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Energiewende sorgt für steigende Strompreise

Energiewende sorgt für steigende Strompreise
Bergleute demonstrieren bei der 1. Lausitz-Konferenz am 9. September in Spremberg für faire Bedingungen beim beschlossenen Kohleausstieg.
Elektroenergie war für Privathaushalte in Deutschland noch nie so teuer wie in diesem Jahr. Erstmals mussten nach Angaben der Bundesnetzagentur im Durchschnitt mehr als 30 Cent je Kilowattstunde bezahlt werden. Preistreiber sind Erhöhungen der Versorger im Namen der Energiewende.

Zum Stichtag 1. April 2019 ermittelte die Behörde einen Durchschnittspreis von 30,85 Cent je Kilowattstunde. Das war fast ein Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie aus Zahlen für den neuen Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Dem ehemaligen  Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen und Leutnant der Reserve Cem Özdemir dürfte das

Der Preisanstieg beim Strom um fast 3,3 Prozent ist der stärkste der vergangenen Jahre. Am 1. April 2018 betrug der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde 29,88 Cent, auch in den Jahren zuvor hatte er mit 29,86 Cent (2017) und 29,80 Cent (2016) – wenn auch leicht darunter – schon annähernd auf diesem Niveau gelegen. Die Bundesnetzagentur wertet stets die Daten von weit mehr als 1.000 Stromlieferanten aus und ermittelt daraus einen Durchschnittspreis über alle Vertragsarten.

Erstmals seit 2014 wurde auch Gas als Energieträger für Haushaltskunden teurer. Der Durchschnittspreis je Kilowattstunde stieg dabei sogar um fast 4,5 Prozent auf 6,34 Cent. Und es könnte auch hier noch weiter nach oben gehen: Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben bereits 40 örtliche Gasversorger für September, Oktober oder November Preiserhöhungen angekündigt. "In der kommenden Heizperiode wird das Preisniveau von Erdgas weiter hoch bleiben", kommentierte das lapidar Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox, aber langfristig könnten die Verbraucherpreise auch wieder sinken.

Preistreiber bei Elektroenergie ("Strom") waren laut Netzagentur in diesem Jahr die von den Strom-Lieferanten selbst beeinflussbaren und den Endabnehmern in Rechnung gestellten Kosten, die etwa ein Viertel des gesamten Strompreises ausmachen. Auf den Stromrechnungen stiegen die Anteile für Beschaffung, Vertrieb und die den Gewinn sichernde Handelsspanne der Versorger allein bereits um 0,91 Cent auf 7,61 Cent je Kilowattstunde. Das ist bereits ein Plus von rund 13,6 Prozent dieser Anteile am Gesamtpreis.

Damit schlug vor allem der Anstieg der Großhandelspreise auf die privaten Stromrechnungen durch. Und diese könnten laut dem größten Stromerzeuger Deutschlands RWE auch noch weiter steigen. Die Stilllegung weiterer Kraftwerke als Maßnahme für eine Energiewende sowie der Ausstieg aus der Kernkraft würden tendenziell natürlich zu einer Verknappung führen, hatte RWE-Finanzchef Markus Krebber kürzlich gesagt. Schon jetzt seien die absehbaren Preise für Stromlieferungen im kommenden Jahr gestiegen.

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Verbraucherschützer kritisieren indessen wieder einmal, dass die Lieferanten Preisanstiege an der Strombörse stets deutlich schneller an die Verbraucher weiterreichen als fallende Preise. "Bei sinkenden Beschaffungspreisen müssen die Kunden oft jahrelang warten, bis diese Entwicklung auf ihrer Rechnung ankommt. Steigen die Preise, haben sie dagegen schnell Post vom Versorger im Briefkasten oder im Mail-Postfach", sagte Udo Sieverding, der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW.

Den größten Anteil auf einer Stromrechnung bilden aber nach wie vor Steuern, Abgaben und Umlagen, die mehr als die Hälfte des gesamten Preises ausmachen. Sie blieben 2019 jedoch nach den Zahlen der Bundesnetzagentur mit 16,02 Cent (2018: 15,99 Cent) pro Kilowattstunde aktuell nahezu stabil. Auch die Netzentgelte legten nur leicht zu: auf 7,22 Cent – von 7,19 Cent im Jahr 2018.

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(rt deutsch/dpa)

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