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Chinas Yuan-Rohöl-Benchmark macht langsam aber stetig Petro-Dollar die Leitfunktion streitig

Chinas Yuan-Rohöl-Benchmark macht langsam aber stetig Petro-Dollar die Leitfunktion streitig
China hat im letzten Monat nach mehreren Verzögerungen seine in Yuan notierten Rohöl-Futures lanciert, die seit Jahren in Arbeit waren. Experten sehen eine dadurch drohende Gefahr für den Petrodollar voraus. Allerdings weist das Produkt auch Eigenrisiken auf.

Der Handelsstart des neuen Kontrakts verlief erfolgreich und stieß bei institutionellen und privaten Anlegern sowie bei den großen Rohstoffhandelshäusern Glencore und Trafigura auf großes Interesse. 

Experten sagen, dass es dennoch noch zu früh sei, um den weniger als einen Monat alten Kontrakt als vollen Erfolg zu bezeichnen, denn ihm stehe noch ein langer Weg des Aufbaus von Reputation und Geschichte bevor. Sie sind der Meinung, dass der größte Risikofaktor für westliche Investoren das Ausmaß sei, in dem sich die Volksrepublik China selbst in die staatliche Regulierung der Yuan-Rohstoff-Futures einmischen könnte. Peking sei für wenig Toleranz gegenüber wilden Preisschwankungen auf seinen Märkten bekannt und es gab in der Geschichte bereits mehrfach staatliche Regulierungseingriffe.

Das ist auch das Fazit von Chinas größtem Rohöllieferanten, der OPEC. In seinem monatlichen Ölmarktbericht vom April erklärte das Kartell, das fast 60 Prozent der chinesischen Rohölimporte auf sich vereint, dass

das Ausmaß, in dem der INE-Vertrag von staatlichen Eingriffen unabhängig ist, derzeit der Hauptrisikofaktor für westliche Investoren ist, der neben einem Währungsrisiko besteht, da das INE in Yuan abgewickelt wird.

Laut John Kemp, einem Reuters-Journalisten mit Schwerpunkt im Energiesektor, könnte eine mögliche chinesische Intervention auf dem Yuan-Future-Markt eines der drei Elemente sein, die den neuen Kontrakt zum Scheitern bringen könnten. Unter Berufung auf das Papier "Why Some Futures Contracts Succeed and Others Fail" argumentiert Kemp, dass das dritte Schlüsselelement für eine erfolgreiche Öffentlichkeitspolitik im Bereich der Future-Kontrakte eine nicht zu negative Einstellung gegenüber dem Futures-Handel als solche sein sollte. Exakt dies könne aber der Stolperstein für die chinesischen Rohöl-Futures sein, während der neue Kontrakt die beiden anderen Erfolgskriterien leicht erfüllen könnte. Dies sind erstens ein kommerzieller Bedarf im Bereich des Hedgings, und zweitens, dass ein Pool von Spekulanten für den Markt gewonnen werden muss.

OPEC verfolgt Entwicklung mit hoher Aufmerksamkeit

Die OPEC, insbesondere deren Produzenten aus dem Nahen Osten, werden den Futures-Kontrakt genau beobachten, da der chinesische Referenz-Rohölpreis nach seiner Festlegung als regionaler Maßstab für die Verhandlung von Spot- oder Termin-Rohölpreisen dienen könnte. Der Vertrag besteht aus sieben mittelsauren Rohstoffen, die auf dem chinesischen Markt verbreitet sind: Neben den frei gehandelten Nahost-Qualitäten Basrah Light, Dubai, Masila, Oman, Qatar Marine und Upper Zakum gehört dazu auch das chinesische Shengli-Rohöl.

In Anbetracht dieses Niveaus an Einfuhren aus der OPEC werden die Erzeugerländer des Nahen Ostens genau beobachten, ob sie mit der Zeit dem Druck vonseiten ihrer chinesischen Käufer ausgesetzt sein werden, diesen Maßstab für die Preisgestaltung in ihre physischen Rohölverträge zu übernehmen", so das Kartell in seinem Monatsbericht.

Geldhändler mit iranischem Rial

Die Tatsache, dass die OPEC in ihrem aufmerksam beobachteten Bericht einen speziellen Artikel den chinesischen Yuan-Futures gewidmet hat, zeigt, dass das Kartell die Möglichkeit ernst nimmt, dass seine Mitglieder aus dem Nahen Osten irgendwann in der Zukunft das Öl, das sie nach China verkaufen, über eine chinesische Rohöl-Benchmark bewerten müssen.

