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Saudi-Arabien lässt 37 Menschen hinrichten und stellt geköpften Kadaver öffentlich aus

Saudi-Arabien lässt 37 Menschen hinrichten und stellt geköpften Kadaver öffentlich aus
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wohnt einer Absolventenzermonie der 95. Kadetten der King Faisal Air Academy in Riad bei, Saudi-Arabien, 23. Dezember 2018.
Saudi-Arabien hat 37 Menschen wegen Terrorismusvorwürfen köpfen lassen, darunter einen Minderjährigen. Die Mehrzahl gehörte der schiitischen Minderheit an. Die Leiche einer Person wurde zur Schau gestellt. Amnesty spricht von "Todesstrafe als politisches Instrument".

Es war zahlenmäßig die größte Hinrichtungsserie seit drei Jahren und die erste in diesem Ausmaß seit Kronprinz Mohammed bin Salman zum Thronfolger des saudischen Königshauses ernannt wurde. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Exekutionen als "Massenhinrichtung", die nach "Scheinprozessen" erfolgten.

Proteste gegen Hinrichtungen in Saudi-Arabien vor der saudischen Botschaft in Jakarta, Indonesien, 20. März 2018.

Lynn Maalouf, Forschungsdirektorin für den Nahen Osten bei Amnesty International: 

Es ein weiterer grausamer Hinweis dafür, wie die Todesstrafe als politisches Instrument missbraucht wird, um den Dissens innerhalb der schiitischen Minderheit des Landes zu unterdrücken. 

Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf den saudischen Dissidenten Ali Al-Ahmed, dass mindestens 34 der Hingerichteten der schiitischen Minderheit im Land angehört hatten. Al-Ahmed sprach von der "größten Hinrichtung der Schiiten in der Geschichte des Königreichs".  

Laut saudischem Innenministerium waren die Männer für ihre Rolle bei der Verbreitung extremistischer Ideologien sowie bei der Gründung von Terrorzellen zur Todesstrafe verurteilt worden. Die Hingerichteten, so das Ministerium, waren entschlossen, Spannungen im Land zu schüren und Chaos zu verbreiten. Einige wurden zudem für schuldig gesprochen, Polizeibeamte getötet, Angriffe auf die Sicherheitsinfrastruktur verübt und einem Staatsfeind geholfen zu haben. Einer der Leichname wurde ohne Kopf an einem Pflock öffentlich zur Schau gestellt. Hierbei soll es sich um die sterblichen Überreste eines sunnitischen Kämpfers gehandelt haben.

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Die saudische Regierung betont, dass alle Hinrichtungen im Einklang mit dem Gesetz erfolgt seien. Amnesty International kritisiert die "schockierende Hinrichtungsaktion". Die Hinrichtungen wurden in Riad, Mekka, Medina, in der Provinz Passim sowie in der Ostprovinz vorgenommen.

Symbolbild: Ein Verkäufer präsentiert am 16. November 2007 auf dem Suq az-Zall in Riad, Saudi-Arabien ein Schwert.

Laut Amnesty wurden 11 Männer für schuldig befunden, für Saudi-Arabiens Feind, den Iran, spioniert zu haben. 14 weitere seien wegen "gewalttätiger Straftaten" verurteilt worden, welche sie während der Proteste gegen die saudische Führung zwischen 2001 und 2012 begangen haben sollen. In der Ostprovinz Saudi-Arabiens hatte die schiitische Minderheit die Freilassung politischer Gefangener und ein Ende der Diskriminierung und Unterdrückung gefordert. Es folgte 2016 die Hinrichtung des geistlichen Führers der schiitischen Minderheit, Nimr Baqir al-Nimr. Gemeinsam mit 46 anderen Gefangen wurde auch er hingerichtet. 

Amnesty merkte an, einer der Getöteten, Abdulkareem al-Hawaj, sei bei seiner Verhaftung erst 16 Jahre alt gewesen. Die Hinrichtung Minderjähriger ist international verboten. Ihm wurde ein Verbrechen im Zusammenhang mit der Teilnahme an den Protesten vorgeworfen. Im letzten Jahr richtete Saudi-Arabien 149 Menschen hin. In diesem Jahr wurden bereits 100 Menschen hingerichtet. Im Iran wurden 2018 insgesamt 253 Menschen hingerichtet, in China waren es im selben Jahr etwa 1.000 Personen.

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