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Russische Forscher entdecken aussichtsreiches Naturantibiotikum

Russische Forscher entdecken aussichtsreiches Naturantibiotikum
Symbolbild
Russische Forscher haben ein natürliches Antibiotikum entdeckt, das sowohl gegen Bakterien als auch gegen Pilze wirksam ist. Das Mittel tötet auch Tumorzellen. Bisher haben die Wissenschaftler das Präparat nur an Zellmodellen getestet, weitere Studien stehen bevor.

Ein wissenschaftliches Team der Tjumener Staatlichen Universität hat nach eigenen Angaben ein universelles Naturantibiotikum entdeckt, das unter anderem gegen multiresistente Erreger wirksam ist. Der Wirkstoff kann demnach effizient die meisten Infektionskrankheiten von Mensch und Tier bekämpfen, die sowohl von Bakterien als auch von Pilzen verursacht werden. Die Studie ist im Fachmagazin Applied Biochemistry and Microbiology  veröffentlicht.

Bei dem Mittel handelt es sich um das Lipopeptid Emericellipsin A, das aus dem Pilz Emericellopsis alkalina gewonnen wird. Die Substanz unterdrückt unter anderem die Fähigkeit der Bakterien, Biofilme zu bilden. Dadurch büßen die Erreger ihre Resistenz gegen andere Antibiotika ein. Besonders wirksam ist das natürliche Antibiotikum zwar gegen grampositive Bakterien, aber auch gramnegative Erreger, Pilze und Tumorzellen sind dagegen empfindlich.

Jewgeni Rogoschin, Mitarbeiter des Labors für Antimikrobielle Resistenzen X-BIO an der Tjumener Staatlichen Universität, erklärt den Wirkungsmechanismus des Lipopeptids Emericellipsin A folgenderweise:

Emericellipsin A wirkt gegen Eukaryoten und Prokaryoten dank unterschiedlicher molekularer Mechanismen. Eukaryoten – darunter Pilze und Tumorzellen – sterben an der Zerstörung ihrer Zellmembran durch das Peptid, während die Virulenz von Prokaryoten durch die Verhinderung der Bildung von Biofilmen unterdrückt wird.

Die Forscher behaupten, dass der Wirkstoff sowohl einzeln als auch in Kombination mit anderen Präparaten aussichtsreich sei. Die Behandlung mit dem Antibiotikum könne durch das Injizieren oder durch eine unmittelbare Bearbeitung infizierter Gewebe erfolgen.

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