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Pentagon: Weltweit 120 zivile Opfer durch US-Militäreinsätze 2018

Pentagon: Weltweit 120 zivile Opfer durch US-Militäreinsätze 2018
Aufmunitionierung eines US-Kampfflugzeugs in Afghanistan, wo laut UN-Angaben 2018 insgesamt 406 Zivilisten durch Militäreinsätze starben, an denen auch US-Einheiten beteiligt waren
Laut dem aktuellen Jahresbericht des US-Verteidigungsministeriums gab es 2018 weltweit 120 zivile Opfer durch US-Militäreinsätze. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen liegen die tatsächlichen Opferzahlen deutlich über den offiziell angegebenen.

In seinem Jahresbericht für 2018 an den Kongress über zivile Opfer durch Militäroperationen der USA, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, spricht das US-Verteidigungsministerium von 42 zivilen Opfern während seiner Operationen gegen den Islamischen Staat im Irak und in Syrien und von 76 weiteren getöteten unschuldigen Zivilisten im Rahmen der Antiterrormaßnahmen in Afghanistan. Hinzu kommen zwei zivile Todesopfer in Somalia bei Einsätzen gegen Extremisten der Terrorgruppe Al Shabab.

Dem neuen Bericht zufolge gab es einen starken Rückgang der Opferzahlen gegenüber 2017, die nach offiziellen Angaben bei 793 getötenen und 206 verletzten Zivilisten lagen. Die Zahl für 2017 lag wiederum um mehr als 50 Prozent über den Angaben früherer Pentagon-Berichte.

Der afghanische

In dem Dokument wird eingeräumt, dass in der offiziellen Zahl die zivilen Opfer der US-Operationen im Jemen und in Libyen nicht enthalten sind, da es diesbezüglich keine "glaubwürdigen Meldungen" gibt. Der Bericht macht ebenfalls keine Angaben zu Todesfällen durch Angriffe, die nicht direkt militärischer Natur sind, wie sie im Rahmen von Geheimdienstoperationen etwa von der Central Intelligence Agency (CIA) und mit Drohnen durchgeführt werden.

Vor dem Erscheinen des Pentagon-Jahresberichts für 2018 hatten mehrere Menschenrechtsorganisationen, darunter Human Rights First, in einem Schreiben an den Kongress dazu aufgefordert, die Kontrolle der US-Militäreinsätze hinsichtlich ziviler Opfer zu verbessern.

Wir begrüßen, dass das Verteidigungsministerium dem Kongress und dem Volk der Vereinigten Staaten wichtige Informationen über die Auswirkungen der US-Operationen auf die Zivilbevölkerung zur Verfügung gestellt hat. Die geringe Zahl der Opfer, die im Bericht vorgestellt wird, spiegelt jedoch die Notwendigkeit wider, den Prozess der Erfassung und Bewertung der Opferzahlen durch das Ministerium zu verbessern. (...)

Wir fordern den Kongress auf, die Transparenzanforderungen weiter zu verschärfen, um sicherzustellen, dass alle Opfer der US-Regierungseinsätze gemeldet werden, nicht nur die Opfer des Militärs", kommentierte Rita Siemion von Human Rights First den diesjährigen Pentagon-Bericht.

Weitere Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International beziffern die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich höher als die vom Pentagon genannten. Laut einem gemeinsamen Bericht von Amnesty und Airwars, der Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, kamen 2017 mehr als 1.600 Zivilisten während der von den USA unterstützten Offensive auf Raqqa in Syrien ums Leben.

Allein der von Airwars gelistete UN-Bericht zu Afghanistan (UNAMA) spricht für das vergangene Jahr von 406 zivilen Opfern durch Militäreinsätze und insbesondere durch Luftangriffe, an denen auch US-Einheiten beteiligt waren.

Das Pentagon räumte in dem Bericht Unterschiede in der Zahl der Opfer im Vergleich zum UNAMA-Bericht ein. Die Unterschiede ergeben sich dem US-Verteidigungsministerium zufolge dadurch, dass die USA ihre Zahlen auf "verschiedene Arten von Informationen stützen und eine andere Methodik anwenden, um zu beurteilen, ob es zu zivilen Opfer kam und ob zu solchen Opfern als Folge von US-Militäraktionen kam".

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