Vom Nachrichtendienst zum Sender: Ex-CIA-Direktor Brennan heuert bei NBC an

Vom Nachrichtendienst zum Sender: Ex-CIA-Direktor Brennan heuert bei NBC an
Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan wurde von NBC und MSNBC als bezahlter Mitarbeiter eingestellt, teilte das Medienunternehmen mit. Er leitete den US-Auslandsgeheimdienst von 2013 bis Anfang 2017 unter Präsident Barack Obama.

Während Brennan seine neue Karriere beginnt, schlägt ein Memorandum hohe Wellen, das der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Devin Nunes, veröffentlicht hat. Darin wird behauptet, dass das FBI und das Justizministerium während der Untersuchung zu Behauptungen über eine russische Einmischung in die Wahlen 2016 unangemessene Praktiken an den Tag legten.

Dass Brennan vor kurzem einem NBC-Journalisten gegenüber augenscheinlich gelogen hatte, als es um Versuche der CIA ging, eine Untersuchung des Geheimdienstausschuss des Senats zu behindern, bei der es um die Anwendung von Folter ging, hat den Kanal offenbar nicht davor abgeschreckt, diese Verbindung einzugehen.

Der Ex-CIA-Chef war am Sonntag bei seinem Debütauftritt in seiner neuen Rolle als hochrangiger Analyst für nationale Sicherheit und Geheimdienste zu sehen. In der Sendung Meet the Press nutzte er gleich die Gelegenheit, um Nunes zu beschuldigen, "außergewöhnlich parteiisch" zu sein und seine Rolle zu missbrauchen, um Trump zu schützen.

Brennan wurde 2013 von Ex-Präsident Barack Obama zum CIA-Direktor ernannt und diente bis zum Amtsantritt Donald Trumps im Januar 2017. In Zeugenaussagen vor dem House Intelligence Committee, also dem Geheimdienstausschuss, hat er behauptet, dass Russland bei den Wahlen 2016 "in unverschämter Weise eingegriffen" habe, legte jedoch keinerlei Beweise für seine Behauptungen vor.

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Die Ironie dieser Postenvergabe an Brennan ist auch dem Journalisten und Mitbegründer von The Intercept, Glenn Greenwald, nicht entgangen. Dieser wies darauf hin, dass es für das Medium "ein wenig seltsam" sei, RT und Fox News ständig als "Staatssender" zu betiteln und dann CIA-Direktoren und Generäle als eigene "Nachrichtenanalytiker" einzustellen?

Die Anwesenheit von ehemaligen Militär- und Geheimdienstmitarbeitern in Redaktionen galt einmal als umstritten. Im Jahr 2008 veröffentlichte die New York Times eine investigative Analyse, die den Einsatz militärischer Analysten durch die Bush-Regierung zur Gestaltung der Terrorismusberichterstattung beschrieb.

Interne Pentagon-Dokumente bezeichneten sie als "Multiplikatoren der Nachrichtenwirkung" oder "Stellvertreter", auf die man sich verlassen konnte, um Millionen von Amerikanern "Themen und Botschaften" im Sinne der Regierung "in Form ihrer eigenen Meinung" zu liefern.

Die Untersuchung ergab, dass die meisten Analysten Fox News angehörten, gefolgt von NBC und CNN.

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