Während das offizielle Ziel des neuen Futures-Kontrakts darin besteht, eine regionale Benchmark für eine bessere Preisgestaltung der auf dem chinesischen Markt vorherrschenden Rohölsorten zu schaffen, sehen Analysten die Yuan-Öl-Futures als einen gezielten geopolitischen Schritt Chinas. Die Volksrepublik strebe eine breitere Akzeptanz seiner Währung im Welthandel, einschließlich des Ölhandels, an und etabliere einen Petro-Yuan, der in Zukunft die Dominanz des Petrodollars in Frage stellen könnte.

China ist heute der größte Rohölimporteur der Welt und das Tempo des Wachstums seines Ölbedarfs versetzt das Land in die Lage, den Ölmarkt und den Handel mit den beiden meistgehandelten Rohöl-Futures der Welt, Brent und WTI, zu beeinflussen. Daher erscheint es als sinnvoll, dass der führende Rohölimporteur Öl als Mittel zur Förderung seiner eigenen Währung auf den internationalen Märkten einsetzen will.

Sanktionsbedrohte Länder könnten aus dem Dollar flüchten

Laut Dr. Mohamed Ramady, Energieökonom und geopolitischer Experte für den Golfkooperationsrat (GCC), hat die Einführung des Yuan-Future-Kontrakts zwei wesentliche Gründe: Politik und Pragmatismus. Auf der praktischen Seite würde ein solcher Vertrag die Rohölqualitäten auf dem chinesischen Markt besser widerspiegeln, die sich oft von den Qualitäten unterscheiden, die den Benchmarks Brent und WTI zugrunde liegen.

Auf der politischen Front würden die in Yuan nominierten Ölkontrakte die Verwendung von Chinas Währung im globalen Handel als Alternative zum US-Dollar fördern, was als eines der wichtigsten langfristigen Ziele des Landes gilt und die Volksrepublik für von Sanktionen bedrohte Länder, die vom US-Dollar abhängen, attraktiver machen könnte, so Ramady in The National.

Der Yuan wird bisher im Umfang von weniger als drei Prozent des Welthandels verwendet, aber der Yuan-Future-Kontrakt im Bereich des Rohöls und Chinas Druck, um seine Währung international besser in Szene zu setzen, "könnte sich in naher Zukunft spürbar ändern und die Voraussetzungen für eine respektable Herausforderung des US-Dollars schaffen", unterstrich der Experte.

Hayden Briscoe, Asien-Pazifik-Chef der Abteilung für festverzinsliche Wertpapiere beim UBS Asset Management, sagte in einem Bericht kurz vor dem Start der chinesischen Futures:

Wir glauben, dass dies langfristig die Art und Weise verändern wird, wie Öl weltweit gehandelt wird. Es wird einen Petro-Yuan-Währungsfluss schaffen, die Rolle des RMB [Renminbi] als globale Handelswährung steigern und die Investoren zwingen, ihre Allokationen im Bereich der chinesischen Finanzanlagen zu erhöhen.

Peking könnte sich durch zu strenge Kapitalmarktkontrollen selbst im Wege stehen

Längerfristig könnte der Yuan-Ölhandel die Struktur des globalen Ölmarktes verändern, aber dazu müssten erst zwei Dinge geschehen. Zum einen müsse die Volksrepublik China die Kapitalverkehrskontrollen abschaffen oder erheblich reduzieren. Das andere ist, dass Chinas Öllieferanten wie Saudi-Arabien, Russland und der Iran den Yuan als Zahlungsmittel für ihre Ölexporte nach China akzeptieren müssen, so Briscoe.

Das nimmt auch Gestalt an, weil Russland bereits RMB für Ölexporte annimmt, wie auch der Iran, und wir erwarten, dass Saudi-Arabien bald auch damit anfangen wird, China RMB in Rechnung zu stellen", schrieb er weiter.

Die Einführung der Yuan-Futures ist ebenso praktisch wie politisch bedeutsam, aber viele Analysten und die OPEC selbst sehen Chinas heimische Kapitalmarktpolitik als die größte Bedrohung für den Erfolg des Kontrakts an.

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