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Geheimdienst Mossad schleust 100.000 Corona-Tests nach Israel – ohne Abstrichstäbchen

Geheimdienst Mossad schleust 100.000 Corona-Tests nach Israel – ohne Abstrichstäbchen
Corona-Tests, mit Abstrichstäbchen (Symbolbild).
Israel setze in der Corona-Krise alle Fähigkeiten des Staates ein, so Premierminister Netanjahu. Neben dem Verteidigungsministerium ist der Geheimdienst im Einsatz und schleuste bereits 100.000 Coronavirus-Tests aus dem Ausland ein – allerdings ohne Abstrichstäbchen.

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat laut Medienberichten 100.000 Coronavirus-Tests ins Land gebracht. Die Tests sollen auch aus einem Staat stammen, mit dem Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält, wie die Zeitung Israel Hayom am Donnerstag berichtete. In den kommenden Tagen werden vier bis fünf Millionen zusätzliche Tests aus verschiedenen Ländern folgen.

Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, Israel setze in der Corona-Krise alle Fähigkeiten des Staates ein, daran sei auch der Mossad beteiligt. "Die Ausrüstung, die gekommen ist, ist notwendig und essenziell." Netanjahu hatte diese Woche gesagt, die israelischen Labors sollten täglich 5.000 Tests durchführen. 

Aufgebrachte Bürger protestieren gegen die Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani, hinter der sie auch die israelische Regierung vermuten. (Symbolbild)

Yossi Cohen, derzeitiger Mossad-Leiter, bezeichnet den israelischen Geheimdienst als einen der besten der Welt und soll laut israelischen Medien die Operation persönlich beaufsichtigen. Allerdings habe das Gesundheitsministerium nach der jüngsten Beschaffungsoperation kritisiert, der Mossad habe nicht die ebenfalls notwendigen Stäbchen für den Abstrich mitgebracht.

Am Mittwoch hatte der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett nach Berichten über Schutzausrüstung der medizinischen Teams die Beschaffungsbehörde des Verteidigungsministeriums angewiesen, notwendige Materialien im Ausland zu beschaffen.

Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums ist das Virus mittlerweile bei mehr als 500 Personen nachgewiesen worden. Todesfälle wurden bisher nicht erfasst. Im Westjordanland wurden bisher 47 Fälle nachgewiesen.

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Nach eigenen Angaben versorgt Israel auch die Palästinensergebiete mit medizinischer Ausrüstung im Kampf gegen das Virus. Der palästinensische Regierungssprecher Ibrahim Melhem sagte gegenüber dem Sender Al Jazeera am Montag, seine Regierung verfolge eine "mehrgleisige Strategie", um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Allerdings zeige die COVID-19-Pandemie die Verwundbarkeit der palästinensischen Regierung durch den Konflikt mit Israel, das weiterhin eine strenge militärische Kontrolle über die palästinensischen Gebiete ausübt. Zwar gebe es in dieser Krise ein hohes Maß an Koordination zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israel, um das Coronavirus einzudämmen. Laut Melhem weigere sich Israel jedoch, Mittel freizugeben, die es von der Besteuerung der Palästinenser abzieht. Das Geld werde aber dringend benötigt, um die Fähigkeiten zur Bekämpfung der Krankheit zu verbessern.

Die palästinensische Regierung beobachte auch die Situation im Gazastreifen mit Sorge, da hier die Möglichkeit einer verheerenden Ansteckungswelle liege, zumal zahlreiche Palästinenser nach Ägypten oder Israel reisen. Aus dem Westjordanland reisen demnach täglich etwa 400.000 palästinensische Arbeiter nach Israel.

"Wir kämpfen an zwei Fronten: an der einen gegen die Pandemie und an der anderen gegen die brutale militärische Besetzung durch Israel", so Melhem.

Die Bemühungen im Kampf gegen die Pandemie werden erschwert, da die israelische Armee und die illegalen Siedler "immer noch ständige Schließungen, Übergriffe und Angriffe auf die Zivilbevölkerung durchführen".

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