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US-Elitesoldaten: Saudi-Arabien zwang Huthis in die Hände des Iran

US-Elitesoldaten: Saudi-Arabien zwang Huthis in die Hände des Iran
Die US-Präsidentenlimousine parkt vor dem Hauptquartier des Central Command und Special Operations Command in Tampa/Florida (Bild vom 6. Februar 2017).
Für Offiziere des US Special Command stand von Anfang an fest, dass Saudi-Arabien einen gewaltigen Fehler mit dem Angriff auf den Jemen begangen hat. Riad habe damit einen eigentlich natürlichen Verbündeten im Kampf gegen Al-Kaida verprellt und sich selbst zu einem Feind gemacht.

Nach den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA galt das Terrornetzwerk Al-Kaida von Osama bin Laden als Staatsfeind Nr. 1, das es um jeden Preis zu zerstören galt. Bereits am 12. Oktober 2000 erfolgte der erste Angriff der Al-Kaida Zelle im Jemen auf ein US-Ziel, als ein Selbstmordkommando mit einem mit Sprengstoff beladenen Boot den Zerstörer USS Cole angriff, der sich im Hafen von Aden befand. Die Explosion riss 17 Matrosen und die zwei Selbstmordattentäter in den Tod.

Ein B-1B-Lancer-Bomber der US Air Force steht auf der Al Udeid Air Base in Katar zum Abflug bereit. Dieser Luftwaffenstützpunkt würde im Fall eines Krieges mit dem Iran eine wichtige Rolle spielen, könnte aber auch durch einen gezielten Angriff inoperabel werden.

In den darauffolgenden Jahren wurden die Dschihadisten sowohl von den USA als auch von Jemens Diktator Ali Abdullah Saleh bekämpft. Der sogenannte Arabische Frühling zwang ihn schließlich im Jahr 2011, die Macht an seinen Vize Abed Rabbo Mansur Hadi zu übergeben. Dieser erwies sich aber als zu schwach, um gegen die Vielzahl von Problemen in Jemen anzukommen, darunter auch ein Wiedererstarken von Al-Kaida. Schließlich vereinten sich loyale Saleh-Truppen mit den zaiditischen Huthi-Rebellen, um die Macht Hadi zu entreißen und sich des Problems mit Al-Kaida anzunehmen. Nachdem sie zusammen den Präsidentenpalast gestürmt und den offiziellen Amtsinhaber im März 2015 in die Flucht geschlagen haben, schlug eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition zu und entfachte einen Krieg, der bis heute andauert und eine der größten humanitären Katastrophen der Welt ausgelöst hat.  

Dieser Überfall auf den Jemen überraschte die US-Regierung von Barack Obama. Washington wurde von Riad nicht über die Pläne informiert, wie später auch der im Jahr 2018 verstorbene Senator John McCain bestätigen sollte. Während der Senator davon überzeugt war, dass der Grund für diese Geheimhaltung darin lag, dass Obama diese Information umgehend mit dem Iran teilen würde, sehen Militärs des US Special Command (SOCOM), dem teilstreitkraftübergreifenden Kommando von Spezialeinheiten, eine ganz andere Motivation:

Der Grund, dass uns die Saudis nicht über ihre Pläne informiert haben, ist, weil sie genau wussten, was wir darüber denken: dass es eine schlechte Idee war.

Die Militärs waren davon überzeugt, dass der von Saudi-Arabien angeführte Krieg scheitern würde und Riad in dem Konflikt versumpfen wird, was in einer schweren finanziellen Belastung für das Königreich enden würde.

Michael Horton, Fellow von Jamestown Foundation und Jemen-Experte, der dem SOCOM nahesteht, betrachtete nicht nur den saudischen Überfall mit Sorge, sondern auch die anschließende US-Unterstützung über die Bedenken des US-Militärs hinweg. Denn das Ziel der Koalitionsangriffe, die Huthis, hätten eigentlich viel mehr natürliche Verbündete der USA in ihrem eigenen Kampf gegen Al-Kaida sein können und sein sollen, weil sie die Dschihadisten bereits erfolgreich bekämpft haben. Die von Riad, aber auch von Israel angeführten Verbindungen der Huthi zum Iran, seien "Unsinn", so Horton:

Diese ständigen Berichte, dass die Huthis für die Iraner arbeiten, sind Unsinn, aber diese Sichtweise stammt direkt aus dem Theatermanuskript der Neocons. Die Israelis haben für diese Linie geworben, dass wir den Jemen an den Iran verloren haben. Das ist absurd. … Warum bekämpfen wir eine Bewegung, die Al-Kaida bekämpft?

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Es war erst der von Saudi-Arabien angeführte Krieg, der die Huthi in die Hände des Irans getrieben hat, sind sich Offiziere des SOCOM sicher. Obwohl sie Zaiditen sind, eine schiitische Unterströmung, suchten sie zuvor keine Nähe zum Iran. Das wurde auch von einem Bericht des britischen Parlaments Anfang des Jahres bestätigt. Darin wird festgehalten, dass die Huthi "keine Stellvertreter des Irans" und dass sie "sehr unabhängig" sind. Doch angesichts der Realität auf dem Boden würden sie "Unterstützung annehmen, von wo auch immer sie sie bekommen."

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Im Pentagon ist man sich der veränderten strategischen Realität im Persischen Golf schmerzhaft bewusst. Gegenüber dem Journalisten Mark Perry sagte ein namentlich nicht genannter Beamter des Verteidigungsministeriums:

Wir sind nicht die Einzigen, die ihre Figuren auf dem Brett bewegen. In den vergangenen zwei Jahren (seit dem US-Austritt aus dem Atomabkommen mit dem Iran - Anm. d. Red.) haben die Iraner gezeigt, dass sie uns und unsere Verbündeten von verschiedensten Orten aus treffen können.

Diese Tatsache müsse man in Betracht ziehen, wenn man übereilig nach militärischen Vergeltungsschlägen oder Angriffen auf den Iran riefe, so der Beamte weiter. Die Angriffe auf die saudischen Erdölanlagen vom 14. September waren eine Nachricht, die "laut und deutlich" war: "Wenn wir unser Öl nicht verkaufen können, dann werden wir verdammt sicherstellen, dass ihr euers nicht verkaufen könnt."   

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