Heimliche Aufnahmen und Buch: Umstrittene Ex-Mitarbeiterin liefert sich Schlammschlacht mit Trump

Heimliche Aufnahmen und Buch: Umstrittene Ex-Mitarbeiterin liefert sich Schlammschlacht mit Trump
Rollt ein neuer Skandal auf US-Präsident Donald Trump zu? Eine umstrittene Ex-Mitarbeiterin erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn - und liefert Medien heimliche Tonbandaufnahmen. Auch ihr Buch soll heute erscheinen. Der US-Präsident schlägt via Twitter zurück.

Eine neue Schlammschlacht im Weißen Haus ist in vollem Gange. Eine ehemalige, recht umstrittene Mitarbeiterin des US-Präsidenten Donald Trump hat sie angezettelt und hat derzeit nicht vor, sie zu beenden. Schließlich will sie ja damit noch Geld verdienen. Konkret geht es um Omarosa Manigault Newman. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte die heute 44-Jährige 2004 durch ihre Teilnahme an Donald Trumps Reality-Show "The Apprentice". Gewinnen konnte sie damals nicht, aber es reichte für weitere Fernseh-Auftritte in diversen Reality-Formaten. 2016 arbeitete die Afroamerikanerin plötzlich im Wahlkampf für Trump und unterstützte ihn in­brüns­tig.

Menschenmasse vor der Ankunft von Präsident Donald Trump in Tampa, Florida, 31. Juli 2018.

Nach seinem Amtsantritt gab der Republikaner ihr dann einen Kommunikationsposten im Weißen Haus. Laut US-Medienberichten soll anderen Mitarbeitern der Regierungszentrale unklar gewesen sein, worin genau ihre Arbeit bestand. Für Schlagzeilen sorgte sie, als sie nach ihrer Hochzeit im April 2017 ungeplant mit Gästen im Weißen Haus auftauchte, um Fotos zu machen. Knapp ein halbes Jahr später wurde sie entlassen.

Audio-Aufnahmen aus dem Weißen Haus an Presse weitergegeben

Jetzt sorgt sie wieder für Schlagzeilen, aber dieses Mal wegen heimlich aufgenommener Gespräche im Weißen Haus. Der amerikanische Sender NBC News veröffentlichte am Montag eine Audio-Aufnahme. Nach Darstellung von Omarosa Manigault geht es dabei um ein Telefonat mit Trump, in dem sich der Präsident über ihre Entlassung zu wundern scheint. Zuvor hatte die umstrittene 44-Jährige dem Sender bereits eine Aufzeichnung eines Gesprächs mit Trumps Stabschef John Kelly im Weißen Haus gegeben, in dem es ebenfalls um ihre Entlassung ging. Das Gespräch soll im "Situation Room" stattgefunden haben, dem streng gesicherten Lagezentrum des Weißen Hauses, in dem angeblich keine elektronischen Geräte erlaubt sind.

In der Aufnahme ist zu hören, wie der Stabschef ihr sagt, er wolle mit ihr über ihren Rückzug aus dem Weißen Haus sprechen. Es gebe ernsthafte Probleme mit ihrer Integrität. Omarosa sagte gegenüber NBC News, sie habe das Gespräch aufgenommen, um sich zu schützen. Sie habe Kellys Aussagen als "Drohung" empfunden.

Die Sprecherin des US-Präsidenten, Sarah Sanders, kritisierte die Mitschnitte ihrer früheren Kollegin indes scharf als "eklatante Missachtung unserer nationalen Sicherheit". Und Trumps Beraterin Kellyanne Conway warf ihr vor, mit Lügen ihr Enthüllungsbuch vermarkten zu wollen.

Freunde werden sie wohl nicht mehr: Donald Trump bei einem Besuch bei der New York Times im November 2016

Genau dieses kommt heute auf den Markt und soll laut Medienberichten schwere Vorwürfe gegen Trump enthalten. So soll in ihrem Werk mit dem Titel "Unhinged: An Insider's Account of the Trump White House" (zu Deutsch etwa: Ungekürzt: Ein Insiderbericht über das Weiße Haus unter Trump) etwa der US-Präsident als "Rassist" beschrieben worden sein. So soll Trump laut der Afroamerikanerin das Wort "Nigger"  - eine abwertende Bezeichnung für Schwarze - bereits während der Aufnahmen für die Reality-Show "The Apprentice" "mehrfach" benutzt haben.

Die empörte Reaktion des US-Präsidenten kam am Montagabend per Twitter: Der Macher von "The Apprentice" Mark Burnett habe angerufen, um zu sagen, es gebe keine Aufnahmen, in denen er "ein solch schreckliches und ekelhaftes Wort" benutzt habe, versicherte der US-Präsident. "Dieses Wort gehört nicht zu meinem Wortschatz, und das wird es auch nie", twitterte Trump. Zugleich beschimpfte er Manigault Newman als "verrückt" und "gestört".

Sie hat mich mit Tränen in den Augen angefleht, ihr einen Job zu geben, und ich habe gesagt: ok. Die Leute im Weißen Haus haben sie gehasst. Sie war bösartig, aber nicht schlau.

Er selbst habe sie nur selten gesehen, aber "richtig schlimme Dinge" über sie gehört, etwa dass sie ständig Treffen versäumt habe. Kelly habe ihm gesagt, dass sie eine "Verliererin" sei und nur Probleme bereite, fügte Trump hinzu. "Ich habe ihm gesagt, dass er eine Lösung finden soll, wenn das möglich ist, weil sie nur GROSSARTIGE Dinge über mich gesagt hat - bis sie gefeuert wurde!"

In einer weiteren Nachricht schrieb Trump, er wisse, dass es nicht präsidial sei, sich mit "Abschaum" wie Manigault Newman anzulegen, und er würde es auch lieber nicht tun, aber es handele sich um eine moderne Form von Kommunikation. Er wisse, dass die "Fake-News-Medien Überstunden machen werden, um sie sogar als seriös darzustellen". Zudem erklärte er, dass sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet habe.

In ihrem Enthüllungsbuch soll soll Omarosa Manigault laut Medienberichten auch geschrieben haben, dass Trump "Frauenfeind" und "Fanatiker" sei. Selbst laut der Washington Post, die dem US-Präsidenten nicht gerade wohlgesonnen ist, legte sie für einige der schwerwiegendsten Anschuldigungen aber keine Beweise vor.

Mehr zum Thema - Trumps Fake News Award für CNN, Washington Post und NY Times

(rt deutsch/dpa/afp)

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