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CIA-Bericht: Saudischer Kronprinz soll Khashoggi-Mord bereits 2017 angedeutet haben

CIA-Bericht: Saudischer Kronprinz soll Khashoggi-Mord bereits 2017 angedeutet haben
Proteste begleiten ihn: In Tunis demonstrierten letzte Woche Menschen gegen den Besuch des saudischen Kronprinzen. Die Sägen symbolisieren den Mord an Khashoggi, dessen Leichnam in Einzelteile zersägt wurde.
Donald Trump möchte trotz des Khahoggi-Mordfalls nicht an den lukrativen Beziehungen zu Saudi-Arabien rütteln. Jüngst enthüllte CIA-Berichte könnten den Druck auf den US-Präsidenten erhöhen, die Beziehungen zum Königreich auf den Prüfstand zu stellen.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Wochenende hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in den Stunden vor und nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi insgesamt 11 Nachrichten an seinen engsten Berater Saud al-Qahtani gesandt. Al-Qahtani soll das Team beaufsichtigt haben, das Khashoggi Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul tötete.

Die Zeitung beruft sich auf Auszüge aus ihr vorliegenden CIA-Berichten, die auf elektronischen Abhörmaßnahmen und anderen Geheiminformationen fußen. Laut den Abhörprotokollen des US-Auslandsgeheimdienstes soll bin Salman bereits im Jahr 2017 gegenüber seinen Mitarbeitern gesagt haben, dass, sollte Khashoggi nicht zu einer Rückkehr nach Saudi-Arabien überredet werden können, "wir ihn möglicherweise außerhalb Saudi-Arabiens anlocken und etwas arrangieren könnten".

Verkleidet als Donald Trump und Mohammad bin Salman protestieren Aktivisten vor dem US-Außenministerium in Washington und fordern Sanktionen gegen Saudi-Arabien.

Der Kronprinz habe damit "anscheinend die saudische Operation gegen Khashoggi angedeutet", so die Geheimdiensteinschätzung. Aus dem Bericht geht laut dem Wall Street Journal jedoch nicht hervor, ob bin Salmans Andeutung ein direktes Zitat oder eine Zusammenfassung seiner Position durch einen Mitarbeiter darstellt.  

Im November hatte die CIA bereits die Schlussfolgerung gezogen, nach der bin Salman den Mord angeordnet hat. Donald Trump zeigte sich von dem belastenden Material, das der Geheimdienst ihm sowie hochrangigen Kongressabgeordneten vorgelegt hatte, jedoch nicht überzeugt. Der US-Präsident sprach von "gefühlten" Vermutungen der CIA und sorgte damit für Empörung unter vielen Kongressabgeordneten.

Mehr zum Thema - Trump widerspricht CIA im Mordfall Khashoggi: Schuld des Kronprinzen nur Vermutung

Trump möchte die lukrativen Beziehungen zum saudischen Königreich nicht wegen des Khashoggi-Mordes aufs Spiel setzen. Erst am Freitag wurde bekannt, dass ein weiteres Rüstungsgeschäft in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar kurz vor dem Abschluss steht.  

Unterstützt wird Trump von seinem Außenminister Mike Pompeo. Der hatte vergangene Woche gegenüber Journalisten erklärt, er habe alle Geheimdienstberichte zum Fall Khashoggi gelesen. Demnach enthielten die Berichte keine sogenannte "smoking gun", also keinen schlagenden Beweis dafür, dass der Kronprinz die Ermordung Khashoggis befehligt hat. 

Durch die jüngsten Enthüllungen dürfte der Druck auf Trump weiter anwachsen, die Beziehungen zu Saudi-Arabien und insbesondere zum Kronprinzen auf den Prüfstand zu stellen. Die Demokraten hatten Ende November angekündigt, genau untersuchen zu wollen, ob die finanziellen Beziehungen zu den Saudis die Haltung des Präsidenten beeinflusst haben könnten.

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