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Nach Fälschung von Leserbriefen: Zwei grüne Lokalpolitiker treten zurück

Nach Fälschung von Leserbriefen: Zwei grüne Lokalpolitiker treten zurück
Symbolbild
Sie nannten sich "Walter Stängel" und "Bernd Seiler": Zwei besorgte Leser, die es nie gab. Stattdessen verschickten zwei Grünen-Politiker vermeintliche Leserbriefe an die Kieler Nachrichten. Nach einer Recherche der Zeitung traten die beiden zurück.

Einige der Briefe wurden veröffentlicht – bis die Zeitung misstrauisch wurde und zu recherchieren begann. Der Tonfall der Absender ist der Redaktion seltsam vorgekommen. Eine Überprüfung ergab, dass Stängel und Seiler nicht existierten. Die Grünen-Politiker Dennis Mihlan und Andreas Müller haben sich die Pseudonyme "Walter Stängel" und "Bernd Seiler" für ihre gefälschten Leserbriefe einfallen lassen. 

Politiker der Grünen in Schwentinental – rechts im Bild Dennis Mihlan

Die beiden Politiker stritten zunächst alles ab. Später gestanden sie, die Briefe unter falschem Namen verschickt zu haben. Wie die Kieler Nachrichten berichten, sind Dennis Mihlan, Bürgervorsteher und Kreistagsabgeordneter der Grünen, und Grünen-Fraktionschef Andreas Müller aus Schwentinental nach einer Krisensitzung des Grünen-Kreisverbandes von ihren Ämtern zurückgetreten. In der gemeinsamen Sitzung erklärten die beiden:

Nach vielen Jahren erfolgreicher kommunalpolitischer Aufbauarbeit in Schwentinental und großer persönlicher Zustimmung bei den Menschen in unserer Stadt haben wir einen großen Fehler begangen und unsere eigenen moralischen Grundsätze verletzt. Die logische Konsequenz für uns daraus ist, dass wir alle öffentlichen Ämter in Stadt und Kreis niederlegen werden. […] Wir bedauern die Vorfälle zutiefst, halten sie uns doch einen Spiegel vor, für einen politischen Stil, den wir selbst wiederholt kritisiert haben und von dem wir nie wollten, dass er unserer würde. Wir müssen akzeptieren und haben es uns selbst zuzuschreiben, dass durch das verlorene Vertrauen bei den Menschen, die politische Diskussion und die aktuelle Berichterstattung im Moment wenig Raum für eine Wahrnehmung von uns als Menschen mit unserem vielfältigen und langjährigen Engagement besteht. 

Ihre Kreistagsmandate behalten sie allerdings, und sie bleiben auch in der Grünen-Fraktion.

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