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"Kein Versehen": Zahl der Opfer nach der Gewalttat von Volkmarsen steigt

"Kein Versehen": Zahl der Opfer nach der Gewalttat von Volkmarsen steigt
Am Montag raste ein Mann mit einem Auto in einen Faschingsumzug in Hessen. Die Zahl der Verletzten wird mittlerweile mit 52 angegeben. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens sind weiterhin unklar. Die Behörden ermitteln in alle Richtungen.

Nach dem gewalttätigen Angriff auf den Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen ist die Zahl der Opfer gestiegen. Die Polizei berichtete auf Twitter über insgesamt 52 Verletzte. Von diesen befänden sich noch 35 im Krankenhaus, 17 seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden. Unter den Opfern seien 18 Kinder.

Am Montag war ein Auto in den Karnevalszug gefahren. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt, rund ein Drittel davon Kinder. Der Fahrer wurde festgenommen. Der hessische Innenminister Peter Beuth erklärte nach der Tat:

Wir haben ungefähr 30 Opfer zu beklagen, zum Teil Schwerstverletzte und darunter auch Kinder. Es ist einfach nur eine furchtbare, eine schreckliche Tat, die begangen wurde an Menschen, die unbeschwert einfach nur Karneval feiern wollten.

Im nordhessischen Volkmarsen war bei einem Rosenmontagszug ein Auto in eine Menschenmenge gefahren.

Auch der Fahrer wurde verletzt. Über seinen Zustand und zur Frage, ob dieser am Dienstag vernehmungsfähig sei, wollte der Minister keine Auskunft geben. Mehrere Medien gaben den Namen des Mannes mit Maurice P. an. Es soll sich um einen deutschen Staatsbürger handeln, der aus Volkmarsen stammt. 

Über die Hintergründe der Tat besteht weiterhin Unklarheit. Die Polizei ging von einer vorsätzlichen Tat aus und ermittelt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Sie sprach aber ausdrücklich nicht von einem Anschlag. Das Motiv des Täters war nach Polizeiangaben auch am Dienstagmorgen noch unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erklärte in einer Mitteilung am Dienstag:

Die Motivlage des Täters ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Ermittlungen dahingehend laufen weiterhin auf Hochtouren.  

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete unter Berufung auf "Sicherheitskreise", dass der Fahrer nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt sei. Allerdings sei der Mann der Polizei in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

Der Fernsehsender RTL berichtete, der Mann sei nach seiner Festnahme in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Der Sender zitiert auch eine Nachbarin mit der Aussage, Maurice P. habe gewirkt wie unter Drogen und zu ihr gesagt, er werde bald in der Zeitung stehen. Auf Spiegel Online war zu lesen, der Mann sei stark alkoholisiert gewesen. 

Am späten Montagabend durchsuchte ein Sondereinsatzkommando die Wohnung des Verdächtigen, um dort nach Hinweisen zu suchen. Ebenfalls durchsucht wurde das Haus der Großmutter des Mannes. Das Ortszentrum der Kleinstadt wurde durch vermummte Polizisten abgesperrt.

Ein Augenzeuge des Verbrechens, Christian Bültemann, beschrieb seine Eindrücke auf der von ihm betriebenen Seite nordhessen-journal.de. Demnach habe der Täter möglichst viele Menschen treffen wollen. Bültemann habe auf einer Verkehrsinsel gestanden und den fröhlichen Umzug gefilmt. Plötzlich habe er quietschende Reifen gehört. Ein Auto habe eine Absperrung umfahren und sei in Richtung Festzug gerast:

Das Fahrzeug hatte zu diesem Zeitpunkt lockere 70 bis 80 km/h drauf und beschleunigte. Dann hat mich das Fahrzeug passiert und rast auf einen großen Traktor zu, weicht aber nach links aus und zieht direkt in den Festzug rein. Männer, Frauen und Kinder fliegen durch die Luft. Dann korrigiert das Fahrzeug nochmal die Richtung und zieht mehr nach rechts, bevor es endgültig vor dem Rewe zu stehen kommt.

Die Lage nach der Tat beschreibt Bültemann so:

Überall liegen Verletzte herum, man hört Menschen schreien. Viele Menschen laufen in die Richtung, um zu helfen und flüchten nicht in Panik. Der Apotheker dort geht geistesgegenwärtig sofort in seinen Laden und holt Verbandsmaterial und verteilt dieses. Alles lange bevor die Rettungskräfte vor Ort sind. Die Polizisten ziehen Schutzkleidung an, weil sie zunächst auch nicht recht wussten, was nun vorliegt. Dann zerren sie den Fahrer aus dem Fahrzeug. Die ersten Rettungskräfte treffen ein und kümmern sich um die Leute.

Für den Augenzeugen steht fest, dass es sich um kein Versehen handelte:

Ich selbst bin noch ganz fassungslos, wie man so was machen kann, denn eines ist sicher für mich, dass war kein Versehen. Das war bewusst und gewollt. 

Unklar blieb zunächst auch, was es mit einer weiteren Festnahme auf sich hatte. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der zweite Festgenommene hinter dem Auto gefilmt haben. Zunächst war noch unklar, ob als Schaulustiger oder ob er eingeweiht war. Am Dienstagmorgen erklärte die Polizei, dass der Person die "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" vorgeworfen werde. Demnach handelt es sich um einen Gaffer.

Die Polizei warnte vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des mutmaßlichen Täters. Am späten Montagabend schrieb die Polizei Nordhessen auf Twitter über ein in den sozialen Netzwerken kursierendes Foto:

Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter. Teilen Sie keine Falschnachrichten!

Am Dienstagmorgen wies die Polizei darauf hin, dass es keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdungslage bei den an diesem Tag in Hessen geplanten Faschingsumzügen gebe. Dennoch wurden die Veranstalter angehalten, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Auch die Präsenz der Polizei werde überprüft und bei Bedarf erhöht.

Mehr zum Thema - Volkmarsen: Laut hessischem Innenministerium kann Anschlag nicht ausgeschlossen werden

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