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NATO-Talk einmal anders: Griechische und türkische Kampfjets liefern sich FOX 2-"Luftkampf"

NATO-Talk einmal anders: Griechische und türkische Kampfjets liefern sich FOX 2-"Luftkampf"
Eine chinesische J-10B bei einem ähnlichen Manöver, das auch die türkische F-16 vergangenen Sonntag unternommen hat, um der griechischen Zielerfassung zu entgehen (Bild vom 06.11.18).
Wenn russische Bomber durch den internationalen Luftraum fliegen, werden umgehend die Luftwaffen der angrenzenden NATO-Länder mobilisiert, die die Bomber begleiten. Während solche banalen Fälle medial aufgebauscht werden, hüllt man sich bei ernsthaften Zwischenfällen innerhalb der NATO in Schweigen.

Bei offiziellen Anlässen des transatlantischen Militärbündnisses NATO ist man stets darauf bedacht, die Einigkeit zwischen den Mitgliedsländern zu betonen. In den vergangenen sechs Jahren wurde Russland wieder erfolgreich als Feindbild etabliert, nachdem die Allianz nach der Auflösung der Sowjetunion jahrelang bemüht war, eine neue Daseinsberechtigung zu finden. Man schreckte deshalb selbst vor einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg 1999 auf das damalige Rest-Jugoslawien nicht zurück, was einem vollkommen Verrat an den Idealen und der eigenen Charta entsprach.

Türkische Luftwaffe verfolgte dänisches Frontex-Flugzeug (Symbolbild)

In der Realität gibt es aber immer wieder zum Teil heftige Auseinandersetzungen innerhalb des Bündnisses, die jedoch stets politischer Natur sind. Zwischen Griechenland und der Türkei, den beiden erbitterten Erbfeinden der Geschichte, kommt es hingegen immer wieder zu Auseinandersetzungen und Provokationen, die leicht außer Kontrolle geraten können. Zypern hatte gezeigt, wie schnell ein bewaffneter Konflikt zwischen den beiden Ländern ausbrechen kann.

Zu den Provokationen zählen auch die tausendfachen Luftraumverletzungen zwischen den beiden Ländern in den vergangenen Jahren in der Ägäis. Insbesondere der ungelöste Streit um die Luftgrenze über eine Kette von griechischen Inseln, die parallel in relativer Nähe zur türkischen Westküste verlaufen, sind immer wieder Gegenstand von gefährlichen Zwischenfällen. Während Athen einen Radius von zehn Seemeilen um die Inseln beansprucht, spricht Ankara den Griechen nur sechs Seemeilen zu, was auch der gegenseitig anerkannten Seegrenze entspricht. Wenn sich also die türkische Luftwaffe in dem umstrittenen Korridor von vier Seemeilen bewegt, bewertet es Griechenland als Verletzung der eigenen Lufthoheit.

So einen Zwischenfall gab es auch am 3. Mai, als griechischen Angaben zufolge zwei türkische F-16 einen Hubschrauber mit Verteidigungsminister Nikolaos Panagiotopoulos an Bord bedrängt haben sollen. Das türkische Außenministerium wies diese Anschuldigung zurück und erklärte, dass die Kampfjets "lediglich eine routinemäßige Flugzeugidentifikation über der Ägäis durchgeführt" haben. Weiter meinte der Sprecher:

Das Dramatisieren von Routineflügen, um Spannungen zu säen, kommt Griechenland nicht zugute. Stattdessen sollten diese Themen im Rahmen vertrauensbildender Maßnahmen zwischen den Verteidigungsministerien beider Länder aufgegriffen werden.

Ob die türkischen F-16 den Hubschrauber des griechischen Verteidigungsministers tatsächlich bedrängt haben oder nicht, bleibt vermutlich Interpretationssache der beiden Länder. Klar ist aber, dass das Verteidigungsministerium zwei eigene Mehrzweckkampfflugzeuge des Typs Mirage 2000 vom Luftwaffenstützpunkt Tanagra aufsteigen ließ, um die F-16 zu vertreiben. Ein Video aus dem Cockpit der Mirage wurde veröffentlicht, das den Moment zeigt, als es zu einem "Luftkampf" mit aktivierter Bewaffnung kam.

Man kann erkennen, wie der griechische Pilot in einer fast vertikalen Steigung der F-16 folgt und dabei auch der Infrarot-Zielsucher der Luft-Luft-Rakete sein Ziel sucht, bevor der türkische Pilot in dem Moment seine Maschine kontrolliert mit einer halben Querruderrolle aus der Gefahrenzone bringt, als der Grieche "Hab ihn" sagt. Zuvor sagte der andere Pilot "Fox 2", was ein NATO-Code für die Aktivierung einer Lenkwaffe mit Infrarotsuchkopf ist.

Zwar ist dieser Zwischenfall am Sonntag ohne ernsthaften Ausgang geblieben und war nach Einschätzung des ehemaligen italienischen Kampfpiloten Alessandro "Gonzo" Olivares für das Magazin The Aviationist mehr ein aggressives Kräftemessen, aber es braucht in einer angespannten Lage manchmal nicht viel, um eine Provokation eskalieren zu lassen. 

Solche Luftkämpfe zwischen griechischen und türkischen Piloten kommen immer wieder vor, die manchmal aber auch tragisch enden können. In den 1990er Jahren gab es mehrere Vorfälle, wo beide Seiten Verluste hinnehmen mussten. Zuletzt kam es 2006 zu einem solchen Zwischenfall, als sich zwei F-16 der griechischen und türkischen Luftwaffe bei einem Luftkampf zu nahe kamen und kollidierten. Der türkische Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten, aber der Grieche starb bei dem Vorfall. 

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