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Umweltschutz light: Zoff um grünes Luftballon-Verbot

Umweltschutz light: Zoff um grünes Luftballon-Verbot
Sollte es mit derlei riesen Luftballon-Spaß bald vorbei sein?
Bunte Luftballons gehören zu vielen Geburtstagen und Hochzeiten dazu – und auch zum Wahlkampf der Grünen. Doch die Grünen-Landeschefin will jetzt gegen die Ballon-Flut durchgreifen. Droht nun die grüne "Öko-Radikalisierung"?

Sie kommen so schön bunt und unschuldig daher, doch das verschleiert nur den beträchtlichen Schaden den sie anrichten – zumindest wenn es nach den Grünen in Niedersachsen geht. Diese befürworten jetzt einen Verzicht auf das Steigenlassen gasgefüllter Luftballons. Das sorgte zuletzt für reichlich Spott und Zoff im politischen Spätsommerloch.

Anton Hofreiter (l.) führt seit 2013 gemeinsam mit Katrin Göring-Eckardt die Fraktion der Grünen. Nun will der Ex-Parteivorsitzende Cem Özdemir an die Spitze der Fraktion.

Grünen Landespartei-Chefin Anne Kura stellte daher nun klar, dass sie kein grundsätzliches Luftballon-Verbot verlange. "Wir fordern kein generelles Luftballonverbot. Luftballons auf Kindergeburtstagen im Wohnzimmer sind völlig okay und machen Spaß", erklärte Kura am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Mir geht es tatsächlich darum, dass, wenn man gasgefüllte Luftballons steigen lässt, die auf jeden Fall in der Natur landen und dann von Vögeln gefressen werden, die daran qualvoll verenden.

Andere Parteien warfen den Grünen erneut eine Verbotspolitik vor. Kura erläuterte, sie begrüße einen Beschluss aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen: Dort hatte die Stadt Gütersloh Anfang September entschieden, bei städtischen Veranstaltungen künftig auf das Steigenlassen gasgefüllter Luftballons zu verzichten.

"Das ist aus meiner Sicht eine lohnende Initiative", sagte Kura. Es gehe in erster Linie darum, das Bewusstsein zu schärfen.

Der Gütersloher Beschluss sieht zudem vor, dass in Genehmigungen zur Überlassung öffentlicher Flächen eine Auflage aufgenommen wird, die die Verwendung von Ballons untersagt. In Einzelfällen, die auf höherrangigem Recht beruhen, etwa bei Demonstrationen, könne das Steigenlassen von Ballons aber nicht verhindert werden, heißt es. Kura weiter:

In den Niederlanden gibt es das ja auch schon in vielen Kommunen. Dadurch ist das Bewusstsein dafür gestiegen, dass man mit einem Luftballon im Prinzip Müll in die Natur steigen lässt.

Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Michael Theurer, sprach hingegen von einem Verbotswahn der Grünen und einer "Öko-Radikalisierung der Partei". Theurer wörtlich:

Wenn der Staat so dirigistisch, so autoritär, vor allen Dingen auch so kleinteilig in die individuellen Lebensentwürfe der Menschen eingreift, braucht man sich am Ende nicht wundern, wenn man in einer Ökodiktatur aufwacht.

Symbolbild

Die CDU Niedersachsen schrieb auf Twitter über die Grünen als Partei, die "allen Kindern im Land ihre Ballons wegnahm". Der Braunschweiger CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller nannte die Forderung, das Aufsteigen von Luftballons zu verbieten, "ein neues Kapitel im Buch der grünen Verbotspolitik". Er verwies zudem auf den Online-Shop der Grünen: 

Für 15 Cent das Stück sind hier nach wie vor grüne Luftballons bestellbar.

Grünen-Landeschefin Kura sagte, der niedersächsische Landesverband habe sich darauf verständigt, bei eigenen Veranstaltungen keine Ballons mehr steigen zu lassen:

Ich persönlich werde keine Luftballons mehr steigen lassen und wir sind bemüht, uns alternative Möglichkeiten zu überlegen für den Straßenwahlkampf.

Die Verbotsforderung lehnte das niedersächsische Umweltministerium jedoch ab. Ein Sprecher von SPD-Landesumweltminister Olaf Lies erklärte:

In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden. Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht.

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