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Iranischer Supertanker verlässt Gibraltar

Iranischer Supertanker verlässt Gibraltar
Nicht mehr die "Grace 1": Auf dem Supertanker wird am Sonntag die iranische Flagge gesetzt
Sechs Wochen lang war der Supertanker "Grace 1" in Gibraltar festgesetzt. Nach einem Gerichtsentscheid am Donnerstag hat das Schiff nun die britische Exklave verlassen – unter iranischer Flagge und mit neuem Namen. US-Versuche, die Freigabe zu blockieren, blieben erfolglos.

Der über mehr als sechs Wochen in Gibraltar festgehaltene Supertanker hat das britische Überseegebiet im Süden der Iberischen Halbinsel am Sonntagabend verlassen. Das erklärte Hamid Baeidinedschad, der Botschafter Irans in London, auf Instagram:

Hiermit bestätigen wir, dass unser Tanker nach 45 Tagen Gibraltar in Richtung internationale Gewässer verlassen hat.

Dem auf Schiffsverkehr spezialisierten Internetportal Marinetraffic.com zufolge nahm das Schiff in der Nacht zu Montag Fahrt in Richtung Süden auf, derzeit bewegt es sich in Richtung Osten auf dem Mittelmeer. Als Ziel gibt das Portal den griechischen Hafen Kalamata an.

Nach Angaben Baeidineschads hatten zwei Expertenteams das Schiff zuvor für den Auslauf bereitgemacht. Das oberste Gericht Gibraltars hatte dem Supertanker am Donnerstag die Ausfahrt erlaubt. Die Entscheidung weckte Hoffnungen auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Anfang Juni hatten die gibraltarischen Behörden und die britische Marine den unter panamischer Flagge fahrenden Tanker "Grace 1" unter fadenscheinigen Vorwürfen festgesetzt. Es bestünde der Verdacht der illegalen Öllieferungen nach Syrien, damit würde das Schiff gegen EU-Sanktionen verstoßen, hieß es damals. 

Die US-Regierung, die die Festsetzung des Supertankers im Juli veranlasst haben soll, versuchte bis zuletzt, dessen Freigabe zu verhindern. Das Justizministerium in Washington begründete die verlangte Beschlagnahmung in einer Mitteilung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und "Terrorismusstatuten".

Das Gericht verfügte auch die Beschlagnahmung des Öls an Bord des Tankers und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zum Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Schiff sei Teil eines Plans der Iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

Die Regierung Gibraltars wies die Forderungen Washingtons am Sonntag zurück: Die Verfügung eines Bundesgerichts in Washington sei "untrennbar" mit den US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran verbunden. Für diese gebe es aber in der EU und im Vereinigten Königreich keine Entsprechung.

Gibraltar teilte auch mit, dass der Iran eingelenkt und das Ziel des Tankers geändert habe. Teheran bestand dagegen darauf, das Öl sei niemals für Syrien bestimmt gewesen. Unterdessen teilte der Iran mit, dass die "Grace 1" inzwischen in "Adrian Darya-1" umbenannt worden sei und unter iranischer Flagge fahre.

Hintergrund des gegenwärtigen Konflikts ist der völkerrechtlich zweifelhafte Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran im Jahr 2018. Washington versucht seitdem, den Iran mit massiven, völkerrechtswidrigen Wirtschaftssanktionen unter Druck zu setzen, um zu einem anderen Abkommen zu gelangen, das die Rolle Teherans in der Region massiv einschränken soll. Der Iran widersteht dem US-amerikanischen Druck bisher.

Die westeuropäischen Vertragsstaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien halten an dem Abkommen fest, lassen sich aber teilweise auch – wie im Fall des festgehaltenen Supertankers – in die Ränkespiele der USA hineinziehen.

Zwei Wochen nach dem Festsetzen des Supertankers in Gibraltar stoppten die Iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus den britischen Öltanker "Stena Impero", weil er internationale Schiffahrtsregeln nicht eingehalten habe. Die britische Regierung hatte einen Austausch der beiden Tanker abgelehnt. Nach der Freigabe der vormaligen "Grace 1" wird nun allerdings auch mit der baldigen Freigabe des britischen Tankers gerechnet.

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