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Machtkampf bei den Grünen? Cem Özdemir will den Fraktionsvorsitz

Machtkampf bei den Grünen? Cem Özdemir will den Fraktionsvorsitz
Anton Hofreiter (l.) führt seit 2013 gemeinsam mit Katrin Göring-Eckardt die Fraktion der Grünen. Nun will der Ex-Parteivorsitzende Cem Özdemir an die Spitze der Fraktion.
Die Kandidatur von Kirsten Kappert-Gonther und Cem Özdemir für die Fraktionsspitze überraschte am Wochenende nicht nur die Medien. Auch in der Öko-Partei selbst war man erstaunt. Die Harmonie bei den Grünen könnte bald Personaldebatten weichen.

In den Umfragen erlebten die Grünen in den letzten Monaten einen Höhenflug und scheinen inzwischen als zweitstärkste Kraft im Land. Auch in der Partei selbst läuft es harmonisch, konfliktfrei. Die Parteispitze Robert Habeck und Annalena Baerbock sind ein eingespieltes Duo, ebenso die Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter und Katrin Göring-Eckardt. Es gibt, zumindest nach außen, keine Machtkämpfe, keine Personaldebatten oder Reibereien. Doch das könnte sich bald ändern.

Bis zum Wochenende keine Gegenkandidaten bekannt 

Denn der ehemalige Parteichef Cem Özdemir hat überraschend angekündigt, für den Fraktionsvorsitz kandidieren zu wollen. Er tritt mit der Bremer Bundestagsabgeordneten Kirsten Kappert-Gonther an. Katrin Göring-Eckardt hat nach eigenen Worten nicht mit dieser Kandidatur gerechnet. Am Montag sagte sie vor einer Fraktionssitzung der Grünen im Bundestag:

Ich war überrascht, ich habe am Samstag wie alle anderen davon erfahren, dass es diese Kandidatur gibt.

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Die Neuwahl des Fraktionsvorstands ist für den 24. September angesetzt. Traditionell besteht die Grünen-Doppelspitze jeweils aus einem Vertreter des Realo- und des linken Flügels. Zudem ist ein Platz stets für eine Frau reserviert. Bei vielen galt die Wiederwahl von Göring-Eckardt und Hofreiter als Formalie. Zumal bis zum Wochenende von keinen Gegenkandidaten die Rede war. Doch nun das.

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Welche Chancen Özdemir und Kappert-Gonther haben, ist noch nicht ganz klar. Im linken Flügel dürfe Özdemir nicht viele Unterstützer haben. Viele dürften noch die heftigen Streitereien mit seiner Co-Vorsitzenden Simone Peter, die dem linken Flügel angehört, aus der Zeit als Partei-Chefs in Erinnerung haben. Peter selbst meldete sich nun auch zu Wort und kritisierte die Kandidatur.  Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie am Dienstag:

Grundsätzlich sind Kampfkandidaturen nichts Ungewöhnliches. Aber Zeitpunkt und Art und Weise überraschen doch. Die Partei hat den Wechsel im vergangenen Jahr gut hinbekommen. Das sollte möglichst einvernehmlich und nicht als Überraschungscoup auch in der Fraktion so organisiert werden.

Eine weitere Frage, die sich nun stellt, ist: Was treibt Özdemir zur Kandidatur an? Als vor zwei Jahren die Verhandlungen von CDU, CSU, FDP und Grünen für eine Jamaika-Koalition geplatzt waren, war offenbar sein Ziel, Außenminister zu werden, in weite Ferne gerückt. Statt dessen sitzt Özdemir derzeit im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags. Einer der bekanntesten Grünen, der sich eher selbst in der ersten Reihe sieht, ist in den parlamentarischen Hinterbänken verschwunden. 

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