US-Geheimdienste: Bitte keine chinesischen Smartphones benutzen!

US-Geheimdienste: Bitte keine chinesischen Smartphones benutzen!
Das chinesische Unternehmen Huawei ist mittlerweile der weltweit zweitgrößte Smartphone-Produzent.
Die Smartphones chinesischer Anbieter wie Huawei und ZTE sollen eine Gefahr für die Sicherheit der USA sein. Das erklärten am Dienstag mehrere US-Geheimdienstchefs vor dem Senat. Sie rieten der Bevölkerung zum Verzicht auf Geräte der beiden Firmen.

US-Geheimdienste raten der amerikanischen Bevölkerung, keine Smartphones der chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE zu nutzen. Wie die Chefs von fünf Geheimdiensten, darunter der NSA und der CIA, sowie der FBI-Direktor am Dienstag vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats darlegten, berge die Nutzung dieser Smartphones erhebliche Sicherheitsgefahren. So erklärte FBI-Chef Chris Wray:

Ein Teil des Gebäude-Komplexes

Wir sind zutiefst besorgt über die Risiken, einem Unternehmen, das einer ausländischen Regierung verpflichtet ist, die nicht unsere Werte teilt, Machtpositionen in unseren Telekommunikationsnetzwerken zu gewähren.

China erhalte auf diese Weise potenziell die Möglichkeit, "Druck auszuüben oder die Kontrolle über unsere Telekommunikationsinfrastruktur zu übernehmen". Informationen könnten "böswillig modifiziert oder gestohlen" sowie "unentdeckt Spionage betrieben" werden, so Wray.  

NSA-Direktor Michael Rogers sprach von einer "Herausforderung, die nur noch größer werden wird". Man müsse sich lange und intensiv mit solchen Firmen beschäftigen, sagte der Geheimdienstchef.

Größere Vorstöße auf den US-Markt bislang gescheitert

Als weltweit zweitgrößter Smartphone-Produzent versucht Huawei schon seit Jahren, sich stärker auf dem US-Markt zu engagieren. Die erstmals 2012 erhobenen Vorwürfe, die Geräte des Unternehmens könnten von Peking zu Spionagezwecken missbraucht werden, machen dieses Anliegen nicht gerade einfach.

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Auch der jüngste Versuch Huaweis, seine Smartphones über den US-Telekommunikationskonzern Verizon auf den amerikanischen Markt zu bringen, scheiterte. Nach politischem Druck nahm Verizon Ende Januar von diesem Vorhaben Abstand. Wochen zuvor war ein ähnlicher Deal mit dem US-Unternehmen AT&T unter vergleichbaren Umständen geplatzt, nachdem Kongressabgeordnete den Anbieter zu diesem Schritt gedrängt hatten.

In einer von CNBC zitierten Stellungnahme äußert sich das chinesische Unternehmen zu den Vorwürfen der US-Geheimdienste wie folgt:  

Huawei ist sich einer Reihe von Aktivitäten der US-Regierung bewusst, die offenbar darauf abzielen, die Geschäfte von Huawei auf dem US-Markt zu unterbinden. Huawei genießt das Vertrauen von Regierungen und Kunden in 170 Ländern weltweit und stellt kein größeres Risiko für die Cybersicherheit dar als jedes andere Telekommunikationsunternehmen, da wir gemeinsame globale Lieferketten und Produktionskapazitäten nutzen.

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NSA spionierte selbst Huawei aus

Der Verdacht, das Vorgehen der USA könnte weniger Sicherheitsbedenken geschuldet sein als vielmehr dem Versuch, die chinesische Konkurrenz vom US-Markt zu drängen, macht in Peking die Runde. Dipomatisch formulierte der chinesische Außenminister Geng Shuang laut Reuters:

Wenn selbst die Vereinigten Staaten denken, sie wären von Bedrohungen umgeben, was sollen dann erst andere Länder machen? Ich weiß nicht, woher das Gefühl der Unsicherheit in den USA herkommt. Aber ich möchte betonen, dass es in dieser Welt keine absolute Sicherheit gibt. Die Sicherheit eines Landes kann nicht über die Sicherheit eines anderen Landes gestellt werden.

Vergangene Woche hatten die US-Senatoren Tom Cotton und Marco Rubio eine Gesetzesvorlage eingebracht, die es den US-Behörden untersagen soll, Geräte von Huawei oder ZTE zu erwerben oder zu mieten. Schon vor sechs Jahren waren beiden Unternehmen Gegenstand einer Untersuchung durch US-Behörden, die ermitteln sollten, ob deren Geräte zur Auslandsspionage genutzt werden könnten.

Huawei und ZTE hatten einen solchen Verdacht stets vehement bestritten. Die US-Ermittler konnten für diesen dann zwar keinerlei Belege finden, die von der Untersuchung ausgehende Rufschädigung dürfte die US-Regierung als zweckmäßige Nebenwirkung einkalkuliert haben. Huawei wurde selbst zur Zielscheibe umfangreicher Spionageaktivitäten der NSA, die im Jahr 2009 begannen.

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