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Saudi-Arabien: Sechsjähriger am helllichten Tage geköpft

Saudi-Arabien: Sechsjähriger am helllichten Tage geköpft
Symbolbild: Ein Verkäufer präsentiert am 16. November 2007 auf dem Suq az-Zall in Riad, Saudi-Arabien ein Schwert.
Am helllichten Tag wurde ein sechs Jahre alter Junge in Medina von einem Taxifahrer geköpft, weil das Kind Schiit war. In den sozialen Medien entlädt sich nun der Hass gegen die saudische Führung. Die schiitische Minderheit nutzt die Trauer zum Protest.

Zakariya Badr al-Jabir wollte gemeinsam mit seiner Mutter den Schrein des Propheten Mohammed in Medina besuchen. Der Taxifahrer nahm ein Stück Glas und stieß dieses so oft in den Nacken des Kindes, bis dadurch der Kopf abgetrennt wurde. Die Mutter musste bei der Hinrichtung ihres Sohnes zusehen, auch ein Polizist konnte die Tat nicht verhindern.

"Shia Rights Watch" (eine Organisation, die sich für Menschen schiitischen Glaubens einsetzt) bestätigte, dass das Kind ermordet wurde. Saudi-Arabien ist mehrheitlich sunnitisch. Dort gilt der Wahhabismus, eine extreme Form des Islam.

Der mehrheitlich schiitische Iran verurteilte die Tat. Der Minister des Rates für Zweckdienlichkeit Mohsen Rezaie schrieb auf seiner Instagram-Seite: 

Von Damaskus über die Türkei bis Medina hat das Feuer der von den Al-Saud (dem saudischen Königshaus; Anm.) begangenen Verbrechen, das zunächst vom IS in Damaskus und Bagdad, dann durch die brutale Ermordung von Khashoggi in der Türkei, und heute durch die Enthauptung eines unschuldigen Kindes in Medina entfacht wurde, eine Reihe von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgelöst, die ihren bösartigen und söldnerhaften Charakter im Dienste der Feinde des Islam offenbart haben. 

Demonstrant vor dem saudischen Konsulat in Istanbul

Der Taxifahrer soll das Kind aus dem Taxi gezogen, eine Glasflasche zerbrochen und auf es eingestochen haben. Ein Polizist sei herbeigeeilt und habe gemeinsam mit der Mutter versucht, den Mord zu verhindern. Aber es war zu spät für das Kind. Der Täter wurde festgenommen. Über den Tathergang gibt es mehrere Versionen.

Shia Rights Watch beschreibt die Tat wie folgt: 

Die Mutter und ihr Sohn nahmen ein Taxi, um den Schrein des Propheten Mohammed in Medina zu besuchen. Ein unbekannter Mann näherte sich ihnen und fragte die Mutter, als sie am Schrein ankamen, ob sie Schiitin sei. Die Frau sagte 'ja'. Minuten nach diesem Gespräch hielt ein Auto neben der Frau an, ein Mann zog das Kind von ihr weg und griff es mit einer Glasscherbe an. 

Für die schiitische Organisation ist die Tat ein Beleg für die anhaltenden Vergehen gegen die schiitische Bevölkerung Saudi-Arabiens. Viele der schiitischen Gläubigen sind bis heute im Gefängnis, einigen von ihnen droht die Todesstrafe. Besonders im Osten des Landes kommt es immer wieder zu Festnahmen von Schiiten, die gegen ihre Unterdrückung demonstrieren.

Die englischsprachige Zeitung Saudi Gazette schreibt, bei dem Täter habe es sich um einen 35 Jahre alten Mann gehandelt, der in einem Café saß, als er auf die Mutter und ihren Sohn aufmerksam wurde. Der Mord an dem Jungen führte zu Solidaritätskundgebungen der schiitischen Bevölkerung in Saudi-Arabien. Laut der saudischen Führung litt der Mörder unter psychischen Problemen. 

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