Fall Skripal: Verletzter britischer Polizist aus Klinik entlassen

Fall Skripal: Verletzter britischer Polizist aus Klinik entlassen
Polizisten in der Nähe des Ortes, an dem der EX-Doppelagent und seine Tochter bewusstlos gefunden wurden.
Der britische Polizist, der demselben Nervenkampfstoff ausgesetzt war, der zur Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter verwendet worden war, ist nun aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Fall Skripal war auch ein Thema beim EU-Gipfel in Brüssel.

Der britische Polizist Nick Bailey, der seit dem Anschlag am 4. März im Salisbury District Hospital behandelt worden war, wurde heute aus der Klinik entlassen. Der Beamte aus Wiltshire befand sich zunächst in einem kritischen Zustand, konnte aber innerhalb weniger Tage aufstehen und mit seiner Familie und dem Pflegepersonal sprechen.

Mehr zum Thema - Der einsame Ruf des Wolfgang Kubicki nach einer Annäherung zu Russland

Der frühere Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden. Sie wurden laut britischen Behörden mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Der nun aus dem Krankenhaus entlassene Bailey war der Erste, der vor Ort war. Skripal und seine Tochter befinden sich immer noch in einem kritischen Zustand. Heute bekamen die Ärzte von einem Richter grünes Licht, dem ehemaligen Doppelagenten und seiner Tochter Blutproben zu entnehmen, damit sie von Chemiewaffenexperten getestet werden können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte ihre "Solidarität und Unterstützung" mit Großbritannien

Beim EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel war der Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten auch ein Thema. Großbritannien beschuldigt Russland, dahinter zu stehen, wie Premierministerin Theresa May vor Beginn des Gipfels bekräftigte: "Russland hat eine schamlose und rücksichtslose Attacke gegen Großbritannien verübt", sagte May. Dies sei "Teil eines Musters russischer Aggression gegen Europa und seine Nachbarn".

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte ihre "Solidarität und Unterstützung" mit May. Es sei gut, dass die Stoffe, die bei der Attacke auf Skripal zum Einsatz kamen, nun von den Chemiewaffenbehörden untersucht werden könnten. Die EU hat von Russland lückenlose Aufklärung des Anschlags verlangt. Auch weitere Sanktionen sind im Gespräch, stehen aber nach Angaben von EU-Diplomaten jetzt nicht zur Entscheidung an.

Im Entwurf der Schlusserklärung zum EU-Gipfel heißt es: Der Europäische Rat "nimmt die Einschätzung der Regierung des Vereinigten Königreichs, wonach es sehr wahrscheinlich ist, dass die Russische Föderation dafür verantwortlich ist, äußerst ernst". Man werde sich darüber abstimmen, "welche Konsequenzen in Anbetracht der Antworten der russischen Behörden zu ziehen sind".

Mehr zum Thema - Verurteilung ohne Untersuchung - eine Einschätzung des Falls Skripal

(rt deutsch/dpa)

Trends: # Skripal-Affäre

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen