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Streit um Corona-Einschränkungen: Tesla-Chef widersetzt sich US-Behörden und startet Produktion

Streit um Corona-Einschränkungen: Tesla-Chef widersetzt sich US-Behörden und startet Produktion
Zunächst drohte er mit Verlegung des Firmensitzes, nun will er entgegen Behördenanweisungen die Produktion in Kalifornien starten: Tesla-Chef Elon Musk, hier am 7. Januar 2020 in Shanghai.
Die Corona-Auflagen in Kalifornien bringen den Tesla-Chef schon länger auf die Palme. Zunächst drohte Elon Musk, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers in einen anderen US-Bundesstaat zu verlegen. Nun will er die Produktion entgegen Behördenanweisung starten.

Der Streit zwischen Tesla-Chef Elon Musk und den Behörden im US-Bundesstaat Kalifornien eskaliert. In den vergangenen Tagen hatte der 48-Jährige stets gegen die Corona-Einschränkungen gewettert, bezeichnete sie sogar als faschistisch. Nun fordert er die Behörden heraus: Er lässt die Produktion im Hauptwerk in Kalifornien wieder hochfahren und setzt sich damit über die lokalen Corona-Auflagen hinweg.

Er werde selbst an der Produktionslinie sein, schrieb Musk am Montag auf Twitter und fügte hinzu:

Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass nur ich es bin.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte kurz vor Musks Tweet eine Wiederaufnahme der Produktion möglicherweise in der kommenden Woche in Aussicht gestellt. Das Gesundheitsamt in dem County versuchte, die Wogen zu glätten. Man gehe davon aus, dass Tesla im Laufe des Tages, wie rechtlich gefordert, einen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Produktion vorlegen werde und man sich über Ablauf und Zeitplan einigen könne. Regionalen Medien zufolge war bereits vor der Ankündigung der belegte Parkplatz vor dem Tesla-Werk aufgefallen.

In Fremont im Alameda County, wo sich das Tesla-Werk befindet, gelten weiterhin Ausgangsbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen. Tesla reichte hiergegen am Wochenende Klage ein. Der Tesla-Chef selbst hatte zuvor gedroht, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers von Kalifornien in einen anderen US-Bundesstaat zu verlegen.

Tesla werde die Zentrale und kommende Zukunftsprojekte "sofort" nach Texas oder Nevada verlegen, schrieb Musk am Samstag (Ortszeit) auf Twitter. "Ehrlich, das ist das i-Tüpfelchen", schrieb er in Bezug auf Auflagen des Bezirks Alameda bei San Francisco, die eine Wiedereröffnung der dortigen Tesla-Fabrik vor Juni verhindern würden.

Ein Fortbestand der Produktion am Standort Fremont hänge davon ab, wie die Firma dort künftig behandelt werde, schrieb er weiter. "Tesla ist der letzte verbliebene Autohersteller" in Kalifornien und sei zudem ein wichtiger Exporteur, schrieb er. Tesla beschäftigt in der Bucht von San Francisco rund um den Firmensitz Palo Alto ungefähr 20.000 Menschen – davon rund die Hälfte in der Fabrik in der Stadt Fremont.

Die Corona-Auflagen in Kalifornien hatte Musk erst Ende April als "faschistisch" beschimpft. Seine Meinung sei, die Menschen würden durch die Maßnahmen "in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt", wetterte er. Wer zu Hause bleiben wolle, solle nicht gezwungen werden, rauszugehen, schränkte er ein. Weiter schrieb er: 

Aber den Leuten zu sagen, dass sie ihr Haus nicht verlassen können, dass sie dann festgenommen werden, das ist faschistisch, das ist nicht demokratisch, das ist keine Freiheit.

Den Corona-Maßnahmen konnte Elon Musk zuletzt nichts Positives abgewinnen. Zumal auch sein Unternehmen betroffen ist.

Musk ist dafür bekannt, mit skurrilen und meinungsstarken Auftritten bei Twitter für Aufsehen und Verwirrung zu sorgen. Erst vergangene Woche hatte er mit einer Serie eigenwilliger Tweets dafür gesorgt, dass Teslas Börsenwert um Milliarden Dollar absackte. 2018 hatte sich Musk mit seinen Tweets sogar Ärger von der US-Börsenaufsicht SEC eingebrockt. Eigentlich muss er sich einer Vereinbarung mit der SEC zufolge relevante Tweets vorab vom Unternehmen freigeben lassen.

Tesla derzeit an der Börse mehr wert als die drei deutschen Konzerne BMW, Daimler und VW zusammen

Der 2003 gegründete Elektroautohersteller hatte das Werk in Fremont 2010 von Toyota für nur 42 Millionen Dollar erworben, aber inzwischen Milliarden Dollar investiert. Es ist derzeit die einzige Fabrik, in der Tesla die Modelle S, X und Y herstellen kann. Nach Einschätzung von Experten ist deshalb ein schneller Umzug der Produktion schwer möglich. Tesla hat zwar inzwischen auch andere Werke, diese dienen aber vor allem zur Produktion von Batterien.

Das Unternehmen will aber auch die Autoproduktion künftig breiter aufstellen. So werden seit einiger Zeit in dem noch sehr neuen Werk in Shanghai neben Batteriezellen auch Autos produziert. Wegen der Corona-Pandemie stand dort die Produktion zwischen Ende Januar und Mitte April still. In Deutschland will Tesla in Grünheide südöstlich von Berlin eine Fabrik bauen – dort sollen Autos und Batterien gefertigt werden. In Berlin selbst soll zudem ein Design- und Entwicklungszentrum entstehen.

Tesla ist zwar nach wie vor viel kleiner als die großen deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Volkswagen. Da die Investoren dem US-Konzern wegen des Wandels der Automobilindustrie aber weiter eine große Zukunft zutrauen, ist Tesla derzeit an der Börse mit umgerechnet 140 Milliarden Euro mehr wert als die drei deutschen Konzerne, die zusammen auf 134 Milliarden Euro kommen.

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(rt/dpa)

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