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Pentagon: Haben Entwicklung in der asymmetrischen Kriegsführung verschlafen

Pentagon: Haben Entwicklung in der asymmetrischen Kriegsführung verschlafen
Die Huthi-Bewegung im Jemen präsentierte an einem unbekannten Ort eine Auswahl an Drohnen und Raketen, die möglicherweise auch gegen Saudi-Arabien eingesetzt wurden.
Die Angriffe auf die saudischen Ölinstallationen am 14. September haben einige unangenehme Fragen über die Zuverlässigkeit der US-Luftabwehrtechnik aufgeworfen. Ein ranghoher Beamter des Pentagon gab nun zu, dass die Systeme nicht auf diese Art der Bedrohung ausgelegt sind.

Es hat ein paar Tage gedauert, bis die USA eine Erklärung für das völlige Versagen der Luftabwehrsysteme wie Patriot oder der im gesamten Persischen Golf verteilten Stützpunkte und Radaranlagen abgegeben haben. Diese Aufgabe fiel John Rood, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, bei einer Veranstaltung des Center for European Policy Analysis in Washington, zu. Ob diese Erklärung allerdings zutreffend ist, darüber gibt es heftige Diskussionen und unterschiedliche Meinungen.

Ein B-1B-Lancer-Bomber der US Air Force steht auf der Al Udeid Air Base in Katar zum Abflug bereit. Dieser Luftwaffenstützpunkt würde im Fall eines Krieges mit dem Iran eine wichtige Rolle spielen, könnte aber auch durch einen gezielten Angriff inoperabel werden.

Dass es mit 18 Drohnen (Huthis sprechen sogar von nur zehn Drohnen) und sieben Marschflugkörpern gelungen ist, angeblich unerkannt durch sämtliche Verteidigungsschichten zu fliegen, ist nicht nur für die USA peinlich, sondern auch für Saudi-Arabien. Immerhin gibt das wahhabitische Königreich sehr viel Geld für Rüstung aus und verfügt nach den USA und China über den drittgrößten Verteidigungsetat der Welt.

Offiziell heißt es, dass das Patriot-Luftabwehrsystem darauf ausgelegt ist, hochfliegende Objekte wie ballistische Raketen, Kampfflugzeuge und theoretisch auch Drohnen zu erfassen und abzuschießen. Aber für niedrigfliegende Drohnen und Marschflugkörper sei das System nicht ausgelegt, sagte Omar Lamrani, ein Strategieanalyst des US-Sicherheitsunternehmens Stratfor. Laut Satellitenbilder waren aber auch mindestens vier sogenannte SHORAD-Systeme (Short Range Air Defense) aus französischer Produktion bei der Ölverarbeitungsanlage von Abqaiq stationiert, um die Anlage genau vor solchen niedrigfliegenden Gefahren zu beschützen.

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Für John Rood steht deshalb fest, dass die USA – und damit auch das Militärbündnis NATO als Ganzes – nicht für die asymmetrische Kriegsführung vorbereitet sind. Insbesondere Schwarmangriffe durch Drohnen und Raketen würden ein "ernsthaftes Problem" darstellen. Ein Problem deshalb, weil "clevere Gegner" wie Russland oder der Iran sich viel besser auf diese veränderte Kriegsform eingestellt haben, die dazu noch deutlich günstiger ist als Waffensysteme wie Flugzeugträger oder schwere Kriegsschiffe. "Das ist die veränderte Situation, in der wie uns befinden", meinte Rood. Die Entwicklung von solchen Taktiken hätte sich schneller entwickelt als die Möglichkeiten der NATO, ihre Raketen- und Radarsysteme dem veränderten Umfeld anzupassen. Deshalb müsse die Allianz ihre "Investment Prioritäten" neu ausrichten, um auf diese Gefahren besser vorbereitet zu sein.

Diese Argumentation ist zwar nachvollziehbar, klingt aber auch wie ein Aufruf für mehr Geld in eine bestimmte Rüstungssparte, die zu den "Big Six" auf der Prioritätenliste der US-Armee gehört. Große Rüstungsunternehmen wie Northrop Grumman, General Dynamics oder Raytheon entwickeln bereits Systeme, die sich dieser veränderten Form der Bedrohung aus der Luft annehmen. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis diese tatsächlich einsatzbereit sind und sich dann auch unter realen Bedingungen erst beweisen müssen.    

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