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Betrug, Geldwäsche, Industriespionage: US-Justiz erhebt Anklage gegen Tech-Riesen Huawei

Betrug, Geldwäsche, Industriespionage: US-Justiz erhebt Anklage gegen Tech-Riesen Huawei
Das chinesische Unternehmen Huawei ist der größte Hersteller von Telekommunikations-Hardware der Welt. Die USA gehen nun massiv gegen den Konzern vor und haben Anklage erhoben.
Die US-Justiz hat jetzt offiziell Anklage gegen das chinesische Unternehmen Huawei erhoben. Es geht vor allem um Geschäfte im Iran. Zudem wurde die Auslieferung der in Kanada festgehaltenen Finanzchefin und Tochter des Gründers, Meng Wanzhou, beantragt.

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen den chinesischen Telekommunikations-Riesen Huawei und dessen Tochterfirmen erhoben. Auch wurde die Auslieferung der in Kanada festgehaltenen Finanzchefin und Tochter des Gründers, Meng Wanzhou, beantragt. Dem weltweit größten Telekommunikationsausrüster und zweitgrößten Handyhersteller werden Verstöße gegen die Iran-Sanktionen, Geldwäsche, Betrug, Verschwörung zur Behinderung der Justiz und Industriespionage vorgeworfen.

Peking unterstellt den USA politische Motive

Unmittelbar vor den neuen Verhandlungen über eine Beendigung des Handelskrieges zwischen den USA und China verschärft die Anklageerhebung die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Beide Seiten wollen am Mittwoch und Donnerstag in Washington zusammenkommen, um eine Eskalation des Konflikts durch neuen US-Strafzöllen auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu vermeiden.

Stand von Huawei mit 5G-Technologie auf der internationalen Messe für Telekommunikation PT Expo 2018 in Peking, China.

Ein Huawei-Sprecher wies die von der US-Justiz erhobenen Vorwürfe am Dienstag zurück:

Das Unternehmen bestreitet, dass es selber oder eine Tochterfirma oder ein Partner einen der in jeder der Anklagen behaupteten Verstöße von US-Gesetzen begangen hat, und weiß nichts von Rechtsverstößen durch Frau Meng."

Der Konzern sei überzeugt, dass US-Gerichte am Ende zu dem gleichen Schluss kommen werden. Das Außenministerium in Peking unterstellte den USA politische Motive. Ein Sprecher forderte die USA auf, die "unangemessene Unterdrückung chinesischer Firmen einschließlich Huawei einzustellen". Bezüglich der Finanzchefin Meng wurde den USA ein "Missbrauch des bilateralen Auslieferungsabkommens" vorgeworfen. Kanada sollte ernsthaft die chinesische Position berücksichtigen und die Managerin freilassen, sagte der Sprecher.

China hat nach Ansicht von Diplomaten bereits offensichtliche Vergeltungsmaßnahmen ergriffen. So wurden zwei Kanadier festgenommen. Es handelt sich um den ehemaligen Diplomaten und heutigen Vertreter der unabhängigen Crisis-Group, Michael Kovrig, und den Geschäftsmann und Korea-Experten Michael Spavor. Ihnen werden Aktivitäten vorgeworfen, die "die nationale Sicherheit gefährden". Auch wurde die 15-jährige Haftstrafe gegen einen Kanadier wegen Drogenschmuggels in China kurzfristig in die Todesstrafe umgewandelt.

Iran-Geschäft von Huawei-Tocherunternehmen steht im Fokus 

Im Zentrum der US-Vorwürfe steht die Tätigkeit der Huawei-Tochter Skycom im Iran. Insgesamt handelt es sich um 13 Anklagepunkte und fast zwei Dutzend einzelne Vorwürfe. Außer dem Unterlaufen von Sanktionen gegen den Iran, Geldwäsche, Betrug und anderen Delikten im Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar soll sich Huawei auch Betriebsgeheimnisse von T-Mobile illegal angeeignet haben. Dabei ging es um einen Testroboter für Mobiltelefone.

Potenziell seien durch ein solches Verhalten auch Sicherheitsbedürfnisse der USA in Gefahr, sagte Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen am Montag in Washington. Im Iran soll Huawei mit Skycom de facto eine Tochter unterhalten haben, obwohl der Konzern dies abgestritten und einen Verkauf des Unternehmens quasi vorgetäuscht habe.

Mehr zum Thema - Trockenlegung von Silicon Valley: China droht mit Ende von Investitionen wegen Huawei-Streit

US-Handelsminister Wilbur Ross beteuerte, dass die Verfolgung dieser Straftaten in keinem Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen China und den USA über den Handelskonflikt stünden.

(dpa/rt deutsch)

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