Bannon auf Europatour: Trumps Ex-Chefstratege trifft sich mit AfD-Chefin Weidel

Bannon auf Europatour: Trumps Ex-Chefstratege trifft sich mit AfD-Chefin Weidel
Steve Bannon am 6. März in Zürich.
Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel traf sich mit Steve Bannon, den Medien auch als "Macher von Trump" bezeichnen. Sie will sich Tipps für die Medienarbeit ihrer Partei holen. Beflügelt vom Wahlergebniss in Italien tourt Rechtsaußen Bannon gerade durch Europa.

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel hat sich zu einem Gedankenaustausch mit dem früheren Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, getroffen. Aus Weidels Büro hieß es, für sie seien besonders Bannons Erfahrungen mit politischer Kommunikation und alternativen Medien interessant gewesen. Das Treffen fand nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in einem Züricher Hotel statt.

Weidel hatte im Februar angekündigt, ihre Fraktion wolle ihre Kommunikation ab April über einen eigenen Newsroom steuern. Zur Begründung sagte sie in einem Interview, die AfD werde von vielen Medien ignoriert oder mittels "Fake-News" schlechtgemacht.

Bannon wollte am Abend in Zürich eine Rede bei einer Veranstaltung der Schweizer Weltwoche halten. Trump hatte Bannon im August 2017 entlassen. Nach Bannons herablassenden Aussagen über Trumps Familie in dem Buch "Fire and Fury" brach der US-Präsident auch privat mit seinem einstigen Vertrauten. Bannon ist derzeit in Europa, um ein Netzwerk populistischer Bewegungen zu knüpfen.

Entmachtung der Zentralbanken als Priorität

Kryptowährungen sind nach Ansicht von Steve Bannon ein wichtiges Werkzeug für die europäische Bewegung gegen das Establishment.

Wir nehmen den Zentralbanken die Kontrolle weg", sagte der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend in Zürich. "Das wird uns wieder Macht geben."

Auf der Veranstaltung der Weltwoche sagte Bannon, er habe die Schweiz, die einen wichtigen Standort für Kryptowährungen darstellt, für seine erste Rede in Europa ausgewählt. Allein im Kanton Zug sind Dutzende Firmen aus diesem Sektor beheimatet.

Bannon beschuldigte Zentralbanken, Regierungen und große Tech-Firmen, die Rechte und die Identitäten der einfachen Menschen wegzunehmen und sie für ihre eigenen Zwecke einzuspannen.

"Brüssel muss sich ändern oder wird untergehen"

Bei seinem Auftritt sagte Bannon, die populistischen Bewegungen in Europa seien zwar alle unterschiedlich in ihrer Form, hätten aber alle den gleichen Gegner: das Establishment.

In Italien war das Wahlergebnis klar gegen das Establishment gerichtet", sagte er vor etwa 1.000 zahlenden Gästen in Zürich.

Brüssel müsse nun anfangen, zuzuhören und Veränderungen einzuführen, sonst sei die Zukunft der EU ungewiss, sagte er. Die Politiker in Brüssel können nicht weiter Migranten in die Union lassen und dabei zusehen, wie sich die Menschen in Italien mit dem Problem zurechtfinden müssen, sagte er weiter. (dpa/rt deutsch)

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