China läutet mit Markteinführung von "Petro-Yuan" Totenglocke für globale Dollar-Dominanz ein

China läutet mit Markteinführung von "Petro-Yuan" Totenglocke für globale Dollar-Dominanz ein
Bereits in diesem Jahr wird China als einer der weltweit führenden Energieimporteure einen auf Yuan lautenden Ölkontrakt einführen. Analysten bezeichnen den von Peking angekündigten Plan als gewaltigen Schritt auf dem Weg zum Ende der globalen Dollar-Dominanz.

Der so genannte Petro-Yuan ist ein "Weckruf" für Investoren, die den chinesischen Plänen bislang keine Beachtung geschenkt haben, betont der Leiter von Graticule Asset Management Asia, Adam Levinson, gegenüber Bloomberg.

Peking hatte bereits im September angekündigt, einen Rohölterminkontrakt ins Leben zu rufen, der in Yuan ausgezeichnet und in Gold umwandelbar ist. Der Vertrag wird es den Handelspartnern des Landes ermöglichen, mit Gold zu zahlen oder Yuan in Gold umzutauschen, ohne dass es notwendig wäre, Geld in chinesischen Vermögenswerten zu halten oder in US-Dollar umzuwandeln.

Die neue Transaktionsform soll es Öl-Exporteuren wie Russland, Iran oder Venezuela künftig ermöglichen, US-Sanktionen durch den Handel mit Öl in Yuan zu umgehen.

Der Analyst von Graticule Asset Management Asia argumentiert, dass die neue Vertragskonstruktion chinesischen Unternehmen als Absicherungsinstrument dienen könnte. Außerdem soll das Instrument die weitergehenden Pläne der Regierung unterstützen, die Nutzung der nationalen Währung bei Handelsvereinbarungen zur Regel zu machen.

Ende des Dollars als Leitwährung nicht kurzfristig zu erwarten

Laut Levinson könnten auch chinesische Unternehmen zu Schlüsselinvestoren beim Börsengang des saudischen Ölgiganten Saudi Aramco heranwachsen.

Gleichzeitig stehen einige Analysten Chinas ehrgeizigem Plan, eine eigene Ankerwährung zu schaffen, skeptisch gegenüber.

Ein Game Changer ist es nicht - zumindest noch nicht. Aber es ist ein weiterer Indikator für den langsamen, und ich betone nochmals langsamen Niedergang des Dollars als Leitwährung", so Gal Luft, Co-Direktor des Instituts für die Analyse der globalen Sicherheit.

Putin: Russland unterstützt internationale Reformen bei der Finanzmarkt-Regulierung

Das Ende der Hegemonie des US-Dollars war auch eine beständige Botschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Russland teilt die Besorgnis der BRICS-Länder über die Ungerechtigkeit der globalen Finanz- und Wirtschaftsarchitektur, die dem wachsenden Gewicht der Schwellenländer nicht angemessen Rechnung trägt. Wir sind bereit, mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um internationale Reformen bei der Regulierung im Finanzbereich voranzutreiben und eine übermäßige Dominanz der begrenzten Zahl an Reservewährungen zu überwinden", so Putin vor zwei Monaten auf dem BRICS-Gipfel im chinesischen Xiamen.

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