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Ehemaliger-Airbus-Chef Tom Enders führt Gesellschaft für Auswärtige Politik 

Ehemaliger-Airbus-Chef Tom Enders führt Gesellschaft für Auswärtige Politik 
Enders war bereits früher bei der DGAP als Forschungsassistent tätig.
Der ehemalige Airbus-Konzernchef Tom Enders ist seit Donnerstag neuer Präsident der DGAP. Zuvor war der Major der Reserve bereits wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Denkfabrik. Zwischenzeitlich durchlief er zahlreiche Stationen, unter anderem im Verteidigungsministerium.

Am Donnerstag wählte die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) den ehemaligen Airbus-Konzernchef Tom Enders zum neuen Präsidenten, wie der Verein per Twitter mitteilte.

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit!"

Enders übernimmt das Ehrenamt vom Unternehmer Arend Oetker, der mehr als 14 Jahre an der Spitze stand. Die DGAP ist eine renommierte Denkfabrik und ein Netzwerk mit nach eigenen Angaben knapp 3.000 Mitgliedern, sie befasst sich mit aktuellen Themen der deutschen Außenpolitik.

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In den 1990er Jahren war Enders unter anderem bei der MBB/DASA in unterschiedlichen Positionen tätig, bis zum Geschäftsführer und Vorsitzenden des Aufsichtsrates bei der DASA, die im Jahr 1989 die Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB), einen der größten deutschen Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungskonzernen, übernommen hat.

Zudem sitzt Enders in den Aufsichtsräten der Deutschen BP Aktiengesellschaft und der Dornier GmbH, deren Führung und Mehrheit Mitte der 1980er Jahre von der Daimler-Benz AG übernommen und später in die EADS integriert wurde und deren militärische Luftfahrt, Raumfahrt, Wehr- und Systemtechnik Teil von Airbus Defence und Space ist.

Enders stand von 2012 bis zum vergangenen April an der Spitze des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus, der bis 2014 noch EADS hieß. Zuvor war der wegen seiner Bundeswehrkarriere auch "Major Tom" genannte frühere Fallschirmjäger von 2005 bis 2007 bereits EADS-Co-Chef und führte dann fünf Jahre lang die wichtige Verkehrsflugzeugtochter.

Zu den milliardenschweren Geschäften von EADS unter Enders gehörten Rüstungsgeschäfte, darunter umstrittene Grenzsicherungsanlagen mit Saudi-Arabien. Menschenrechtsorganisationen kritisierten die für EADS und Daimler lukrativen Geschäfte der Bundesregierung mit der Golfmonarchie. Mehrere Grenzanlagen wurden demnach von einem saudi-arabischen Bauunternehmen gemeinsam mit Cassidian, einer Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, unter anderem an der Grenze zum Jemen errichtet.

Für das Unternehmen, an dem unter anderem der deutsche Autobauer Daimler, der französische Mischkonzern Lagardère und Spanien beteiligt sind, geht es um ein Milliardengeschäft. Wie wichtig die Grenzprojekte in der Golf-Region sind, zeigt ein Blick in die Unternehmensziele von EADS für das Jahr 2012. Ein Schwerpunkt lautet: "Erfolgreiche Ausführung der Grenzsicherungsaufträge sicherstellen". 2007 erhielt EADS den Auftrag, die Grenzen Katars zu sichern. Kurz darauf folgte Saudi-Arabien. EADS hofft auf weitere Aufträge in dem Segment. Neben dem Bodenradar könnten später im Süden auch noch Drohnen zum Einsatz kommen, berichtet ein saudi-arabischer Ingenieur. Die Saudis kauften nur das Beste, sagt ein deutscher Polizist," heißt es im Amnesty Journal von 2012.

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Ab 2005 war Enders Vorsitzender der Atlantik-Brücke, sein Nachfolger wurde 2009 Friedrich Merz. Im Jahr 2011 gab Enders sein CSU-Parteibuch ab aufgrund seiner Frustration mit der deutschen Enthaltung im UN-Sicherheitsrat zum Libyen-Konflikt sowie der Atomwende von Kanzlerin Merkel.

Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass es beim europäischen Luftfahrtriesen Airbus ab 2019 einen Wechsel im Top-Management geben wird. Zuvor hatte es gegen Airbus in Großbritannien und Frankreich Korruptionsermittlungen gegeben, bei denen Enders als Zeuge vernommen wurde. Dabei ging es um den Verdacht der Bestechung ausländischer Beamter sowie um Geldwäschevorwürfe.

Das Amt bei der DGAP ist für Enders eine Rückkehr: Er hatte früher zeitweise als Forschungsassistent der DGAP gearbeitet, wie die Gesellschaft mitteilte. Bevor er in die Luftfahrtbranche wechselte, war Enders von 1989 bis 1991 Mitarbeiter im Planungsstab des Verteidigungsministeriums.

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