Iran destabilisieren wollten. Chamenei wies die nationalen Geheimdienste des Iran an, die Verschwörungen gegen die Islamische Republik zu entschärfen, zitiert das Nachrichtenportal Middle East Monitor.

Der iranische Zentralbankgouverneur Valiollah Seif informierte vergangene Woche, dass Großajatollah Ali Chamenei seinen Vorschlag gutgeheißen habe, den US-Dollar im Außenhandel durch den Euro zu ersetzen. Seinen Angaben zufolge hat der "US-Dollar heute keinen Platz in den Transaktionen des Iran" mehr.

Der Iran hat aufgrund jahrzehntelanger Wirtschaftssanktionen seinen Handel mit den USA auf ein Minimum reduziert. Wichtigster Handelspartner des Landes sind die Vereinigten Arabischen Emirate, auf die rund 24 Prozent aller iranischen Importe und Exporte entfallen. Knapp dahinter liegt China mit 22 Prozent, gefolgt von der Türkei, Indien und der EU, die jeweils rund sechs Prozent des iranischen Handels ausmachen.

Die iranische Führung droht seit längerem damit, den US-Dollar zugunsten alternativer Währungen abzuschaffen. Nach der Ernennung Donald Trumps zum US-Präsidenten und dessen Entscheidung, den Iran auf eine Liste von hauptsächlich muslimischen Ländern zu setzen, deren Bürgern die Einreise in die USA verboten ist, wird die iranische Finanzumstellung als Teherans Antwort gewertet.

Trump drohte überdies damit, das internationale Atomabkommen, das 2015 von den Weltmächten mit Teheran unterzeichnet wurde, einseitig zu beenden. Der nächste große Test für den Nuklear-Deal ist der 12. Mai, an dem Trump das Abkommen, das er als "den schlechtesten Deal aller Zeiten" verspottete, erneut verlängern muss.

Die Umstellung auf den Euro im Außenhandel wird von den iranischen Behörden als logischer und notwendiger Schritt angesehen. Die Androhung weiterer US-Sanktionen hat den iranischen Devisenmarkt in den letzten Monaten destabilisiert. Bankgeschäfte mit dem US-Dollar werden für den Iran schwieriger. Washingtons Sanktionen hindern US-Banken daran, Geschäfte mit Teheran zu tätigen. Auch ausländische Firmen können Sanktionen ausgesetzt werden, falls sie Geschäfte mit dem Iran über den US-Dollar tätigen, selbst wenn es sich um Geschäfte ohne US-Beteiligung handelt.

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