Nach über 70 Jahren: Pentagon verlegt Hauptquartier in Südkorea nach Süden

Nach über 70 Jahren: Pentagon verlegt Hauptquartier in Südkorea nach Süden
Eine Führungswechselzeremonie im Collier Fitness Center auf dem Camp Humphreys in Pyeongtaek am 5. Januar 2018.
Das Hauptquartier der US-Armee in Südkorea, das sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der Hauptstadt Seoul befindet, ist auf eine 11-Milliarden-Dollar-Basis im ländlichen Süden umgezogen - weg von Massenprotestkundgebungen und den Waffen des Nordens.

Das neue Hauptquartier der United States Forces Korea (USFK) wurde am Freitag in Camp Humphreys, einer Basis in der Nähe der Stadt Pyeongtaek, eröffnet. Sie befindet sich etwa 70 Kilometer südlich von Seoul, wo das Hauptquartier mehr als 70 Jahre lang verortet war.

Nordkoreanische Militärs applaudieren nach einem gelungenen Atomwaffentest, Pjöngjang, Nordkorea, 26. Mai 2009.

Der USFK-Kommandant General Vincent Brooks sagte während der Zeremonie, der Umzug sei "ein historisches und aufregendes Ereignis". Brooks, der auch die auf der koreanischen Halbinsel stationierten UN-Truppen anführt, fügte hinzu, dass es "die bedeutende Investition in die langfristige Präsenz der US-Streitkräfte Korea darstellt".

Die Verlegung des Armeekommandos von der Yongsan-Garnison in der Hauptstadt des Landes wurde vom südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in begrüßt. Der Schritt "wird bessere Bedingungen für den Betrieb der USFK auf stabile Weise sicherstellen", sagte er in einer Erklärung. Moon malt ein erfreuliches Bild der bevorstehenden "Pyeongtaek-Ära" der südkoreanisch-amerikanischen Partnerschaft. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die beiden Nationen ihre Bindung von einem "Militärbündnis" und einem "umfassenden Bündnis" zu einem "großen Bündnis" aufwerten werden.

Die Vereinbarung, das Hauptquartier zu verlegen, das für 28.500 USFK-Truppen zuständig ist, wurde bereits 2004 getroffen. Der Umzug selbst war ursprünglich für 2008 geplant, aber der Termin wurde nicht eingehalten und aufgrund von Bauproblemen im Camp Humphreys mehrfach verschoben. Nun soll der Transferprozess im nächsten Jahr abgeschlossen werden, wobei Camp Humphreys mit 40.000 dort lebenden Personen die größte US-Basis in Übersee wird.

Die 2. Infanteriedivision der USA, die derzeit nördlich von Seoul im Camp Red Cloud stationiert ist, soll in Zukunft ebenfalls ins Camp Humphreys umziehen.

Das USFK-Hauptquartier weiter weg von der DMZ zu verlegen, bedeutet für Nordkorea, dass es möglicherweise außerhalb der Reichweite der eigenen Artillerie ist. Die nordkoreanischen Geschütze sind über die Grenze gerichtet und in der Lage, Seoul anzugreifen. Pjöngjang verfügt über Tausende von Artilleriegeschützen und führt groß angelegte "Feuerübungen" durch.

Die Hauptkommandozentrale in Seoul diente auch als Symbol für die Präsenz der US-Armee im Land und zog Proteste an. Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang im vergangenen Jahr haben mehrere Protestkundgebungen in der Hauptstadt und anderen Gebieten ausgelöst.

Eine Welle großer Proteste gegen den geplanten Einsatz von THAAD-Raketenbatterien im September führte zu Zusammenstößen mit der Polizei.

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