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Medizinische Fachverbände fordern: Kitas und Grundschulen wieder uneingeschränkt öffnen

Medizinische Fachverbände fordern: Kitas und Grundschulen wieder uneingeschränkt öffnen
Bild aus einer geschlossenen Kita in Baden-Württemberg
Für etwa zehn Millionen Schüler und Kitakinder ist der Alltag noch immer nicht so, wie er einmal war. Der eingeschränkte Betrieb von Kitas und Schulen stößt auf Kritik. Nun fordern medizinische Fachverbände, die Einrichtungen wieder uneingeschränkt zu öffnen.

Die mit dem Coronavirus begründeten Maßnahmen werden gelockert. Geschäfte und Restaurants öffnen, mehr Kontakte sind erlaubt. Doch in den Kitas und Schulen findet nach Beendigung der wochenlangen Schließungen noch immer kein regulärer Betrieb statt.

Bis zum Sommer soll der Unterricht ausgeweitet werden, allerdings wird es wegen des sogenannten Abstandsgebotes, das in Klassenräumen und Schulhöfen teilweise zu absurden Situationen führt, auf absehbare Zeit keinen Normalbetrieb geben können. In den Kitas wird zwar schrittweise die Notbetreuung ausgeweitet, aber in den meisten Bundesländern ist noch unklar, wann wieder alle Kinder betreut werden.

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Keine Masken, sondern Vermeidung von Durchmischung der Gruppen

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben mehrere medizinische Fachverbände nun dazu aufgerufen, Kindergärten und Schulen "möglichst zeitnah" und "uneingeschränkt" wieder zu öffnen. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stünden dem nicht entgegen.

So heißt es in dem gemeinsamen Papier der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland:

Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sprechen die aktuellen Daten sowohl für eine geringere Infektions- als auch für eine deutlich geringere Ansteckungsrate.

 Stattdessen warnen sie vor sozialen und gesundheitlichen Folgen:

Im Gegensatz dazu seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend.

Kinder aktiver in konkrete Hygieneregeln einbeziehen 

So steht etwa in der Stellungnahme, dass die Kinder weder Abstand wahren noch Masken tragen müssten. "Entscheidender als die individuelle Gruppengröße ist die Frage der nachhaltigen Konstanz der jeweiligen Gruppe und Vermeidung von Durchmischungen." Ferner heißt es im Papier:

Kinder können in Grundregeln der Hygiene wie Händewaschen und achtsames Hygieneverhalten im Umgang miteinander, beim Essen und in den Sanitäreinrichtungen spielerisch und kindgerecht unterwiesen werden. Dies und die dazu erfoderliche angemessene Ausstattung aller Schultoiletten und Händewaschplätze mit Seifenspendern und Papierhandtüchern hätte nach heutigem Wissensstand langfristig erhebliche positive Auswirkungen auf die Ausbreitung vieler anderer kontagiöser Erreger in solchen Einrichtungen.

Die Kinder, die älter sind als zehn Jahre, und die Jugendlichen bis zum Schulabschluss "können aktiver in konkrete Hygieneregeln einbezogen werden". Im Papier heißt s weiter: 

Hier erlauben eine weitgehende Abstandswahrung (1,5 m), das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (solange die Schüler nicht an dem ihnen zugewiesenen Platz sitzen) und die konsequente Erziehung in den Grundregeln der Infektionsprävention größere Spielräume für eine Normalisierung des Unterrichtsbetriebes.

Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass zahlreiche Erkenntnisse gegen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Kinder sprechen würden. Verschiedene Untersuchungen oder etwa Modellierungen in Verbindung mit den Auswertungen früherer Influenza-Pandemien würde ein zunehmend schlüssiges Bild ergeben , "dass Kinder in der aktuellen COVID-19-Pandemie im Gegensatz zur Rolle bei der Influenza-Übertragung keine herausragende Rolle in der Ausbreitungsdynamik spielen".

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