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Studie: Merkel erfreut sich bei Deutschtürken größerer Beliebtheit als Erdoğan

Studie: Merkel erfreut sich bei Deutschtürken größerer Beliebtheit als Erdoğan
Die Universitäten Köln und Duisburg-Essen führten eine Studie durch, welche das Wahlverhalten von türkischstämmigen Migranten und deren Sympathien für Erdoğan und Merkel untersuchte. Die Kanzlerin kann vor allem bei den Migranten der ersten Generation punkten.

In der Umfrage der Universitäten Köln und Duisburg-Essen im Rahmen der "Immigrant German Election Study" wurden unter anderem anhand einer Skala von minus bis plus fünf die Sympathien gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gemessen. Teilnehmer der Studie waren Migranten türkischer Herkunft, die einen deutschen Pass besitzen. Während Erdoğan auf der Sympathieskala den Negativwert von -2,5 erzielte, erreichte Merkel ein Plus von 1,6. Hierbei unterschied die Studie auch zwischen Einwanderern der ersten und der zweiten Generation. Es wurde festgestellt, dass  die Sympathien für Merkel umso größer waren, je länger die Einwanderung nach Deutschland zurücklag.

Während des Wahlkampfes in Deutschland zur Bundestagswahl 2017 hatte Erdoğan zum Wahlboykott gegen die "Türkeifeinde" CDU, SPD und Grüne aufgerufen. Generell lag die Wahlbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund bei den jüngsten Bundestagswahlen bei 61 Prozent. Etwa 10 Prozent der Wahlberechtigten verfügen über einen Migrationshintergrund. In Deutschland leben circa 1,3 Millionen Menschen türkischer Herkunft. An der Studie nahmen 500 Personen mit türkischem und 500 Personen mit russischem Hintergrund teil. Die Studienteilnehmer gehörten laut Definition zur ersten Generation, wenn sie selbst aus der Türkei oder aus Russland zugewandert sind, und zur zweiten Generation, wenn mindestens ein Elternteil nach Deutschland eingewandert ist. Die Generation zugewanderter Großeltern wurde in der Studie nicht berücksichtigt.

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Achim Gorres von der Universität Duisburg-Essen kommentiert das Ergebnis folgendermaßen: 

Ich war überrascht, wie viel geringer die Wahlbeteiligung bei den beiden Gruppen war; bei den Deutschtürken liegt die Quote bei 64 Prozent, bei den Russlanddeutschen sogar nur bei 58 Prozent.

15 Prozent der Russlanddeutschen gaben ihre Zweitstimme der AfD, rund 35 Prozent der Deutschtürken entschied sich 2017 für die SPD, 20 Prozent für CDU/CSU, 16 Prozent für die Linken und 13 Prozent für die Grünen. Im Generationenvergleich wählten 40 Prozent der Deutschtürken die SPD, während unter den Einwanderern der ersten Generation nur 29 Prozent die SPD wählten.

Die Erdoğan politisch nahestehende "Allianz Deutscher Demokraten", die nur in Nordrhein-Westfalen gewählt werden konnte, erzielte unter Deutschtürken 12 Prozent der Stimmen. Erdoğans Verfassungsreform stimmten 21 Prozent der Deutschtürken mit doppelter Staatsbürgerschaft zu. Cem Özdemir von den Grünen schneidet bei türkischstämmigen Deutschen nicht gut ab. Er erzielte auf der Beliebtheitsskala lediglich ein Plus von 0,2. Bei Bürgern ohne Migrationshintergrund kommt er auf ein Plus von 0,9. 

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