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Der Balken im eigenen Auge: Mike Pompeo kritisiert Russland und vertwittert sich

Der Balken im eigenen Auge: Mike Pompeo kritisiert Russland und vertwittert sich
Stein des Anstoßes: Tu-160
Russland schickt zwei Bombenflugzeuge zu einem Freundschaftsbesuch nach Venezuela - und zieht sogleich den Zorn der USA auf sich. Außenminister Pompeo zieht auf Twitter gewaltig gegen Russland und Venezuela vom Leder, stellt sich damit aber letztlich selbst bloß.

von Andreas Richter

Russland hat zwei strategische Bomber vom Typ Tu-160 nach Venezuela geschickt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass diese und zwei weitere Flugzeuge am Montag in Maiqutía an der venezolanischen Karibikküste zu einem Freundschaftsbesuch gelandet seien. Nach Medienberichten sollen sie dort eine Reihe von Übungen abhalten.

Mike Pompeo, US-amerikanischer Außenminister und ehemaliger CIA-Chef, hat diese Entsendung scharf kritisiert. Auf Twitter schrieb er:

Russlands Regierung hat Bomber um die halbe Welt nach Venezuela geschickt. Das russische und das venezolanische Volk sollten darin das erkennen, was es ist: Zwei korrupte Regierungen verschleudern öffentliche Mittel und zermalmen die Freiheit, während ihre Völker leiden.

Das sind starke Worte, zumal für einen Chefdiplomaten, gleichermaßen arrogant, ignorant und scheinheilig. Beim Lesen kommen einem unweigerlich eine Reihe von Sprichwörtern in den Sinn.

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Eines lautet "Quod licet Iovi, non licet bovi", deutsch: "Was Jupiter darf, ist dem Ochsen nicht erlaubt". Eine freiere Übersetzung lautet: "Was dem Herrn geziemt, geziemt noch lange nicht dem Knecht". So scheint Pompeo zu denken. Russland sendet also Bombenflugzeuge um die halbe Welt. Sowas auch. Was tun die USA? In weitaus größerem Umfang? Und zwar nicht nur zu Freundschaftsbesuchen und auf Einladung der betreffenden Regierung? Eben.

US-Präsident Trump beim G20-Gipfel in Argentinien.

Ein weiteres Sprichwort ist das bekannte: "Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen". Man kann immer über die Sinnhaftigkeit von Rüstungsausgaben und Militärübungen streiten. Klar sind aber zwei Punkte: Ohne funktionierendes Militär wären sowohl Russland als auch Venezuela mit einiger Wahrscheinlichkeit in den vergangenen Jahren Opfer einer wie auch immer gearteten externen Intervention geworden. Und die Militärhaushalte beider Länder nehmen sich neben dem Washingtons winzig aus. Übrigens: Meister aller Klassen im Verschleudern öffentlicher Mittel ist immer noch das Pentagon

Ebenso bekannt ist das Zitat aus der Bergpredigt: "Warum siehst Du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?" Tatsächlich leidet das venezolanische Volk, nur sollte man dabei nicht den Beitrag vergessen, den die USA mit ihrem ökonomischen Krieg gegen das Land leisten. Was bezweckt  dieser Krieg, wenn nicht das "Zermalmen der Freiheit" eines Volkes? Und womit befasst sich die CIA eigentlich, deren Chef Pompeo noch vor kurzem war?

Übrigens scheint es auch dem US-amerikanischen Volk nicht wirklich gut zu gehen. Sonst würde die Lebenserwartung weiter Teile der Bevölkerung nicht sinken, sonst hätte Pompeos Präsident sich vor zwei Jahren wohl kaum bei der Wahl gegen das fast geschlossene politische und mediale Establishment des Landes durchgesetzt.

Welches Sprichwort möchte man Pompeo nach seiner verunglückten Twitter-Attacke mit auf den Weg geben? Vielleicht: "Schuster, bleib bei deinem Leisten?" Donald Trump jedenfalls twittert deutlich prägnanter und unterhaltsamer als sein Außenminister. Oder doch eher "Hochmut kommt vor dem Fall"? Egal.

Der Sprecher des russischen Präsidenten hat eine angemessene Antwort gefunden. Pompeos Äußerungen seien unangebracht, vor allem für ein Land, mit dessen "halben Verteidigungsetat ganz Afrika ernährt werden könnte". Dem ist nichts hinzuzufügen.

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