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Schwedische Kleinstadt macht den Anfang mit Kopftuchverbot an Grundschulen

Schwedische Kleinstadt macht den Anfang mit Kopftuchverbot an Grundschulen
Symbolbild: Thailändisches Mädchen mit Kopftuch, 25. September 2006.
Die Regierung der Stadt Staffanstorp bei Malmö stimmte für ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 13 Jahren. Erst kürzlich hatte Österreich ein Kopftuchverbot für Grundschülerinnen verabschiedet. Auch in Deutschland wird ein solches Verbot diskutiert.

Staffanstorp liegt 20 Kilometer außerhalb der südschwedischen Stadt Malmö. Am Mittwoch entschieden sich die Parteien Die Moderaten und die Schwedendemokraten für ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 13 Jahren. Bürgermeister Christian Sonesson von der Partei Die Moderaten sagte der Zeitung Sydsvenskan

Das Kopftuch ist ein Symbol, dass Frauen nicht zur Verfügung stehen. Es ist eine Sexualisierung der Frauen und es ist unzumutbar im Bezug auf die jungen Mädchen. Ich habe nichts gegen erwachsene Frauen, die Kopftücher tragen, aber das sind kleine Kinder, kleine Mädchen.

Kritik kam von den Sozialdemokraten. Stadtrat Pierre Sjöström sprach von einer "kosmetischen" Entscheidung, denn die Moderaten wüssten überhaupt nicht, wie viele Mädchen mit Kopftuch es in den Schulen gebe. Anders Lindholm von der schwedischen Erziehungsbehörde sprach von Diskriminierung und einer gesetzwidrigen Entscheidung.

Soll nach dem Willen der Mehrheit der Deutschen künftig verboten sein: Eine Schülerin trägt im Unterricht Kopftuch (Symbolbild aus einer Grundschule in Niedersachsen)

Laut einer Umfrage von YouGov sind eine Mehrheit der Deutschen – insgesamt 57 Prozent – für ein Kopftuchverbot an Grundschulen. Unterscheidet man nach Parteien wären 61 Prozent der CDU-Wähler für ein solches Verbot, 64 Prozent der FDP-Wähler und 90 Prozent bei der AfD. Ein Kopftuchverbot wird auf Initiative von Unions-Politikern geprüft. 

Mehr zum Thema "Gegen Unterwerfung der Mädchen" - Kopftuchverbot für muslimische Grundschülerinnen in Österreich

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger

Kopftücher in der Schule sind integrationsfeindlich, weil sie bereits in Kindergärten und Grundschulen zur äußerlichen Abgrenzung beitragen. 

Gegner eines Kopftuchverbots verweisen jedoch auf die gesetzlich verankerte Religionsfreiheit: 

Das pauschale Verbot eines Kopftuches - wie in Österreich - benachteiligt auch die Mädchen, die sich freiwillig für das Tragen eines Kopftuches als Zeichen ihrer Religion entschieden haben. 

 

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