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Nächster Fehltritt: Ukrainischer Geheimdienst versuchte Journalistin anzuwerben

Nächster Fehltritt: Ukrainischer Geheimdienst versuchte Journalistin anzuwerben
Der Chefredakteur von Ria Nowosti Ukraine Kirill Wyschinski. Die Journalistin dieser Nachrichtenagentur Wyssokowitsch soll sich auf dem Weg zur Verhandlung im Hochverratsprozess gegen ihn befunden haben, als sie vom SBU abgefangen wurde.
Nach aktuellen Informationen versuchte der ukrainische Sicherheitsdienst SBU vergebens die Journalistin Irina Wyssokowitsch zu rekrutieren. Sie wurde demzufolge abgefangen, als sie zum Prozess gegen den Chefredakteur von RIA Nowosti Ukraine reiste.

Nach Angaben der Journalistin mit ständiger litauischer Aufenthaltserlaubnis sei sie bei dem misslungenen Anwerbeversuch gezwungen worden, ein Dokument zu unterschreiben, das ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem SBU bescheinigt. Dabei sei ihr auch das Pseudonym "Mila" zugewiesen worden.

Die Journalistin wurde demzufolge mehrere Stunden lang von Spezialagenten über ihre Arbeit befragt. Um entlassen zu werden, musste die Reporterin vor laufender Kamera versichern, dass der SBU sich keines Fehlverhaltens schuldig gemacht habe.

Mir wurde gesagt, dass ich den Decknamen Mila bekommen würde, ich würde freigelassen und dann kontaktiert werden. Sonst würde ich lange hier bleiben", sagte Wyssokowitsch demzufolge.

Die Behörden sollen Wyssokowitsch abgefangen haben, als sie nach Cherson kam, um an einer Berufungsverhandlung des RIA-Nowosti-Chefredakteurs Kirill Wyschinski teilzunehmen, der letzten Monat in Kiew wegen vermeintlichen Hochverrats verhaftet wurde und dem daher nun bis zu 15 Jahre Gefängnis drohen.

Am 3. Juni berichtete Wyschinskis Anwalt, dass die Wohnung seines Mandanten in Kiew geplündert worden sei. Wyschinskis Frau, die nach seiner Verhaftung nach Russland zurückgekehrte, sagt, sie verdächtige ukrainische Nationalisten oder Diebe der Tat. Wyschinski selbst erklärte nun, die ukrainische Staatsbürgerschaft zugunsten der russischen abgeben zu wollen. Diese war ihm im Jahr 2015 erteilt worden.

Laut RIA Nowosti habe sich verdächtige auf einer Sitzung des regionalen Berufungsgerichts in Cherson dementsprechend geäußert.

Ich möchte Präsident Petro Poroschenko darüber informieren, dass ich die ukrainische Staatsbürgerschaft abgebe, und werde diese Erklärung an die Präsidialverwaltung senden. Von diesem Moment an betrachte ich mich nur als Bürger Russlands. Ich möchte den russischen Präsidenten Wladimir Putin bitten, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um meine Freilassung so schnell wie möglich zu gewährleisten und mir Rechtsschutz zu gewähren", sagte Wyschinski demnach.

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Derweil bestätigte auch der Pressedienst des SBU, dass seine Mitarbeiter sich mit Irina Wyssokowitsch getroffen hätten. Jedoch sei diese demzufolge nur "befragt" worden. Nach SBU-Angaben habe es sich gar um ein "Vorstellungsgespräch" gehandelt. In dessen Verlauf habe sich dann jedoch herausgestellt, dass die Journalistin nur "mit propagandistischen" und "nicht mit journalistischen Zielen" in die Ukraine gekommen sei.

Demnach habe Wyssokowitsch nur aus Ärger über die vermeintliche Tatsache, dass sie "die Aufgabe nicht erfüllen konnte", über das sogenannte Vorstellungsgespräch berichtet. Was der ukrainische Sicherheitsdienst als Gespräch bezeichnete, flößte Wyssokowitsch Angst ein. Unter Hinweis auf den Vorfall gab sie zu Protokoll, dass keiner der SBU-Offiziere seine vollständigen Namen angegeben habe. Demnach hätten diese sie unter Druck gesetzt und ihr gesagt, dass ihre Chefs "Blut wollen", so RIA Nowosti.

Der Chef von RIA Nowosti Ukraine, Kirill Wyschinski, bei der Anhörung vor einem Gericht im südukrainischen Cherson am 17. Mai 2018.

Laut dem Generaldirektor der russischen Mediengruppe Rossija Segodnja, Dmitri Kisseljow, handele es sich bei dem Vorgehen des ukrainischen Geheimdienstes um ein weiteres Bespiel für die Geringschätzung, die Kiew gegenüber dem Berufsstand des Journalisten zeige.

Das russische Außenministerium beschuldigte "das ukrainische Regime", Druck auszuüben, zu drohen und Provokationen gegen Journalisten zu organisieren.

Dieser Vorfall ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Meinungsfreiheit in der Ukraine aufgehört hat zu existieren", erklärte das Ministerium in einer Erklärung.

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